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Wandern im Riesengebirge

Das Riesengebirge ist das Höchste in Tschechien und Schlesien, mit der Schneekoppe als höchster Gipfel des Landes. Die Landschaft bietet wundervolle Wandermöglichkeiten. Wir stellen dir hier alle Besonderheiten des Gebirges vor!

Unterkünfte

Für das beste Erlebnis beim Wandern im Riesengebirge zählt auch dein Startpunkt für die Route. Du hast die Möglichkeit, in einer Unterkunft in Polen oder Tschechien zu bleiben. Es gibt einige Hotels, Motels, Pensionen und Herbergen in verschiedenen Preisklassen. In einigen Unterkünften gibt es Restaurant oder Voll- oder Halbpension. Wenn du dich lieber selbst versorgst, gibt es auch ein paar Supermärkte in der Umgebung um das Riesengebirge herum. Bevor du dich dafür entschiedest, solltest du also planen, wo du übernachten möchtest, damit der Weg zum nächsten Supermarkt nicht zu weit ist. Doch auch wenn du dich für diese Möglichkeit entscheidest, empfehlen wir dir einen Restaurantbesuch, um ein paar der Spezialitäten aus dem Riesengebirge zu probieren.

Regionale Spezialitäten

Die Grundlagen für viele Gerichte sind zum Beispiel Pilze, Blaubeeren und andere Früchte, die in dem Gebiet wachsen. Viele Speisen werden außerdem aus Kartoffeln hergestellt. Sehr bekannt ist zum Beispiel die Sauerteigsuppe Kyselo. Die deftige Mehlsuppe wird mit Pilzen und Rührei serviert. Sejkory sind tschechische Kartoffelpuffer. Sie waren früher ein Essen der ärmeren Leute, da sie aus wenigen Zutaten zubereitet werden, heute erfreuen sie sich großer Beliebtheit bei Festen und Jahrmärkten. Weitverbreitet sind zudem die Zelníky, eine Art herzhafte Plätzchen. Sie enthalten unter anderem Sauerkraut und Majoran.

Eine populäre Süßspeise ist das Pumprnikl, Lebkuchen aus dem Riesengebirge. Dem Teig wird Hagebutten-Karamell, Eicheln- und Sanddorn-Mehl hinzugefügt, um den besonderen, süßen Geschmack zu erzeugen.

Wanderrouten

Beim Wandern im Riesengebirge führen dich verschiedenste Wanderrouten hoch hinauf. Wir stellen dir ein paar der Routen vor, die zu den Sehenswürdigkeiten führen.

Tschechisch-polnischer Freundschaftsweg

Sehr bekannt ist der 17 Kilometer lange tschechisch-polnische Freundschaftsweg. Diese Route ist sehr beliebt und lockt mit einer fantastischen Aussicht über das Riesengebirge und dem Highlight der Tour der Schneekoppe. Ein Startpunkt der Route ist die Spindlerbaude, ein Hotel, das an der Grenze zu Polen am Spindlerpass liegt. Von dort aus gelangst du auf den roten Wanderweg, der dich bis auf die Schneekoppe führt.

Am Mittagsstein kannst du einen kleinen Zwischenstopp einlegen. Etwas weiter auf deinem Weg in die Höhe kommst du an dem Kleinen und dem Großen Teich (Mały Staw und Wielki Staw) vorbei. Die beiden Bergseen befinden sich auf polnischer Seite des Riesengebirges. Der Wielki Stwa ist der größte durch Gletschereis und Schmelzwasser entstandene Bergsee.

Die nächste Station ist das leuchtend gelbe Schlesierhaus. Das Hotel liegt direkt unter dem Gebirgspass der Schneekoppe. Von dort aus gibt es zwei Wege zum Gipfel – einen steileren und einen etwas einfacheren, asphaltieren. Oben angekommen kannst du die Aussicht über das Riesengebirge vom höchsten Berg Tschechiens genießen.

