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Shimanami Kaidō – die beste Radtour Japans

Du bist gerade in Japan und hast genügend Tempel und Schreine gesehen? Oder du planst gerade eine Reise nach Japan, die du möglichst abwechslungsreich gestalten willst? Dann können wir dir etwas ganz Besonderes vorstellen: Shimanami Kaidō. Das ist ein – nein, der beste Fahrradweg, den dir Japan zu bieten hat. Von CNN wurde er als „eine der sieben besten Radrouten der Welt“ benannt!

Übersetzt heißt der Name „Insel-Welle Meerstraße“, denn sie verbindet die Hauptinsel Honshu mit der Insel Shikoku über sechs kleine Inseln! Die Brücken dazwischen unterscheiden sich alle in Form, Farbe und Länge. Die Jahreszeiten und das Meer sorgen immer für neue Eindrücke. Klingt gut? Dann pass auf und notiere dir die wichtigsten Dinge, bevor du deine Reise nach Japan buchst!

Alles, was du vor der Abfahrt wissen musst

Startpunkt: Onomichi

Deine Tour wirst du in Onomichi beginnen. Die ruhige Hafenstadt befindet sich 40 Minuten östlich von Hiroshima. Erreichen kannst du den Bahnhof Shin-Onomichi mit deinem Japan Rail Pass per Sanyō Shinkansen-Linie von Hiroshima aus. Sie liegt an der Seto-Inlandsee und erstreckt sich neben dem Festland ebenfalls über mehrere kleine Inseln. 

Bekannt ist sie besonders durch ihre große Anzahl an buddhistischen Tempeln, allen voran der Jōdo-ji. Dieser wurde 1306 erbaut und nach nicht einmal 20 Jahren durch einen Brand zerstört. Die Bevölkerung half dabei, die wichtigsten Gebäude wieder aufzubauen. Heute hausen in den Gebäuden des Tempels mehrere wichtige Kulturgüter, unter anderem wunderschöne Seidenmalereien. Erreichen kannst du den Jōdo-ji auf dem sogenannten „Temple-Walk“, der knapp 2,5 km lang ist und 200 m vom Bahnhof entfernt beginnt. Dieser verbindet 25 kleine Tempel miteinander und verläuft über eine hügelige Straße, bei der du Ausdauer benötigen wirst. Du kannst dir im Touristeninformationsbüro in der Nähe des Startpunktes eine Karte mitnehmen, auf der der Weg eingezeichnet ist.

Die Tempel sind für japanische Standards nicht wirklich atemberaubend, doch ganz nett anzusehen. Die Aussicht über das Binnenmeer und die Stadt und Inseln ist den Spaziergang aber auf jeden Fall wert. Der beste Ort, um die Aussicht zu genießen, ist die kostenfreie Senkō-ji Observation Platform im Senkō-ji-Park. Diese kannst du entweder zu Fuß oder mit der Seilbahn erreichen, falls du nicht so viel gehen willst. Während der Kirschblütenzeit zählt dieser romantische Ort als einer der besten 100 im Lande. Der Weg führt auch durch die engen Gassen der Wohnviertel mit ihren kleinen Läden und Schulen.

Eine enge Gasse in Onomichis

Checkliste für deine Fahrradtour

Nachdem du jetzt ein paar Stunden in Onomichi verbracht hast, kann es auch mit der Fahrradtour losgehen! Natürlich erst nachdem du alles Wichtige eingepackt hast. Lass uns dir mit dieser Checkliste unter die Arme greifen.

Ein geeignetes Fahrrad

Natürlich musst du nicht mit deinem eigenen Fahrrad nach Japan reisen! An und um der Shimanami Kaidō-Route gibt es nämlich zehn Fahrradverleihe. Unter anderem auch in Onomichi und in Imabari, dem Endpunkt der Fahrradtour. Am besten leihst du dein Fahrrad direkt am Bahnhof in Onomichi aus. Es gibt eine große Auswahl an verschiedenen Arten von Fahrrädern, die mal mehr, mal weniger für die Tour geeignet sind. Tipp: Teste die Gangschaltung des Fahrrads, bevor du losfährst!

