Nordlichter sehen

Jeder hat schon einmal von den leuchtenden Erscheinungen am Himmel gehört. Aber wer von euch hat sie tatsächlich schon einmal gesehen? Sie sind unter verschiedenen Namen bekannt: Polarlichter, Nordlichter oder Aurora Borealis. Früher glaubten die Menschen, durch die eigenartigen Lichterscheinungen Unglücksbotschaften zu erhalten. Heute lassen sie sich wissenschaftlich erklären und sind wahrlich magisch anzusehen. Welche Orte sich am besten eignen, um Nordlichter zu beobachten, sagen wir euch hier.

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Wissenswertes rund um die Nordlichter

Wie entstehen die atemberaubenden Lichter am Himmel überhaupt? Die Gründe für die Entstehung der Nordlichter sind Sonnenwinde. Wenn das Plasma der Sonne auf das Magnetfeld der Erde trifft, wandern die Teilchen entlang des Erdmagnetfeldes zu den Polarkreisen. Dort dringen die aufgespaltenen Atome des Plasmas in unsere Atmosphäre ein und treffen auf Sauerstoff- und Stickstoffatome. Dabei entsteht überschüssige Energie, die in Form von Licht abgegeben wird. Je nach Stärke der Sonnenwinde erscheinen die Lichter in unterschiedlichen Formen und sind als Nordlichter zu sehen. Sie sind jedoch nur in den Wintermonaten von September bis März zu beobachten, da zu dieser Zeit der Polarhimmel dunkel genug ist.

Wusstet ihr, dass Polarlichter sechs Farben annehmen können? Welche sich ergeben hängt von den Bestandteilen der Atmosphäre und der Höhe ab, in der die Himmelslichter entstehen. Die Grundfarben sind rot, grün und blau. Daraus ergeben sich dann Mischfarben, wie violett, weiß und manchmal gelb.

Doch wie kann man wissen, dass Nordlichter erscheinen werden? Eine hundertprozentige Sicherheit besteht hier leider nicht. Es gibt jedoch den sogenannten Kp-Index, der Voraussagen zulässt, die als sehr verlässlich gelten. Der Kp-Index bezeichnet eine planetarische Kennziffer, um die magnetische Wirkung von Teilchenstrahlung darzustellen. Dieser wird auf einer Skala von eins bis neun angegeben, wobei eins wenig Aktivität und neun eine hohe Aktivität bedeutet. Ein kleiner Tipp: Die Website des Geophysikalischen Instituts an der University of Alaska beinhaltet die vorhergesagten Aktivitäten in allen Aurora-Regionen.

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Die besten Orte, um Nordlichter zu sehen

Am besten kann man die Aurora Borealis in einem Radius von 2.500 km um den Nord- oder Südpol herum sehen. Je weiter ihr euch im Norden befindet, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, die Nordlichter erleben zu können. Die Polarregion ist daher das geeignetste Gebiet und wird auch als Aurora-Zone oder Aurora-Oval bezeichnet.

Island

Die Insel Island ist wahrlich ein magischer Ort und schon lange kein Geheimtipp mehr. Nordisland gehört zu den Gebieten, in denen statistisch gesehen die Nordlichter am häufigsten zu sehen sind. Als beste Reisezeit dafür gelten die Monate September, Oktober, Februar und März.

Da Nordlichter bis zu einer Entfernung von 200 km zu sehen sind, kann man diese in Island nahezu überall beobachten. Besonders geeignet ist der Nationalpark Thingvellir, der nicht weit von Reyjkavik entfernt liegt. Aufgrund seiner geologischen Besonderheiten ist er auch tagsüber sehr empfehlenswert. Nachts bietet er euch eine beeindruckende Kulisse, um sich von den Himmelsleuchten verzaubern zu lassen. Große Chancen die Aurora Borealis zu erleben habt ihr auch, wenn ihr aus Akureyri hinausfahrt, das hoch im Norden am Polarkreis liegt.


