Weihnachten in Europa

Die schönste Zeit des Jahres wird natürlich nicht nur in Deutschland fröhlich zelebriert, sondern überall auf der Welt! So gibt es die verschiedensten Bräuche und Traditionen, die das Weihnachtsfest im jeweiligen Land zu etwas ganz Besonderem machen. Heute zeigen wir dir, wie unterschiedlich Weihnachten in Europa gefeiert wird. Begleite uns auf dieser weihnachtlichen Rundreise durch Europa! 

England

Wir beginnen unsere Reise in England. Hier wird üppig geschmückt und dekoriert, was das Zeug hält. Von den Vorgärten über die Fassaden und Fenster bis ins gemütliche Wohnzimmer. Die Engländer lassen es sich nicht nehmen, die fröhliche Stimmung der Weihnachtszeit durch pompöse Dekorationen in die Welt zu tragen. Klassische Dekorationen in England sind Mistelzweige, Stechpalmen und Lorbeeren. 

Ebenfalls zu den Ritualen der Weihnachtstage zählen Grußkarten. Egal, ob Postkarten mit Bildern der eigenen Familie oder klassische weihnachtliche Motive — die Grußkarten verbreiten Freude und gehören für viele einfach zum Weihnachtsfest dazu. Meistens werden die erhaltenen Karten dann an einer Girlande oder am Kühlschrank befestigt. So sind sie für alle gut sichtbar und die fröhliche Laune der Weihnachtszeit ist in der Wohnung präsent. 

Eine große Rolle in der Weihnachtszeit spielen in England die sogenannten „Stockings“— also der Weihnachtsstrumpf. Klassischerweise hängt das Stocking jedes Familienmitglieds am Kamin und wartet darauf, von Father Christmas gefüllt zu werden. Father Christmas kommt in England mitten in der Nacht, erfüllt Wünsche und füllt die Stockings mit Geschenken, Leckereien und weiteren Kleinigkeiten. Große Geschenke legt er unter den Weihnachtsbaum. Diese werden dann am Morgen des 25. Dezembers geöffnet. 

Wie auch bei uns wird in England der Tisch prall gedeckt! Typische Speisen sind hier Plumpudding— auch Christmas Pudding genannt—, Früchtekuchen und Truthahn. Letzterer hat in England auch den Namen „Gregor“. Gefüllt wird er meistens mit Äpfeln, Bratkartoffeln oder mit noch mehr Fleisch. Wenn es keinen Truthahn gibt, dann kommt die Gans auf den Tisch. 

Der erste Weihnachtstag wird in England oft an einem unerwarteten Ort verbracht – vor dem Fernseher! Der Grund dafür ist die Queen. Sie hält jedes Jahr am ersten Weihnachtstag ihre Ansprache, die niemand im Königreich verpassen will! 

Der zweite Weihnachtstag— auch Boxing Day genannt — wird passend zur besinnlichen Jahreszeit dazu genutzt, Dank und Wertschätzung zu verteilen. Egal, ob man dem Postboten, der Müllabfuhr, Freunden, Familie, Nachbarn oder anderen Menschen dankt. Am Boxing Day steht die Nächstenliebe im Vordergrund.

Stockings

Frankreich

Unsere Europa-Weihnachtsreise führt uns weiter nach Frankreich. Natürlich wird auch hier das Fest der Liebe ausgiebig gefeiert. In Frankreich ist es nicht üblich, die Wartezeit bis Weihnachten mit Adventskalendern zu verkürzen. Die richtigen Weihnachtsfeierlichkeiten beginnen in Frankreich erst am Abend. Der Tag läuft bis zum Abend normal ab, Geschäfte haben bis 18 oder 20 Uhr geöffnet und die Menschen gehen den Tag über noch zur Arbeit. 

Auch in Frankreich gehören Dekorationen zum Weihnachtsfest dazu. Stechpalmenzweige stehen hier für den Erfolg, der im nächsten Jahr kommen soll. Ebenfalls zur klassischen Dekoration zählt eine Weihnachtskrippe und der 
sapin décoré oder auch sapin de Noël — der Weihnachtsbaum! Dieser wird wunderschön dekoriert. Wusstest du, dass sich der Brauch, einen Weihnachtsbaum ins Haus zu stellen, aus dem französischen Elsass in ganz Europa ausgebreitet hat?

In Frankreich bringt der Père Noël die Geschenke ins Haus. Dieser trägt einen roten Mantel und eine Zipfelmütze. Er kommt in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Am Vorabend stellen die Kinder ihre Schuhe entweder neben den Kamin oder unter den Weihnachtsbaum. Es wird geglaubt, dass Père Noël die Geschenke auf dem Rücken trägt und still und heimlich den Kamin herunterklettert, um die Schuhe mit Geschenken zu füllen.

