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Route 66 – Einmal quer durch die USA

Mit Wind in den Haaren und dem Gefühl vollkommener Freiheit über die Straßen sausen – genau das scheint die weltbekannte amerikanische Route 66 zu versprechen.

Die Route 66 hat sich zu einer der größten Attraktionen der USA entwickelt und wird dich jedes Mal aufs Neue zum Staunen bringen. Mit einst 3945 Kilometer Länge führt sie dich durch die unterschiedlichsten Landschaften und Orte des Landes.

Was diese Straße einst ausmachte und was du auf deinem Roadtrip auf keinen Fall verpassen solltest, zeigen wir dir in diesem Artikel.

Die Geschichte der Route 66

Die Anfänge

Die Route 66 gilt als eine der ersten Straßen in den USA, die Ost und West miteinander verbindet. Ziel war es, die Industrie im Osten mit dem verheißungsvollen Kalifornien zu verbinden. Viele Menschen nutzten den Weg in den Westen, um ihren Traum nach einer besseren Zukunft zu verwirklichen.

Die Straße wurde jedoch nicht komplett von Neuem erbaut. Stattdessen wurden zum Teil bereits bestehende Wege aneinandergefügt, sodass eine durchgehende Verbindung entstand. Dadurch konnte sie 1926 recht schnell der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der komplette Ausbau war jedoch erst 1938 vollendet.

Du fragst dich bestimmt, warum ausgerechnet die Straßennummer 66 ausgewählt wurde. Die Antwort ist recht simpel: Sie war eine der wenigen Nummern, die in allen Bundesstaaten, durch die sie hindurchführt, noch nicht vergeben war.

Blütezeit

In den 50er und 60er Jahren blühte die Route 66 so richtig auf. Restaurants, Cafés, Motels und Tankstellen sammelten sich an, um den Vorbeifahrenden ihre Reise zu erleichtern. Die Wirtschaft profitierte stark von ihr und teilweise entsprangen sogar komplett neue Ortschaften.

Immer mehr und mehr Geschäfte fanden ihren Standort an der Route 66. Mit steigender Konkurrenz, tat man alles, um sich gegenseitig zu übertreffen. Es entstanden zahlreiche extravagante und auffällige Bauwerke. Genau diese Bauten sind es, die die Menschen heute weiterhin anziehen und den Charme der Route 66 ausmachen.

Das Ende

Leider ist die einst 3945 Kilometer lange Strecke heute nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form wiederzuerkennen. Die Anforderungen an Straßen haben sich verändert und die Route 66 ist dem steigenden Verkehr nicht mehr gerecht geworden.

Trotz Arbeiten an der Strecke ist sie an einigen Abschnitten nicht mehr als ein einfacher Feldweg – nicht gerade ideal für größere Verkehrssituationen. Die Lösung: modernere und sicherere Interstates ersetzten den Highway.

1985 ist der Highway dann offiziell von den Landkarten verschwunden, lebt aber in den Herzen der Menschen weiter. Jedes Jahr kommen unzählige Menschen in die Vereinigten Staaten, um das Land auf der Route 66 zu durchfahren und das Gefühl von Nostalgie und Freiheit zu spüren.

Heute

85 % der Originalroute sind noch befahrbar, der Großteil der Strecke jedoch einsam und verlassen. Du begegnest hier nur noch Einheimischen oder Gleichgesinnten. Alle anderen sind auf den schnelleren Interstates unterwegs.

Das Ende der Route 66 bedeutete auch das Ende für eine Vielzahl von Unternehmen und teilweise sogar von Orten. Du wirst also so einige Ruinen auf deinem Weg antreffen, die unter anderem den Charme der Strecke ausmachen.

Wenn du noch mehr über die Vergangenheit der Mother Road lernen willst, dann erwarten dich entlang der Strecke die unterschiedlichsten Museen.

