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Wandern in Rumänien – ein echter Geheimtipp!

Okay, zugegeben: Wandern in Rumänien klingt nicht für jeden nach der ultimativen Reise. Viele verbinden mit der Aktivität nichts anderes als stundenlanges Laufen, öde Landschaften und den Muskelkater am nächsten Morgen.

Dabei ist ein Wanderurlaub eine grandiose Möglichkeit, um zu entspannen, den Alltagsstress loszuwerden und etwas Neues im eigenen Tempo zu entdecken. Ob allein oder als Gruppe – ein Trip durch die Natur macht sich bezahlt, wenn man nur ein wenig Motivation und Neugier mitbringt!

Doch wohin soll die Reise in die Natur gehen? Locations für einen Wanderurlaub gibt es viele, doch wir möchten dir in diesem Artikel einen besonderen Geheimtipp ans Herz legen: Rumänien. „Rumänien?“, fragst du dich jetzt vielleicht. „Wieso ausgerechnet dahin?“

Wir geben zu, dass der südosteuropäische Staat normalerweise nicht wirklich im Rampenlicht der europäischen Bühne steht. Wahrscheinlich ist Rumänien ein wenig zu abgelegen für die meisten Reisenden aus Zentraleuropa, obwohl sich die weite Reise durchaus lohnen kann!

Wir möchten dir mit diesem Artikel einen kleinen Überblick über die schönsten Sehenswürdigkeiten Rumäniens liefern. Denn ob Natur, Kultur oder Geschichte – bei deiner Wanderung durch Rumänien hast du die Möglichkeit, ein bisher noch wenig betrachtetes Highlight Europas zu erkunden!

Rumänien – die Basics

Es ist ganz klar – wer ein Land nicht ausreichend kennt, wird es wohl kaum als nächstes Reiseziel in Betracht ziehen. Deswegen soll es zunächst einmal um die groben Fakten, das Wichtigste vom Wichtigen gehen. Kurz gesagt: Wandern in Rumänien in a nutshell.

An der Grenze von Zentral-, Süd- und Osteuropa, direkt am Schwarzen Meer, liegt die Republik Rumänien mit circa 20 Millionen Einheimischen. Historisch und kulturell lässt sich Rumänien in die Gebiete Moldau im Nordwesten (Funfact: Ja, der benachbarte Staat hat daher seinen Namen!), die Walachei im Süden, und Transsylvanien im Nordwesten unterteilen. Die Hauptstadt Bukarest befindet sich im Süden und beheimatet den größten Flughafen des Landes.

Ganze fünf Nachbarstaaten hat Rumänien: Bulgarien, Serbien, Ungarn, Moldau und die Ukraine. Große Teile der Donau dienen als natürliche Grenze zu Serbien und Bulgarien, und der Gebirgszug der Karpaten zieht sich halbmondförmig durch das ganze Land (Funfact #2: Die Karpaten sind mit insgesamt 1500 km die zweitlängste Gebirgskette Europas!). Ein wenig abgegrenzt zu jenen befindet sich außerdem das fast kreisförmige Apuseni‑Gebirge.

Vor allem für Höhenfans hat Wandern in Rumänien unglaublich viel zu bieten – ganze zehn Gipfel der Karpaten erreichen eine Höhe von 2500 m. Der höchste Punkt Rumäniens ist der Moldoveanu mit 2544 m, welcher sich im Făgăraș‑Gebirge befindet.

Insgesamt 14 Nationalparks und 16 Naturparks mit vielen Attraktionen hat das Land vorzuweisen. Fast ein Drittel des gesamten Landes ist von Gebirgen, Hochländern und Ebenen überzogen – hier findet jeder seine persönliche Wanderherausforderung!

Auch klimatechnisch lässt sich Rumänien nichts nehmen. Du magst es nicht, bei 30 °C im Schatten ewig lange Wanderwege entlangzulaufen? Dann haben wir gute Neuigkeiten, denn Rumänien liegt in der Zone des gemäßigten Klimas und es wird auch im Sommer meist nicht allzu heiß.

Perfekte Bedingungen für eine Wanderung – aber pass auf, je höher du kommst, desto tückischer kann das Wetter werden. Tipp: Überprüfe täglich die lokale Wettervorhersage und nimm vorsichtshalber noch eine Jacke mit, wenn es hoch hinausgehen soll!

