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Newcastle upon Tyne

Häufig als Party-Hauptstadt Englands abgestempelt, wird Newcastle upon Tyne häufig unterschätzt. Daran ist die Reality-TV-Show „Geordie Shore“ nicht ganz unschuldig, die eben dieses Bild abzeichnet. Ganz falsch liegt man mit dieser Einschätzung nicht, denn die Stadt kann diesem Ruf durchaus gerecht werden, hat aber auch sehr viel mehr zu bieten. Newcastle vereint eine Vielfalt an Geschichte, Kultur und Abenteuer an einem Ort. Allein schon die Kulisse an der namensgebenden Tyne bietet dir ein szenisches Highlight auf deiner Reise. Lass dich von uns überzeugen!

Viele Wege führen nach Newcastle

Mit ihren 300 000 Einwohnern ist Newcastle upon Tyne im Vergleich zu anderen englischen Großstädten relativ klein. Dennoch ist sie die größte nördlich gelegene Stadt Englands, unweit der schottischen Grenze. Durch ihre Lage an der Nordostküste Englands kannst du sie auf verschiedensten Wegen erreichen.

Der direkte Weg nach Newcastle upon Tyne würde dich über den am Stadtrand gelegenen Flughafen führen. Oder du nimmst den Wasserweg über die Nordsee mit der Fähre von Amsterdam. Wenn du auf deiner Reise jedoch mehr von Großbritannien erleben möchtest, empfehlen wir dir, dich für den Zug zu entscheiden. Newcastle ist sowohl von London als auch Edinburgh per direkter Bahnverbindung in wenigen Stunden erreichbar. Gleichzeitig kannst du entspannt die britische Umwelt aus dem Fenster verfolgen. Das imposante Gebäude der Newcastle Central Station eröffnet dir außerdem einen direkten Zugang zum Zentrum, sodass deinem Städtetrip nichts mehr im Wege steht.

Abwechslungsreiches Stadtbild

The „Toon“

Die Landessprache Englands, wie du sicherlich weißt, ist Englisch. Auch in Newcastle. Aber eben mit einem ganz eigenem und individuellem Twist. Der dort vorherrschende Dialekt, wie auch die Einheimischen, werden als Geordie bezeichnet. Woher die Bezeichnung genau kommt, ist nicht hundertprozentig klar. Eine der gängigsten Theorien besagt, dass es sich als Kosename auf König George II bezieht. Neben abgewandelter Aussprache, die dem Deutschen näher ist, hat sich auch ein eigenes Vokabular etabliert. So nennen die Geordies ihre Stadt beispielsweise liebevoll „Toon“, abgeleitet vom Wort „Town“.

Aber keine Panik, die Menschen sind dennoch gut zu verstehen, wenn du nicht gerade auf einen eingefleischten Geordie aus der Region triffst. Aber selbst dann brauchst du dir keine Sorgen zu machen, denn die Geordies gelten als die freundlichsten Menschen des Landes. Entsprechend ausgelassen ist auch die Stimmung der Stadt.

Lebhafte Atmosphäre

Die wichtigsten Anlaufstellen findest du gebündelt im Zentrum von Newcastle. Die Innenstadt ist die pulsierende Ader mit ihren vielbesuchten Straßen. Dabei bilden die Northumberland Street und die Grey Street die Haupteinkaufsstraßen. Bist du in der Stadt unterwegs, kommst du an Greggs nicht vorbei. Die Bäckereikette hat geschlagene 29 Filialen in Newcastle!

An der Grey Street findet sich außerdem die historische Markthalle Grainger Market (1835), die auch heute noch eine große Auswahl an regionalen Händlern beherbergt. Das Zentrum wird weiterhin markiert vom 41 Meter hohen Grey’s Monument, das zu Ehren Lord Charles Earl Grey errichtet wurde, nach dem ebenso der Earl Grey Tee benannt ist. Es ist der Treffpunkt schlechthin.

Wenn du Newcastle besuchst, solltest du zumindest einmal das sagenumwobene und berühmt‑berüchtigte Nachtleben miterleben. Dafür bietet der Bigg Market eine riesige Auswahl an Clubs, Pubs und Bars. Aber auch über die gesamte Stadt verteilt findet sich etwas für jeden. Ein elementarer Grund zum Feiern für jeden Geordie ist Fußball. Typisch britisch wird bei jedem Fußballspiel des Newcastle United ausgelassen mitgefiebert und gefeiert.

Über 7 Brücken musst du gehen…

Wenn du die Tyne in Newcastle nicht besuchst, verpasst du etwas. Die Brücken, die Newcastle und die Nachbarstadt Gateshead über den Fluss hinweg verbinden, sind das Highlight der Stadt. Sieben Brücken befinden sich auf einem Flussabschnitt von zwei Kilometern und kreieren so gemeinsam eine einzigartige Szene. Die Promenade um die Brücken herum nennt sich Quayside und lädt ein zum Hinsetzen und Bewundern. Auf der gegenüberliegenden Seite zieht außerdem die Sage, eine riesige Konzerthalle, alle Augen auf sich.