Dein Roadtrip

Die Route 66 führt dich durch acht US-Bundesstaaten, drei Zeitzonen und verschiedene Klima- und Höhensituationen – ein langer Weg und ein echtes Abenteuer, was dir da bevorsteht! Ohne die richtige Planung wirst du aber nicht weit kommen. Dabei wollen wir dir helfen.

Die Strecke

Zunächst einmal ist es komplett dir überlassen, in welcher Richtung du die Route 66 abfährst. Am beliebtesten ist der Weg von Ost nach West. Es hindert dich aber auch nichts daran, im Westen zu beginnen oder nur Teilstrecken abzufahren.

Da es den Highway offiziell nicht mehr gibt, findest du ihn nicht mehr auf Landkarten und auch Straßenbeschilderungen sind eher spärlich. Ab und zu kannst du sie jedoch als Historic Route 66 entdecken.

Du musst dir deinen Weg also vorher sorgfältig überlegen und zurechtlegen. Am besten besorgst du dir einen guten Reiseführer!

Route 66 Emblem auf der Straße

Stopps

Über 250 mögliche Attraktionen befinden sich auf der Strecke. Du musst entscheiden, welche davon du sehen willst – wo willst du anhalten und wo einfach vorbeifahren?

Möchtest du am erstaunlichen Grand Canyon stoppen oder das berühmte Nachtleben in Las Vegas erleben? Auch das solltest du dir im Voraus überlegen. Auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehen wir gleich nochmal ein.

Reisezeit

Besonders wichtig bei deinem Roadtrip ist es, die richtige Reisezeit auszuwählen – sei auf jegliches Wetter vorbereitet. Von Wind und Regen zu Sonne und Hitze, aber auch Schnee kann dir alles entgegenkommen – du durchquerst schließlich fast das ganze Land.

Die Monate April und Mai sowie September und Oktober scheinen sich am besten zu eignen. Die kalten Wintermonate sind vorbei bzw. noch nicht angebrochen, du reist aber auch nicht in die heißesten Sommermonate hinein.

Wie lange du für die Strecke benötigst, hängt allein von dir ab. Mit mindestens 14 Tagen solltest du aber doch schon rechnen.

Hinweise

Vergiss nicht regelmäßig Pausen zu machen und überanstrenge dich nicht! Besonders in den heißen Sommermonaten solltest du darauf achten, genügend zu trinken.

Nimm bei deinen Stopps deine Sache und deinen Müll wieder mit. Verhalte dich respektvoll und verantwortungsvoll gegenüber deiner Umwelt, anderen Menschen und der Natur.

Halte dich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, sie sind dort aus bestimmten Gründen. Besonders wichtig – vergiss nicht, ausreichend zu tanken!

Durch 8 Bundesstaaten auf der Route 66

Die Main Street of America zeigt dir Landschaften von acht US-Bundesstaaten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. In jedem Staat gibt es jede Menge zu entdecken.

Neben größeren Städten ist die Route 66 gesäumt von Roadside Attractions wie alten Motels, Ruinen und Werbetafeln, Restaurants, Museen, Drive-Ins etc.

Einige der wichtigsten Stopps haben wir dir hier nach Staaten von Ost nach West sortiert aufgelistet.

Illinois

Die Route beginnt im Bundesstaat Illinois. In Chicago befindet sich an der East Adams Street/Michigan Avenue das ‚Begin‘-Schild. Was nicht sehr spektakulär klingt, ist es auch nicht. Dennoch ein Klassiker. Etwas kreativer findest du an der Adams Street/Wabash Avenue eine farbig gestaltete Landkarte.

Wenn du schon in Chicago bist, dann lass es dir nicht entgehen die Metropole selbst auch zu erkunden!

Sobald du dich dann auf der eigentlichen Route 66 befindest, ist das erste Wahrzeichen der Gemini Giant – ein riesiger Raumfahrer. Er ist einer von vielen – aber wenig verbliebenen – Werbefiguren, die Aufmerksamkeit erregen sollten.