Das Tolle daran ist, dass die Fahrräder nicht nur dort zurückgegeben werden können, wo man sie ausgeliehen hat, sondern auch in allen anderen Verleihen! Solltest du dein Fahrrad online reservieren, zahlst du den Preis der Ausleihe sowie eine Kaution, die du nur wieder bekommst, wenn du das Fahrrad am selben Verleihstandort wieder abgibst. Außerdem müssen die Fahrräder bis zu einer bestimmten Uhrzeit abgegeben werden, weil ansonsten eine zusätzliche Gebühr anfällt.

Für Leute, die hohe Ansprüche an ihr Fahrrad haben, gibt es den Anbieter GIANT. Dieser bietet nur Rennräder zum Verleih, allerdings kosten diese deutlich mehr.

Kopfschutz

Wir empfehlen dir eine Reise nach Japan im Sommer nicht, weil das Klima extrem heiß und schwül ist und es noch dazu Regenzeiten gibt. Falls du aber trotzdem bei sehr warmen Wetter unterwegs bist, solltest du darauf achten, eine geeignete Kopfbedeckung als Schutz vor der Sonne zu tragen und mehrere Pausen im Schatten zu machen. Auch Sonnencreme nicht vergessen! Wir empfehlen dir immer einen Helm zu tragen. Den kriegst du beim Fahrradverleih ohne Aufpreis dazu.

Geeignete Kleidung

Empfehlenswert ist lockere und leichte Kleidung wie Sportoberteile, bei denen der Schweiß schnell trocknet. Ansonsten ist hier Zwiebel-Look angesagt. Denn es kann schon sein, dass auf der Brücke Wind weht, vor allem abends. Da schafft eine Fleece-Jacke Abhilfe. Eine gepolsterte Fahrradhose könnte eventuell auch ein Lebensretter sein!

Informiere dich über andere Transportmittel

Wenn du nicht den ganzen Weg wieder zurückradeln willst, musst du dich unbedingt im Voraus über Fähren, Züge und Busse informieren. Die Informationen gibt es meist nur auf japanischen Webseiten. Der Zug von Imabari nach Onomichi ist vom JR-Pass gedeckt, dauert allerdings ganze 3,5 Stunden, also plane deinen Tag gut! Ansonsten gibt es an Wochenenden einen Expressbus, auf dem du mit dem Fahrrad einsteigen kannst, oder sonst öffentliche Busse, bei denen du umsteigen musst und die ziemlich teuer sind. Zusätzlich gibt es auch mehrere Kurzstrecken-Fähren.

Bring Bargeld mit

Das liegt auf der Hand: Da die meisten Orte in Japan keine Kartenzahlung annehmen, musst du immer Bargeld dabeihaben. Das brauchst du nicht nur für Verpflegung und Transport, sondern in kleineren Mengen auch für die Mautstellen an den Brücken. Um den Tourismus zu fördern, fällt die Maut aber oft auch weg!

Getränke

Bevor du losfährst, solltest du dir in Onomichi auf jeden Fall in den zahlreichen Convenience Stores wie Lawson7-Eleven oder FamilyMart etwas zu Trinken und eventuell zu Essen kaufen. Im Laufe der Tour wirst du noch ein paar Getränkeautomaten antreffen, falls dir die Energie ausgeht. Wir empfehlen dir Sportdrinks wie Pocari Sweat oder Aquarius. Das sind isotonische Erfrischungsgetränke ohne Kohlensäure. Ansonsten kannst du dir auch in Jelly kaufen, das in Japan am besten verkaufte Geleegetränk für Sportler. In diesen Geschäften kannst du auch kostenfrei die Toilette benutzen.

Getränke am Meer

Lass uns losradeln!

Jetzt solltest du bestens für die Reise vorbereitet sein.

Die Strecke der Shimanami Kaidō-Route verläuft zu einem großen Teil parallel zur Nishi-Seto-Autobahn. Sie beträgt ca. 70 km und erfordert 5 bis 6 Stunden für körperlich fitte Leute und ungefähr 10 Stunden für Anfänger. Die Dauer hängt nicht zuletzt davon ab, ob du auf dem Weg anhältst und vom Weg abkommst, um dir die Inseln anzuschauen. Daher empfehlen wir dir, bis 8 Uhr morgens aufzubrechen. Wenn du alles sehen willst und es langsam angehen willst, könntest du die Tour auch über mehrere Tage verteilen.