Um uns die Sehenswürdigkeiten des Landes etwas genauer ansehen zu können, betrachten wir die drei historischen Teile des Gebietes im Folgenden nun etwas genauer.

Transsylvanien – ein kulturelles Highlight

Transsylvanien, auch Siebenbürgen genannt, liegt innerhalb des Halbmonds der Karpaten und hat vor allem kulturell viel zu bieten. Falls dir der Name Transsylvanien bekannt vorkommt, liegt dies bestimmt an dessen enger Verbindung zum wohl berühmtesten Vampir der Literaturgeschichte: Graf Dracula.

Dieser soll nämlich in dem gotischen Schloss Bran seine Residenz gehabt haben (das behaupten zumindest die Reiseführer des Schlosses!). Ob Vampirschloss oder nicht – Schloss Bran ist bis heute zu besichtigen, und befindet sich auf dem sogenannten Felsen Dietrichstein im Süden Siebenbürgens, ganz in der Nähe der Stadt Brasnov.

Schloss Bran

Wenn du schon einmal hier bist, eignet sich die Stadt hervorragend als Ausgangspunkt für ausgiebige Wandertouren. Im Poiana‑Ruscă‑Gebirge, welches die Verbindung zwischen dem Apuseni‑Gebirge und den Karpaten bildet, kannst du auf einer Höhe von 700 bis 1000 Metern ausgiebig die Seele baumeln lassen.

Auch ein Besuch des Piatra Craiului Naturparks bietet sich an. Unentdeckte Täler, wunderschöne Panoramen über Hügel sowie Bergdörfer und eine unglaubliche Artenvielfalt werden dir den Tag verschönern. Bei solchen sagenhaften Ausblicken sind die Anstrengungen vom Wandern schon fast vergessen!

Falls du lieber ein festes Ziel erreichen möchtest, lohnt sich eine Wanderung durch die 7‑Treppen‑Schlucht (auf Rumänisch: Canionul Șapte Scări). Wie der Name schon sagt, werden hier in einer engen Schlucht über viele Höhenmeter insgesamt sieben Treppen erklommen. An dem beliebten Ausflugsziel finden sich auch viele Einheimische, welche die Schönheit der Schlucht bestaunen und den Wasserfällen beim Plätschern zuhören.

Von Brasnov aus findet man die Schlucht leicht mittels Beschilderung und muss auch nur eine kleine Gebühr zahlen, um die Treppen ersteigen zu dürfen. Als Beginn einer Wandertour zur Piatra Mare Caban, einer Hütte auf dem Gipfel des Piatra‑Mare‑Gebirge, eignet sich die 7‑Treppen‑Schlucht hervorragend.

Südwestlich von Brasnov befindet sich außerdem die Stadt Zărnești am Piatra Craiului Gebirge, auch Königsgebirge genannt. Ob du nun zum Lespezi Berggipfel steigst, die verschiedenen Höhlen erkundest oder einfach nur die Berglandschaften genießt und den Ziegen beim Klettern zuschaust – hier ist für jeden eine passende Reiseroute dabei. Das perfekte Erinnerungsfoto lässt sich hier definitiv knipsen!

Ein Tagesausflug in die zweitgrößte Stadt des Landes, Cluj‑Napoca ist ebenfalls die Reise wert. Neben wichtigen Bauwerken aus Zeiten ungarischer und sächsischer Herrschaft ist auch ein Besuch des nahe liegenden Apuseni‑Naturparks möglich. Das 76 ha große Naturschutzgebiet bietet neben Bergen und Wäldern einzigartige Ausblicke, wunderschöne Wasserfälle und erstaunliche Steinformationen.

Wir sind uns sicher, dass dich die atemberaubende Schönheit Transsylvaniens überzeugen wird. Dabei ist das noch bei Weitem noch nicht alles, was Rumänien zu bieten hat!

Die Walachei oder auch Țara Românească

„Wenn du sagst, einer wohnt in der Walachei, dann heißt das: Er wohnt in der Pampa“ – das zumindest schreibt Wolfgang Herrndorf in seinem Jugendroman Tschick. Das ist jedoch weit gefehlt, denn die Walachei ist bei Weitem keine Einöde.

Das Gebiet der Walachei erstreckt sich über den kompletten Süden des Landes an der Donau entlang bis zum Schwarzen Meer. Im südlichen Gebiet Rumäniens befindet sich ebenfalls dessen Hauptstadt Bukarest (Funfact #3: Das, laut Guinnessbuch der Rekorde, schwerste Gebäude der Welt, der Parlamentspalast, befindet sich in hier!).

