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Typisch Österreich – Die Spezialitäten der Alpennation

Wenn du an österreichische Spezialitäten denkst, kommen dir bestimmt sofort Bilder von Bergen, grüner Wiesen und Wälder, Skifahren und Trachten in den Kopf. Auch der österreichische Dialekt wird dir einfallen. Aber ist das wirklich so? Wir zeigen dir, was unser Nachbarland noch alles zu bieten hat, welche Klischees vielleicht doch nicht ganz der Wahrheit entsprechen und welche Spezialitäten in Österreich du unbedingt kennenlernen musst.

Nach diesem Artikel bist du perfekt für deinen nächsten Besuch in Österreich ausgestattet!

Österreichische Spezialitäten: Redewendungen, die du kennen musst

Der österreichische Dialekt mag für manche Menschen unschön klingen, aber er versprüht dennoch seinen ganz eigenen Charme. Österreichisch klingt für uns Deutsche oft nur wie ein Dialekt, aber weit gefehlt. Das österreichische Deutsch ist seine eigene Sprache, die in Österreich als Standardsprache für Bürokratie, Schule und dem Privatgebrauch benutzt wird. Je nach Region gibt es innerhalb des Landes Variationen des Österreichischen. Die Unterschiede von Hochdeutsch und österreichischem Hochdeutsch sind teilweise so extrem, dass man nicht mehr erkennen kann, was bestimmte Ausdrücke bedeuten mögen.

Damit du dich in Österreich zu verständigen weißt, stellen wir dir hier die wichtigsten Redewendungen vor:

  • „Servus”/ „Grias di” = „Hallo”
  • „Schau ma mal” = „Mal sehen”
  • „Jause” = „Zwischenmahlzeit”
  • „Deka” = „10 Gramm”
  • „Heuer” = „dieses Jahr”
  • „Baba”/ „Wiederschaun” = „Tschüss”/ „Auf Wiedersehen”
Berglandschaft in Österreich

Österreichische Spezialitäten: Klischees

Jedes Land hat seine Klischees, so auch Österreich. Inwieweit diese der Wahrheit entsprechen, wollen wir hier klären.

„Österreich besteht nur aus Bergen!”

Die meisten Menschen werden bei der Erwähnung Österreichs zuerst an Berge denken, da es auch einige Berge dort gibt. Allerdings besteht das Land nicht ausschließlich aus meterhohen Bergen. Natürlich gibt es diese, aber eben nicht nur. Generell ist die Landschaft Österreichs sehr vielseitig. Neben den Alpen findest du das Alpenvorland mit seinen Feldern und Wiesen, die Pannonische Tiefebene mit Seen, Graslandschaften und kleinen Hügeln oder aber die Weinberge der Südsteiermark. Österreich bietet weitaus mehr als nur Berge!

„Österreich ist zu ländlich!”

Der ländliche Charakter Österreichs ist ebenfalls zumindest zur Hälfte wahr. Es gibt Gebiete, die sehr ländlich und rustikal scheinen, aber es gibt auch viele moderne Großstädte, wie Wien und Salzburg, die Österreich genauso gut repräsentieren wie eine Almhütte.

„Alle Österreicher können/lieben Skifahren!”

Auch wenn Österreich einige Skigebiete zu bieten hat, können natürlich nicht alle Österreicher Skifahren. Die Sportart scheint innerhalb des Landes eher etwas für die wohlhabenderen Menschen zu sein. Dennoch lernen immer noch viele Österreicher das Skifahren und sind begeistert vom Wintersport.

„Alle tragen immer Dirndl oder Lederhosen!”

Beim Dirndl handelt es sich um ein Trachtenkleid mit heute recht tiefem Ausschnitt, einem etwa knielangen Rock, einer Schürze und meist Schnürung am Oberkörper. Die Länge und Tiefe des Ausschnitts sind heute sehr variabel, während die Tracht früher eher konservativer war. Das Dirndl kommt aus dem bayrischen und österreichischen Raum und wird traditionell auf Volksfesten getragen. Die Trachten dürfen sich wachsender Beliebtheit erfreuen und sind mittlerweile nicht mehr nur für Volksfeste oder ähnliche Anlässe geeignet. Heute trägt man das Dirndl oder die Lederhosen gerne mal für schickere Anlässe, wie Hochzeiten oder in bestimmten Bereichen auch auf der Arbeit. Allerdings sind die Trachten nicht immer angemessen und werden deswegen auch oft im Schrank gelassen.