Du kannst zwischen drei Routen auswählen. Die Route für Anfänger umkreist die Küste der ersten Insel, Mukaishima. Route 2 für etwas erfahrenere Radler führt über drei Inseln und endet im Hafen Setoda-sawa, wo du auf die Fähre zurück nach Onomichi steigst. Die volle 70 km Route stellen wir dir im Folgenden vor.

Von Onomichi wirst du als Erstes mit einer Fähre auf die Insel Mukaishima übersetzen. Die Route ist mit einer blauen Linie auf dem Asphalt versehen. Folge der Linie ungefähr für 10 km und schon bist du bei der ersten Brücke nach Innoshima angekommen, die 1 270 m lang ist. Du wirst hier von einer Dinosaurier-Statue begrüßt. Verrückt! Innoshima hat mehr zu bieten als die erste Insel, zum Beispiel einen Wasserpark (der nur im Juli und August geöffnet ist) und ein Schloss, das einst Piraten gehört hat. Dazu gibt es am Gipfel des Berges Shirataki ebenfalls einen Tempel. Die Attraktionen liegen jedoch alle abseits des Fahrradwegs auf der anderen Seite der Insel. 

Nach 8 km auf Innoshima erreichst du die 790 m lange Brücke nach Ikuchijima. Diese Insel ist berühmt für ihre Zitrusfrüchte. Wiederum abseits der Route befindet sich der einzigartige Kosan-ji Tempel. Dieser wurde von einem reichen Unternehmer gegründet und beinhaltet Nachbauten verschiedener berühmter Bauten, wie z.B. die Phönixhalle des Byōdō-in in Uji (Präfektur Kyoto). Dort gibt es auch eine Höhle mit Darstellungen der Hölle sowie eine Zone mit Marmor aus Italien. Sogar ein italienisches Restaurant gibt es in der Nähe – natürlich auch aus Marmor gemacht! Das ist nicht dein typischer buddhistischer Tempel.

Die 1 480 m lange Tatara-Brücke verbindet Ikuchijima mit der Insel Ōmishima, die größte der Inselgruppe. Die Schrägseilbrücke ist wirklich faszinierend und sieht elegant aus. Ōmishima bietet den Ōyamazumi-Schrein sowie das Toyo Ito Museum of Architecture.

Die nächste Brücke spannt sich nur über 328 m und verbindet die Insel mit Hakatajima. Der Hakata S.C. Park bietet dir eine nette Verschnaufpause mit einem kleinen Strand. Von hier aus siehst du die nächste und vorletzte Brücke schon in der Ferne.

Diese 1 165 m lange Hängebrücke führt nach Ōshima, wo du einige anstrengende Hügel überwinden musst, bis du die letzte und längste Brücke erreichst. Die Kurushima Kaikyō-Brücke misst ganze 4 105 m und war bei ihrer Fertigstellung 1999 die längste Hängebrücke der Welt. Herzlich willkommen auf Shikoku! Jetzt bleibt nichts anderes, als nach Imabari zu fahren, um dein Fahrrad abzugeben. Mach zuerst ein Erinnerungsfoto mit dem Maskottchen der Fahrradroute, und dann ab zurück nach Honshu.

Eine der Brücken entlang der Route

Fazit

Der Shimanami Kaidō-Radweg bietet dir unglaubliche Aussichten über den Seto-Inlandsee und dessen Inseln. Hier kannst du nicht nur einzigartige Idyllen erleben und eine natürlichere Seite Japans entdecken. Nicht umsonst ist Shimanami Kaidō ein beliebtes Reiseziel für Einheimische und Touristen. Wenn du die Chance dazu hast,  solltest du unbedingt über die kleinen Inseln hinweg radeln und die atemberaubenden Brücken erleben – egal, welche Route du wählst.

Zum Seto-Binnenmeer gehören über 3 000 Inseln – viele sind zwar unbewohnt, andere sind jedoch allemal einen Besuch wert. Zum Beispiel Miyajima mit ihrem berühmten torii oder Ōkunoshima, die Haseninsel. Wir wünschen dir viel Spaß beim Inselhopping!

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