In Springfield, der Hauptstadt von Illinois, fährst du direkt am Kapitol vorbei. Neben der Heimat von Präsident Abraham Lincoln finden auch die beliebten Corn Dogs hier ihren Entstehungsort. Warum also nicht im Cozy Dog Drive‑In haltmachen und einen probieren?

Zwischen Chicago und Springfield befindet sich das Städtchen Pontiac – die Mural City. Über den Ort verteilt warten 23 Wandgemälde darauf, entdeckt zu werden. Eines – die größte Zeichnung des berühmten Route 66 Emblems – befindet sich direkt am Gebäude der Route 66 Hall of Fame and Museum.

Missouri

Dann überquerst du auch schon den Mississippi River nach St. Louis, Missouri. Die Chain of Rocks Bridge wurde speziell für die Route 66 erbaut, ist heute jedoch nur für Fußgänger und Radfahrer zugänglich. Perfekt für eine Pause und um sich die Beine zu vertreten, mit einem unglaublichen Ausblick auf den längsten Fluss der USA! Um den Mississippi dann mit dem Auto zu überqueren, musst du die nördlichere Interstate 270 nutzen.

Auch St. Louis ist einen längeren Halt wert. Sie ist die größte Stadt zwischen Chicago und Los Angeles und bekannt als Gateway to the West.

Ein bekanntes Fotomotiv ist außerdem die unübersehbare Neonleuchtreklame des Munger Moss Motels in Lebanon. Wer bei den hohen Temperaturen draußen eine Abkühlung benötigt, sollte in Stanton die riesigen unterirdischen Tropfsteinhöhlen Meramec Caverns besuchen.

Kansas

Die kürzeste Zeit verbringst du in Kansas – nur 21 Kilometer fährst du durch die südöstlichste Ecke des Staates. Die Rainbow Bridge, eine Betonbogenbrücke, gilt als historisches Wahrzeichen. Auch alte Tankstellen und Cafés kannst du erspähen.

Pixar-Fans sollten in Galena aufmerksam sein, um Hook aus dem Animationsfilm ‚Cars‘, oder zumindest seine Inspiration, ausfindig zu machen!

Oklahoma

In Oklahoma fährst du dann zunächst in Richtung Tulsa, vorbei am bekannten Blue Whale of Catoosa, der Reisende damals sowie heute anlockt.

Tulsa, als zweitgrößte Stadt des Staates, und Oklahoma City, als Hauptstadt, sind beide ebenso eine Erkundung wert, wenn du Zeit dafür hast.

Neben der Old Round Barn, eine der ältesten Attraktionen von 1898, solltest du in Arcadia Pops on 66 besuchen. Hier werden über 700 verschiedene Limonadensorten angeboten – alle durchzuprobieren schaffst du in einem Trip vermutlich aber nicht.

Texas

In Texas triffst du nahe Amarillo auf die Cadillac Ranch. Zu sehen sind zehn Cadillacs, die schräg in den Sand versenkt sind. Hier kannst du dich mit einer der bereitgestellten Sprühdosen verewigen, wie es auch bereits Tausende vor dir getan haben. Was ein Anblick!

Sobald du Adrian erreichst, hast du die Hälfte der Strecke nach 1833 Kilometern geschafft. Glückwunsch! Jetzt liegen nur noch weitere 1833 Kilometer vor dir. Bevor es weitergeht, warum sich nicht mit einem Snack im Midpoint Café belohnen? Ein Bild mit dem Route 66 Midpoint Sign ist natürlich auch Pflicht.

Besprühte Cadillacs im Sand in Amarillo an der Route 66

New Mexico

Die Grenze von Texas nach New Mexico überquerst du durch Glenrio, eine der Städte, die das Schicksal besonders hart getroffen und zur Geisterstadt gemacht hat. Hier kannst du in beiden Bundesstaaten gleichzeitig stehen. In Tucumcari, dem ersten größeren Ort hier, befindet sich das Blue Swallow Motel, das nicht zu übersehen ist. Sein aufmerksamkeitserregendes Leuchtschild in Form einer blauen Schwalbe ist ein überaus beliebtes Fotomotiv.