Österreichische Spezialitäten: Festlichkeiten

Die Bräuche Österreichs unterscheiden sich in den meisten Fällen nicht groß von den deutschen, allerdings gibt es ein paar einzigartige Festlichkeiten, die es bei uns so nicht gibt. Einige dieser Bräuche gibt es nicht nur in Österreich, sondern auch in angrenzenden Gegenden anderer Länder. Dennoch sind diese Festlichkeiten eher österreichisch und werden deshalb hier vorgestellt.

Almabtrieb

Beim Almabtrieb werden im September oder Oktober die höher gelegenen Almen verlassen und die Tiere, besonders Kühe, ins Tal getrieben. Die Tiere werden bunt geschmückt und von Musik begleitet. Das Ganze wird nicht nur von den Bauern, sondern von den Dörfern und Gemeinden gefeiert. Der traditionelle Kopfschmuck der Tiere soll die Dankbarkeit des Bauern für den Sommer auf der Alm darstellen. Gab es in einem Sommer Unfälle oder Todesfälle auf der Alm, wird das Vieh entweder nicht geschmückt oder in schwarzem Schmuck ins Tal getrieben. Die Kuhglocken sind schon von Weitem zu hören und heizen die Feierlaune der Dorfbewohner mit an. Außerdem sollen die Glocken vor Dämonen schützen. Diese Spezialität Österreichs ist auf jeden Fall ein Hingucker.

Kühe beim Almabtrieb in Österreich

Krampusläufe/Perchtenläufe

Das, was für uns Knecht Ruprecht ist, ist in Österreich der Krampus. Die dämonische Figur bestraft die unartigen Kinder mit der Rute und lehrt ihnen allein durch sein schauriges Aussehen das Fürchten. Die Figur ist gehörnt, das Gesicht wird meist als bösartige Fratze dargestellt, ist mit Fell überzogen und trägt neben der Rute laute Glocken. Bei den Krampusläufen, die traditionell am 5. Dezember stattfinden, verkleiden sich überwiegend Männer und verängstigen das Publikum. Heute sind die Läufe kontrolliert und die Krampusdarsteller müssen sich an gewisse Regeln halten. Allerdings kommt es dennoch zu gewalttätigen Übergriffen durch Darsteller.

Die Perchtenläufe finden den ganzen Winter über statt und sollen die bösen Geister des Winters austreiben. Auch hier wird sich verkleidet und mit Masken wild gefeiert. Traditionell wurde die Percht nur zwischen Weihnachten und Neujahr gefeiert, aber mittlerweile wird dem Brauch auch außerhalb dieser Woche nachgegangen. Die Herkunft des Brauches ist unklar.

Sonnwendfeiern

Eine weitere österreichische Spezialität sind die Sonnwendfeiern. Am 21. Juni wird in Österreich der längste Tag des Jahres gefeiert. Dazu finden Sonnwendfeuer statt, bei denen bis zu 10 Meter hohe Scheiterhaufen angezündet. Die Feuer sollen außerdem böse Geister austreiben. Besonders die Bergfeuer in Tirol sind ein Spektakel, das es sich zu sehen lohnt. Hier stellen die Feuer verschiedene Motive dar. Oft sind es Symbole des Christentums, aber es gibt auch andere Motive zu verschiedensten Themen. Auch Feuerwerke sind bei den Sonnwendfeiern keine Seltenheit, besonders an der Wachau und an der Donau.

Narzissenfest

Beim Narzissenfest im Ausseerland-Salzkammergut in Österreich pflücken jährlich tausende Menschen die dort wachsenden Stern-Narzissen, um damit riesige Figuren zu schmücken. Die Drahtfiguren werden im Voraus angefertigt und nach der Dekoration auf den Wiesen und dem See präsentiert und bewertet. Das größte Blumenfest Österreichs zieht mittlerweile Besucher aus aller Welt an, und das zurecht. Die geschmückten Figuren in der traumhaften Kulisse sind ein wahrer Augenschmaus und definitiv einen Besuch wert. Neben der Hauptattraktion wird den Besuchern ein weiteres Programm wie Musik, kulinarische Versorgung und auftretenden Künstlern geboten. Gefeiert wird das Narzissenfest jedes Jahr Ende Mai.

Österreichische Spezialitäten: Kulinarik

Österreich ist weltbekannt für seine Küche. Besonders das Wiener Schnitzel und die vielen Süßspeisen werden dir in den Sinn kommen, wenn du an Kulinarik in unserem Nachbarland denkst. Natürlich variieren die Gerichte regional. In Wien wirst du mehr multikulturelle Restaurants finden, während es in den ländlicheren Regionen traditionellere Gerichte geben wird.