Alaska

Es gibt leider keine Garantie dafür, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, um die Polarlichter sehen zu können. In Amerikas kaltem Norden Alaska habt ihr jedoch gute Chancen. Ein sehr geeigneter Ausgangspunkt für Touren ist die größte Stadt Alaskas Anchorage.

Das Eagle River Nature Center liegt etwas außerhalb und gilt als einer der weltweit besten Orte, um „Nothern Lights“, wie sie hier genannt werden, zu beobachten. Dort werden auch Sternenkunde-Kurse angeboten und man kann mit Hundeschlitten in Richtung Polarkreis aufbrechen.

Für diejenigen unter euch, die etwas Ausgefallenes erleben möchten, ein kleiner Tipp: Mit dem Winter Snow Train könnt ihr einen einwöchigen Ausflug durch die Winterlandschaft Alaskas unternehmen. Es ist einfach unglaublich schön und einen Besuch solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen!


Kanada

Wenn ihr schon einmal in Alaska seid, könnt ihr dies ideal mit einer Reise nach Kanada verbinden. Der nordamerikanische Staat eignet sich als idealer Ausgangspunkt, um sich auf die Suche nach Nordlichtern zu begeben.

Yellowknife ist die Hauptstadt der kanadischen Nordwest-Territorien und wird oft auch die „Hauptstadt der Polarlichter“ genannt. Hier sind Aurora Borealis rund 240 Tage im Jahr zu sehen. Alles was ihr benötigt ist eine warme Winterjacke und eine dunkle Nacht mit sternenklarem Himmel. Diesen bekommt ihr im Jasper Nationalpark oder im Wood-Buffalo-Nationalpark. Sie sind sogenannte Lichtschutzgebiete, in denen es nahezu keine künstlichen Lichtquellen gibt.

In der Kleinstadt Churchill besteht mit ein bisschen Glück die Chance, neben Nordlichtern auch Eisbären zu entdecken. Eine weitere Empfehlung ist der Blachford Lake, der im Winter tief zugefroren ist. Tagsüber eignet er sich besonders zum Schlittschuh laufen, die Nacht könnt ihr in einem beheizten Tipi verbringen, während euch die Polarlichter in den Schlaf begleiten. Es ist jedoch nicht unbedingt notwendig, so weit in den Norden zu Reisen. Auch in südlicheren Provinzen könnt ihr euch von den faszinierenden Himmelsleuchten verzaubern lassen.

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Schweden

In Schweden werden die Nordlichter „Norrsken“ genannt. Hier bieten sich gleich mehrere Orte als Ausgangspunkt für eine Tour an.

Der geeignetste Startpunkt ist Kiruna im Norden des Landes, wo ihr keine langen Autofahrten in Kauf nehmen müsst und direkt ins Abenteuer starten könnt. Wer auf Abenteuer steht, sollte sich ein Schneemobil mieten und in die wunderschöne Natur hinausfahren, um dort nach den Lichtern am Himmel Ausschau zu halten.

Eine etwas günstigere Möglichkeit ist, in die Hauptstadt Stockholm zu fliegen und von dort mit dem Zug oder einem gemieteten Auto weiter zu reisen.


Norwegen

In Norwegen bietet sich besonders die bezaubernde norwegische Stadt Tromsø an, die inmitten der Arktis liegt. Vorbei an malerischen Fjorden und steilen Schneebergen seid ihr schnell in der traumhaften Natur und könnt Ausschau nach den Nordlichtern halten.

Wenn ihr der norwegischen Küste bis zum Nordkap folgt, stehen die Chancen gut, erfolgreich zu sein. Bei etwas Glück trefft ihr auf eurem Weg möglicherweise Elche, könnt Robben und sogar Wale entdecken. Wäre es nicht ein unvergesslicher Augenblick, Wale unter den Himmelsleuchten zu beobachten?

Im Januar und Februar findet hier unter anderem das bunte Nordlichterfest statt, welches das größte seiner Art im Norden von Norwegen ist.

Darüber hinaus gehört auch die Inselgruppe Spitzbergen zu den besten Orten, um das Naturspektakel zu beobachten. Sie liegt zwischen Norwegen und dem Nordpol. Auf den Inseln leben mehr Eisbären als Menschen.