Leuchtreklame am Blue Swallow Motel

Wer eine weitere Abkühlung braucht, hält in Santa Rosa am Blue Hole, ein wunderschöner kristallklarer Naturpool, der sowohl bei Schwimmern als auch Tauchern beliebt ist.

Als älteste Hauptstadt der USA ist Santa Fe ein wahrer historischer Kern. Albuquerque hingegen ist die größte Stadt des Staates. Eine Gondelfahrt zur Sandia Peak belohnt dich mit einem spektakulären Ausblick auf die Landschaft. Wer alte Hollywood Filme liebt und lebt, sollte in Gallup im El Rancho Hotel haltmachen. Hier übernachteten Stars wie John Wayne, Katherine Hepburn und Humphrey Bogart.

Arizona

Im letzten Bundesstaat vor dem Ziel kannst du in Arizona jede Menge erleben – auch mit Tagesausflügen abseits der Route. Plane hier genug Zeit ein!

Hier befindet sich zudem einer der besterhaltendsten Abschnitte der Route 66 – von Flagstaff bis Seligman erwartet dich ein Traum an Wüstenlandschaft. Übrigens: Seligman diente als Vorlage für das Örtchen Radiator Springs in ‚Cars‘.

In Holbrook ist eines von drei faszinierenden Wigwam Motels – 15 alte Zelte aus Beton. Wer eine Übernachtung in besonderem Stile sucht, ist hier richtig.

Eingangsbereich des Wigwam Motel an der Route 66

Sowohl Holbrook als auch Flagstaff und Kingman sind ideale Ausgangspunkte für einen Besuch des beeindruckenden Grand Canyon. Warum auch nicht, wenn du schon in der Nähe bist? Hier kannst du dir nach tagelanger Fahrt durch die vom Colorado River ausgehöhlten Naturwunder ordentlich die Beine vertreten.

Von Flagstaff und Kingman kannst du aber auch ebenso gut Las Vegas einplanen, um den unverkennbaren Charme der Stadt zu spüren.

Wer von Naturspektakeln nicht genug bekommen kann, sollte den Barringer‑Krater in Winslow aufsuchen. Durch einen Meteor entstand vor etwa 50 000 Jahren eine 170 Meter tiefe Einschlagsstelle. Das Städtchen erlangte außerdem durch den Song ‚Take It Easy‘ von den Eagles Bekanntheit.

Kalifornien

In Kalifornien wirst du zuerst von der Mojave Wüste begrüßt, bevor dich in San Bernandino ein Stück interessanter Geschichte erwartet. Hier wurde im Jahr 1940 die erste Filiale einer weltweiten Fastfood-Kette eröffnet. Heute ein Museum mit alten Speisekarten und Werbung, ist es ein Erlebnis für alle und eine Reise zurück in der Zeit.

Nun bist du endlich am Ziel angekommen: die Vier-Millionen-Menschen-Metropole Los Angeles erwartet dich bereits sehnsüchtig. Ein grandioses Finale! Auch hier kannst du mehrere Tage verbringen und viel sehen.

Wer bisher nicht dazu gekommen ist, sich mit Souvenirs und Erinnerungsstücken einzudecken, findet im Last Stop Shop am Santa Monica Pier alles, was das Herz begehrt.

Vergiss dabei aber nicht noch ein Foto mit dem ‚End of Trail‘‑Schild am Santa Monica Pier zu machen, um deine Reise vollständig zu dokumentieren! Du hast es geschafft!

Fazit

Schnapp dir deine Freunde und plane deinen nächsten Roadtrip durch die USA auf der legendären Route 66. Nirgendwo anders wirst du so viel sehen und über die USA lernen wie hier – der Weg ist das Ziel.

Freiheit, Abenteuer und Sehnsucht nach den guten alten Zeiten werden dich fest im Griff haben. So wie man es aus Filmen und Serien kennt – typisch Amerikanisch halt.

Ab ins Auto und auf die Straße in die endlosen Weiten!

Sophie Bikkel

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