Von Spindlermühle zur Elbquelle

Spindlermühle ist ein beliebter Urlaubsort und Ausgangspunkt für einige Touren. Diese Wanderung beginnt an der Seilbahn nach Medvědín (Schlüsselberg oder Bärenberg). Bei der Fahrt hast du einen schönen Ausblick über die Landschaft. Mit der Seilbahn fährst du bis nach Jilemnická bouda und von dort aus mit dem Bus bis Vrbatova bouda (Elbfallbude). Das Gebäude liegt auf einem Berg und so kannst du weit über das Riesengebirge schauen.

Danach startet deine Wanderung zu Fuß. Die einzelnen Wanderrouten sind gut ausgeschildert und mit Farben gekennzeichnet. Der rote Wanderweg führt vorbei an dem Pančavský-Wasserfall (Pantschefall), welcher mit einer fantastischen Ansicht der Berge und des Tals beeindruckt. Er ist außerdem der höchste Wasserfall des Landes. Der nächste Stopp ist die Elbhütte, die circa einen Kilometer entfernt von der Elbquelle liegt. Der gemauerte Ring der Elbquelle ist die symbolische Quelle, da der tatsächliche Quellort 300 Meter weiter auf der Elbwiese liegt und aus Naturschutzgründen nicht betretbar ist. Etwas später wurde eine rote Felssteinwand mit den Wappen der wichtigsten Städte, durch die die Elbe fließt, ergänzt.

Bergmannsweg

Eine ebenfalls schöne Route ist zum Beispiel derBergmannsweg. Dieser startet in der Gemeinde Rýžoviště. Von dort aus führt eine gelb markierte Route zum Bergkamm Ptačince. Auf dem Weg siehst du die Überreste vom damaligen Transport von Bleiglanz. Die Vermutung ist, dass dort auch nach Gold und Silber gesucht worden ist. Wenn du dich für das Thema interessierst, kannst du das Bergbaumuseum in Harrachov besuchen.

Dieser Weg führt darüber hinaus zum Ufer des Mumlava und dem bildschönen Mummelfall. Dieser Wasserfall ist nicht des größten Tschechiens, aber das Landschaftsbild verzaubert seit Jahren die Touristen. In der Nähe befindet sich ein kleines Restaurant, wo du eine Pause einlegen kannst.

Der Mummelfall im Riesengebirge

Bienenlehrpfad

In Harrachov startet der 3,5 Kilometer lange Bienenlehrpfad. Dort erfährst du alles über die kleinen Tierchen und bekommst einen Einblick in Arbeit der Bienenzüchter. An verschiedenen Stationen kannst du regional hergestellten Honig, Seifen und Kerzen kaufen. Der Weg führt außerdem vorbei an wunderschönen Blumenwiesen, wo du neben den Bienen auch bunte Schmetterlinge beobachten kannst.

Flora und Fauna

Bei deiner Wanderung im Riesengebirge bekommst du die Möglichkeit, einen Einblick in die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt zu erhaschen.

Flora

Die Vegetation dort ist in vier Ebenen eingeteilt. Die erste Ebene ist die submontane, dort finden sich überwiegend Fichten und etwas weniger häufig Mischwälder. Auch ein paar kleinere Pflanzengewächse, wie zum Beispiel die schönen Buschwindröschen verzieren die Umgebung.

Auf der zweiten, der montanen Ebene, wanderst du durch Fichtenwälder, wo die Bäume mit diversen Moosen, Flechten und Pilzen bedeckt sind. Zwischen den Wäldern befinden sich einige Wiesen, auf denen unter anderem die gelben Blüten der Veilchen und Arnika blühen.