Das berühmte Wiener Schnitzel

Bei der bekannten Speise aus Österreich wird dünnes Kalbfleisch paniert und anschließend frittiert. Das Schnitzel wird traditionell mit Kartoffelsalat, Gurkensalat, Petersilienkartoffeln oder Kopfsalat serviert. Heute gibt es auch Bratkartoffeln, Pommes oder Reis als Beilagen. Das Wiener Schnitzel erfreut sich heute nicht mehr nur in Österreich an Beliebtheit, sondern wird in verschiedensten Ländern gegessen. Wichtig dabei: Ein Wiener Schnitzel ist nur dann ein Wiener Schnitzel, wenn es aus Kalbsfleisch gemacht wird. Handelt es sich um Schweinefleisch, ist es ein Schnitzel Wiener Art oder ein Wiener Schnitzel vom Schwein.

Sachertorte und Linzer Torte

Die Sachertorte ist besonders in Wien eine Spezialität. Die Schokoladentorte wird aus der sogenannten Sachermasse, die aus gleich viel Mehl, Butter und Schokolade oder Kakao und doppelt so viel Ei besteht, Marillenmarmelade und Schokoglasur gemacht. Traditionell wird die Torte mit einem S auf jedem Stück oder dem Sacher-Siegel dekoriert. Auch Marillen sowie Marillenschnaps gehören zu den Spezialitäten Österreichs.

Die Linzer Torte gehört ebenfalls zur österreichischen Tradition. Sie kann aus verschiedenen Linzer Teigen hergestellt werden, aber wird immer mit Johannisbeermarmelade und dem Gitter aus Linzer Masse zubereitet. Das Gitter macht das Aussehen der Torte so auffällig.

Ein Stück Sachertorte

Kaiserschmarrn und Palatschinke

Beide Süßspeisen werden aus Milch, Mehl, Ei, Salz und Zucker gemacht. Beim Kaiserschmarrn wird die Masse in der Pfanne grob zerteilt und in Stücken serviert, während die Palatschinke ganz bleibt und an Crêpes oder Pfannkuchen erinnert. Traditionell wird beides mit Puderzucker überstreut und warm gegessen. Einer Legende nach wurde der österreichischen Kaiserin Elisabeth, auch bekannt als Sissi, erstmals der Kaiserschmarrn serviert. Laut dieser Sage wollte man eigentlich Palatschinken machen, das schlug aber fehl und der Teig in der Pfanne ist gerissen. Daraufhin soll der ganze Teig zerteilt worden und so serviert worden sein. Das soll die erste Zubereitung des beliebten Nationalgerichts gewesen sein. Andere Geschichten erzählen, dass der Kaiser Franz Joseph I. das Gericht so gerne mochte, dass er es nach sich benennen ließ.

Germknödel

Auch der Germknödel ist eine der Süßspeisen, die in Österreich gerne gegessen wird. Der mit Pflaumenmus gefüllte Hefekloß wird stets warm gegessen und vorm Servieren mit geschmolzener Butter und manchmal zusätzlich mit Vanillesoße übergossen. Anschließend wird der Knödel noch mit Puderzucker und gemahlenem Mohn bestreut.

Kaffeehauskultur

Auch die Kaffeehauskultur Österreichs ist hier erwähnenswert. Eine unglaubliche Vielfalt an Kaffeespezialitäten können in schönem Ambiente von dir entdeckt werden. Solltest du Kaffee lieben, ist ein Besuch in einem der vielen Kaffeehäuser des Landes garantiert ein Muss. Den Kaffee kannst du super mit einem Stück Sachertorte oder einer Mozartkugel genießen.

Österreichische Spezialitäten: Musik

À propos Mozart: Österreichs Musikgeschichte bietet für jeden Musikliebhaber etwas. Egal, ob Mozart selbst, Falco, Volksmusik oder moderner Austropop: Bei österreichischer Musik ist für jeden etwas dabei! Die klassische Musik, Opern und Walzer sind nur ein kleiner Anteil dessen, was die Musikkultur in Österreich ausmacht. Und wie in jedem anderen Land auch gibt es Volkslieder und ein paar berühmte Künstler. Die Musik, die aktiv gehört wird, ist allerdings nicht nur aus Österreich selbst, sondern aus den verschiedensten Ländern.

Wiener Staatsoper bei Nacht

Fazit

Österreich ist ein wunderschönes Land, in dem du so einiges erleben kannst. Egal, ob du lieber die vielfältige Natur oder Städte erkunden, Traditionen miterleben oder das Essen dort genießen möchtest, du wirst garantiert etwas für dich finden. Lass dich von den Spezialitäten in Österreich begeistern!

Du möchtest noch mehr über Österreich erfahren? Dann schau dir die besten Reiseziele und unseren Klimaleitfaden an!

Lidia Strauch

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