Im rumänischen Kernland lässt sich jedoch mehr als nur dessen Hauptstadt bestaunen. Hier gibt es viel Kulturgeschichte zu bestaunen, zusätzlich dazu sind die Wintersportmöglichkeiten im Bucegi‑Gebirge und eine die romantischen Weindörfer zahlreich.

Vor allem für seine Burgen ist das Land berühmt. Viele Fürsten ließen sich in damaligen Zeiten prachtvolle Bauten im Grünen bauen, welche noch heute zu besichtigen sind. Eines dieser Schlösser ist das Prachtschloss Peleș, welches mittlerweile zum Museum umfunktioniert wurde. Ganz in der Nähe der Stadt Sinaia kannst du das Königsschloss aus dem 19. Jahrhundert bestaunen und direkt danach den Naturpark Bucegi erkunden.

Schloss Peleș

Auch die berühmte Transfăgărășan‑Hochstraße verläuft durch die Karpaten der Walachei. Auf 117 km Länge verbindet sie das Argeş‑Tal mit dem Olt‑Tal in Transsylvanien. Es lohnt sich bereits nur wenige Kilometer auf der Straße zu fahren, welche sich eigentlich über ganze 28 Viadukte und 833 Brücken erstreckt.

Ob per Auto, oder besser noch per Fahrrad – die Aussichten der Hochstraße werden auch dich beeindrucken. Pass jedoch auf – gerne verirren sich Esel und Kühe auf die Straße. Es gilt: Vorausschauend fahren!

Transfăgărășan-Hochstraße

Moldau – Seelandschaften und Artenvielfalt

Zu guter Letzt wollen wir dir noch das Gebiet Moldau näherbringen, welches sich im Nordosten von Rumänien zwischen den Ostkarpaten und dem Fluss Prut befindet und an den Staat Moldawien angrenzt. Moldau hat für das Wandern in Rumänien nicht nur beeindruckende Wälder und eine reiche Artenvielfalt zu bieten. Besonders beeindruckend ist auch das Donaudelta, welches an der Mündung der Donau zum Schwarzen Meer liegt.

Über ein Gebiet von 5800 m² erstreckt sich jenes zweitgrößte Delta Europas, welches seit 1993 zum UNESCO‑Weltnaturerbe gehört. Einige Jahre später wurde aus dem Gebiet offiziell ein Biosphärenreservat mit seiner faszinierenden Vielfalt an Flora und Fauna.

Falls du vom Wandern so langsam genug hast, eignet sich das Donaudelta ebenfalls für eine kleine Bootsfahrt. Mit Ruderbooten können viele Kanäle nach Erlaubnis befahren werden. Sie sind also der perfekte Ort, um zu entspannen und die vielen einheimischen Vögel zu beobachten. Auch einige Burgruinen sind hier in den Hügeln zu entdecken.

Viele Klöster in der Gegend Moldau sind ebenfalls Teil des UNESCO‑Weltkulturerbes und können zu Fuß erkundet werden. Hierzu zählt unter anderem die Kirche des Klosters Arbore nahe der Stadt Solca. Unter dem komplizierten Namen Tăierea Capului Sfântului Ioan Botezătorul bekannt ist jene eine besondere Sehenswürdigkeit vor allem für Kulturinteressierte. (Funfact #4: Auf Deutsch bedeutet dies so viel wie: „Das Köpfen des Heiligen Johannes des Täufers“)

Die Seelandschaften in Moldau eignen sich prima für ausführliche Wanderungen, ganz ohne steile Anstiege. Sie bietet sowohl Tierfreunden als auch Biologen einiges an Attraktionen!

Fazit

Kein Aber! Das bisher von großen Massen Reisender verschont gebliebene Land ist für jeden Wanderinteressierten definitiv einen Ausflug wert

Ob du beim Wandern in Rumänien nun die Gebirge der Karpaten besteigst, die Klöster an der Donau besichtigst oder dir von beeindruckenden Burgen den Atem rauben lässt – eine Reise in Rumänien wirst du sicherlich nicht bereuen! Wir empfehlen dir in unserem Klimaleitfaden, in der Saison von Mai bis Oktober das Land zu besuchen, so wird es beim Wandern in den Gebirgen auch nicht zu kalt. Worauf wartest du also noch? Auf nach Rumänien!

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