Etwas weiter oben befindet sich die subalpine Ebene, wo sich etwas seltenere Pflanzenarten befinden. Dort wächst zum Beispiel die Krummholzkiefer. Außerdem befinden sich hier zahlreiche Moore. Das Klima ist besonders rau und die Temperaturen schwanken, wodurch der Boden taut und wieder gefriert. So entstand die Riesengebirgstundra, auf der überwiegende Grasarten wachsen. Im September wird das Landschaftsbild durch den blauen Schwalbenwurz-Enzian beherrscht.

Hoch oben ist dann die vierte Ebene, die alpine. Dort wachsen vorwiegend kleinere Pflanzengewächse wie Kräuter und Flechten. Auf deinem Weg nach oben auf den Gipfel kannst du diese unterschiedlichen Ebenen und die Veränderungen der Flora sehr gut beobachten.

Fauna

Neben der Pflanzenvielfalt merkst du von Ebene zu Ebene große Veränderungen in der Tierwelt. Auf der unteren Ebene leben Tiere, die du typischerweise aus europäischen Mischwäldern kennst, zum Beispiel Spechtmeisen, Habichte, Uhus oder auch größere Tiere wie Rehe, Hirsche und Füchse.

Etwas weiter höher sind verschiedene Käferarten, wie zum Beispiel Bock- und Borkenkäfer, sowie einige Vogelarten oder auch Rothirsche beheimatet. Auf den Bergwiesen der subalpinen Ebene kannst du allerlei Schmetterlingsarten bewundern. Hoch oben auf der alpinen Ebene leben vor allem unterschiedliche Vogelarten oder kleine Säugetiere wie die Spitzmaus.

Ein röhrender Rothirsch im hohen Gras

Mythen und Legenden

Ein Märchen, dass wohl jedes Kind kennt, ist die Geschichte über Rübezahl. Er ist einer der berühmtesten Bewohner des Riesengebirges und taucht in den Erzählungen oft als Schrat oder Berggeist auf. Mal ist er der Beschützer eines Bergschatzes, mal ein böser Mönch oder ein Wanderer, der die Menschen vom Weg abbringt. In den meisten Märchen ist er jedoch freundlich gegenüber guten Menschen und bestraft lediglich die bösen.

In dem bekanntesten Märchen lebt Rübezahl in einem Reich unter der Erde und entführt eine Prinzessin dorthin, die er heiraten möchte. Sie verspricht dies zu tun, wenn er ihr sagen kann, wie viele Rüben sich auf seinem Feld befindet. Rübezahl beginnt mit dem Zählen und bemerkt nicht, dass die Prinzessin in der Zwischenzeit flieht. Sie verspottet ihn danach mit dem Namen Rübezahl, denn sein eigentlicher Name ist Herr der Berge.

Mittlerweile ist Rübezahl zu einem Wahrzeichen des Gebirges geworden und ist auf etlichen Ansichtskarten und Abzeichen zu sehen. Nach ihm wurde sogar ein 9,5 Kilometer langer Wanderweg benannt. Er startet in der Nähe des Bärenbergs (Medvědína) und erzählt die Geschichte der Figur.

Figur von Rübezahl

Fazit

Das Riesengebirge kann mit anderen Nationalparks locker mithalten. Gerade die verschiedenen Höhenebenen, wo man die Anpassung der Natur an die klimatischen Bedingungen sehen kann, sind besonders interessant.

Beim Wandern im Riesengebirge entdeckst du verborgene Höhlen, reißende Flüsse und Wasserfälle und luftige Aussichtsplattformen! In der Umgebung kannst du in den Hotels auch einfach mal ausspannen oder spannende Museen besuchen. Vor Ort erfährst du einiges über die Natur und die Geschichte der Entwicklung des Riesengebirges. Besonders ist, dass du zu jeder Jahreszeit etwas unternehmen kannst – egal, ob Wandern im Sommer oder Skifahren im Winter.

Also packe deinen Rucksack und stiefel los, um die märchenhafte Landschaft des Riesengebirges zu erkunden!

Sarah Rasch

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