Hier besteht die Möglichkeit die Polarlichter sogar am Tage zu sehen. Im Winter bewegen sich die Menschen größtenteils mit Schneemobilen oder Hundeschlitten fort, was einen Aufenthalt dort zu einem einzigartigen Erlebnis inmitten der arktischen Wildnis macht.


Finnland

Finnland zählt ebenfalls zu den Ländern, die sehr dafür geeignet sind, Nordlichter zu bestaunen. Besonders empfehlenswert ist Lappland, die Region der Nordlichter, Rentiere und Santa Claus.

Wer eine ganz besondere Nacht verbringen möchte, kann in sogenannten Glasiglus unter dem Sternenhimmel übernachten. Der naheliegendste Flughafen befindet sich in Ivalo, der auch von Frankfurt, München, Berlin und Hamburg aus angeflogen wird. Einen unvergesslichen Besuch bietet auch das „Santa-Claus-Village“ Rovaniemi. In der Weihnachtsstadt könnt ihr zusammen mit dem Weihnachtsmann den Zauber der Aurora Borealis erleben.

Wusstet ihr, dass nach dem World Happiness Report Finnland das glücklichste Land der Welt ist? Vielleicht liegt es ja an den bezaubernden Lichtphänomenen?


Schottland

Die Schotten nennen die Polarlichter „Mirrie Dancer“. Denn auch Schottland bietet einige Möglichkeiten, sie beobachten zu können. Dabei gilt, je weiter ihr in den Norden fahrt, desto besser stehen eure Chancen, den richtigen Ort und Zeitpunkt zu treffen.

Die „Isle of Skye“ liegt auf derselben Höhe wie Alaska, was gute Voraussetzungen bietet, um die Nordlichter vor Ort zu bewundern. Möglich ist dies aber auch auf den Orkney Islands. Hier befindet sich der Steinkreis Ring of Brodgar, der eine sehr besondere Kulisse für die Aurora Borealis bietet.

Die höchsten Erhebungen in Südschottland liegen im Galloway Forest Park. Er besteht aus einem riesigen Gebiet bewaldeter Täler und Seen. Das Besondere an ihm ist, dass es nur sehr wenige Gebäude und Lichteinflüsse gibt. Ausgezeichnet mit dem Dark-Sky-Status bietet das einzige Lichtschutzgebiet Großbritanniens eine hervorragende Möglichkeit für die Beobachtung der Polarlichter.


Irland

Irland bietet mit seinen Kobolden und leuchtendgrünen Wiesen einen ganz besonderen Charme für Aurorajäger. Der Inselstaat steht zwar nicht ganz oben auf der Liste der perfekten Orte, da er nicht so weit nördlich liegt, dennoch bietet es schöne Orte, um Polarlichter zu sehen. Besonders attraktiv ist dabei die leichte und günstige Anreise.

Auf der Inishowen-Halbinsel in der Grafschaft Donegal befinden sich entlang der Küste ausgewiesene Sternenparks, wo ihr besonders dunkle Stellen für eine atemberaubende Aussicht findet. Darüber hinaus sind auch die Granitwände der Slieve League Cliffs am Atlantic Way sehr empfehlenswert. Sie gehören zu den höchsten Meeresklippen Europas. Hier habt ihr neben einem guten Blick auf die Lichterscheinungen auch einen beeindruckenden Ausblick auf abertausende Meeresvögel am klaren Winterhimmel. Lasst euch von der grünen Insel Irland verzaubern!

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Unser Fazit

Wie ihr nun erfahren habt, gibt es viele tolle Orte, um Nordlichter zu beobachten. Solch eine Erfahrung gehört sicherlich zu den eindrucksvollsten Erfahrungen im Leben. Für uns ist das definitiv ein weiterer Punkt auf unserer Bucket List.  Habt ihr Lust auf mehr? Dann klickt euch durch weitere Artikel und erfahrt beispielsweise alles über eine Reise durch das glücklichste Land der Welt

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