Nun zum Essen — einem wichtigen Teil jedes europäischen Weihnachtsfests! In Frankreich nennt man das Festtagsessen Réveillon. Wie in England ist auch hier der Truthahn ein beliebtes und klassisches Weihnachtsessen. Gefüllt wird er in Frankreich mit Kastanien. Beliebte Beilagen sind Maronen, gestopfte Gansleber
(foie gras) und Austern. Des Weiteren kommen noch mehr Spezialitäten auf den Tisch wie Käse und Fisch. Für den Durst gibt es prickelnde Getränke. Klassischerweise wird in Frankreich ein Champagner gereicht. Ein wichtiger Bestandteil des Festtagsessens ist zudem der sogenannte Weihnachtsbaumkuchen.

Italien

In Italien gehört Weihnachten ebenfalls zu den wichtigsten Festen des Jahres. Da das Land sehr christlich geprägt ist, ist Weihnachten hier noch einmal von größerer Bedeutung. Schon Anfang Dezember wird in Italien fleißig dekoriert. Die Regionen schmücken die Gassen mit Lichterketten und auf öffentlichen Plätzen werden dekorierte Weihnachtsbäume aufgestellt. 

Wichtig ist in Italien die weihnachtliche Krippe! Sie darf in keinem Hause fehlen. Noch lange vor dem 24. Dezember wird sie in den Häusern aufgestellt. Das
Jesus-Kind findet seinen Weg aber erst am Weihnachtstag in die Krippe. 

Auch Weihnachtsbäume gehören in Italien dazu. Anders als bei uns stehen die Bäume in Töpfen. Sie haben also noch ihre Wurzeln. Bis zum 6. Januar bleibt der Baum in den italienischen Wohnzimmern stehen. An diesem Tag endet hier nämlich offiziell die Weihnachtszeit. 

In Rom ertönen Kanonenschüsse, um die Festlichkeiten einzuläuten. Heiligabend ist in Italien nur der Weihnachtsvorabend. Man trifft sich aber trotzdem zu einem gemeinsamen Abendessen, das meist ohne Fleisch serviert wird. Erst mit der Mitternachtsmesse beginnt in Italien das eigentliche Fest. 

Ein klassisches Weihnachtsgericht gibt es in Italien nicht. Klar ist nur, dass es im Anschluss Panettone geben wird und Spumante dazu getrunken wird. Geschenke gibt es auch hier am 25. Dezember. Die bringt in Italien das Christuskind. Ursprünglich brachte die Hexe Befana die Geschenke am Tag der
Heiligen Drei Könige — also am 6. Januar. Mittlerweile kommen Kinder aber in den Genuss, gleich zweimal beschenkt zu werden!  

Wenn man über Weihnachten und Italien redet, muss auch der Papst erwähnt werden! Am ersten Weihnachtstag spendet er den Menschen auf dem Petersplatz den wichtigen Segen Urbi et Orbi  im Anschluss an seinen Gottesdienst. Von dort wird der Segen live in die ganze Welt übertragen.

Weihnachtsbeleuchtung in Mailand

Polen

Weiter geht es nach Polen. Das Land steckt voller Traditionen und Bräuche, die das Weihnachtsfest hier zu etwas ganz Besonderem machen. 

Wenn in Polen der Tisch gedeckt wird, wird Heu unter die Tischdecke gelegt. Symbolisch steht das Heu für die Krippe, in die das Jesus-Kind gelegt wurde. Später können dann Heuhalme gezogen werden. Wer den längsten Heuhalm gezogen hat, den erwartet im nächsten Jahr das meiste Glück. 

Außerdem wirst du am Weihnachtstisch in Polen immer einen Teller mehr finden, als es Personen im Haushalt gibt. Der leere gedeckte Platz ist für einen Gast oder für die Seelen der Verstorbenen gedacht. Wusstest du, dass in Polen an Weihnachten früher nicht genäht werden durfte? Das hat damit zu tun, dass man die Seelen der Verstorbenen nicht annähen wollte, denn das würde ihnen die Rückkehr ins Jenseits unmöglich machen.

Weihnachten beginnt in Polen erst dann richtig, wenn der erste Stern am Himmel leuchtet. Gespannt blicken daher viele Kinder in Polen aus dem Fenster und versuchen den ersten Stern zu finden, damit das Fest beginnen kann. Wenn es so weit ist, wird zuerst festlich gegessen. Dann folgt die Bescherung. 

In Polen wird ein richtiges Festtagsessen serviert. Mindestens 12 Gerichte kommen hier auf den Tisch und keines von ihnen beinhaltet Fleisch. Es ist ein Brauch, dass jeder am Tisch von jeder Speise zumindest ein bisschen isst. Die Zahl 12 steht übrigens für die 12 Apostel oder die 12 Monate des Jahres. 

Eine weitere polnische Tradition ist es, dass man sich nach dem Essen eine Fischschuppe oder eine Gräte ins Portemonnaie legt. Denn das soll im nächsten Jahr besonders viel Glück bringen. 

Fazit

So unterschiedlich manche Bräuche in Europa auch sein mögen, eines haben sie alle gemeinsam: Das Weihnachtsfest verbindet alle und die Menschen kommen zusammen! Ob am Boxing Day in England oder symbolisch durch den extra Teller in Polen – Nächstenliebe spielt überall eine wichtige Rolle.

Wo würdest du gerne einmal Weihnachten verbringen? Welche kulinarischen Spezialitäten willst du dieses Jahr selbst ausprobieren? 

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