Newcastle Quayside mit Konzerthalle und drei der Brücken

Unter den Brücken sind die Millennium Bridge und die Tyne Bridge wohl die markantesten. Dabei ist erstere ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer zugänglich. Wenn du zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist, kannst du beobachten, wie sich die Brücke schließt und öffnet, was dann wie ein riesiges blinzelndes Auge aussieht. Zudem wird sie bunt beleuchtet, sobald es dunkel wird. Danach folgt die niedriger gelegene rote Swing Bridge, die zu ihrer Erbauungszeit 1876 die größte ihrer Art war. Die High Level Bridge ist die älteste der Brücken (1849) und besteht aus zwei Ebenen, die Straßen- und Eisenbahnverkehr kombiniert. Weiterhin erwähnenswert sind die Queen Elizabeth II Metro Bridge, die King Edward VII Bridge und die Redheugh Bridge, die alle jedoch nicht für Fußgänger erlaubt sind.

Geschichte überall        

Historische Gebäude

Im Kontrast zur lebhaften Atmosphäre in Newcastle, wird das Stadtbild stark von historischen Gebäuden geprägt. So findest du dort beispielsweise die namensgebende mittelalterliche Festung Newcastle Castle (1177), die du gegen Gebühr auch besichtigen kannst. Von dort aus kannst du auch einen der schönsten Ausblicke auf die Stadt und Quayside genießen! Direkt nebenan befindet sich die anglikanische Kathedrale Newcastle Cathedral aus dem 14. Jahrhundert. Diese kannst du kostenlos betreten, wenn nicht gerade ein Gottesdienst abgehalten wird. Ebenso lässt sich ein Stück von Hadrian’s Wall in Newcastle finden. Als wichtige römische Grenzmarkierung prägte sie die britische Landschaft vom zweiten bis fünften Jahrhundert enorm.

Ansicht Newcastle Castle

Industrie: „Kohlen nach Newcastle tragen“

Diese englische Redewendung, im Original „to carry coals to Newcastle“ mit der Bedeutung „etwas Überflüssiges tun“, nimmt Bezug zur historischen Entwicklung der Stadt. Denn Newcastle upon Tyne war eine wichtige Kohleregion mit regem Kohleexport. Kohle dort hin zu transportieren, wäre also unnötig gewesen. Innerhalb der Stadt wurde die Kohle durch die Victoria Tunnels zur Tyne transportiert, durch die du gegen Gebühr auch eine Tour buchen kannst. Durch ihre Lage an der Tyne und ihrem Zugang zur Nordsee hatte Newcastle daneben auch die idealen Voraussetzungen zu einer Schiffbau- und Hafenstadt aufzublühen.

Kultureller Stolz

Museen regionaler Geschichte

Solltest du noch mehr über die Geschichte der Stadt erfahren wollen, empfehlen wir das Discovery Museum. Mit interaktiven Ausstellungen wird die regionale und maritime Geschichte erzählt, geschmückt mit Erzählungen Einheimischer. Außerdem kannst du dich in themenspezifischen Ausstellungen zu weltverändernden wissenschaftlichen Errungenschaften von Menschen aus Newcastle informieren.

Solltest du mehr Interesse an Naturgeschichte und antiken Völkern haben, bist du im Great North Museum: Hancock gut aufgehoben. Dieses befindet sich direkt neben dem Hauptcampus der Newcastle University – einer Universität mit Exzellenzstatus.

Künstlerisches Ambiente

Zudem findest du in Newcastle eine Vielfalt an Galerien mit verschiedensten Schwerpunkten. Im Baltic Centre of Contemporary Arts werden dir zeitgenössische Ausstellungen sowie eine wundervolle Aussicht über die Quayside geboten. Die Laing Art Gallery hingegen fokussiert sich hauptsächlich auf lokale britische Gemälde vom 18. Jahrhundert bis heute und ist grundsätzlich kostenfrei, bis auf vereinzelte Ausstellungen. Die Biscuit Factory befindet sich einem ehemaligen viktorianischen Lagerhaus und zeigt eher unabhängige Kunst und Künstler. Um nur einige zu nennen.

Im Allgemeinen ist der Eintritt für die meisten Museen und Galerien in England für jeden kostenfrei.

Natur und Stadt vereint

Parkpause

Sollte dir das städtische Leben zu viel Trubel sein, kannst du einen der vielen Parks oder weitläufigen Moore besuchen. Erwähnenswert sind hierbei der Leazes Park, an dem gleich neben an das Fußballstadion St. James Park angrenzt. Dieses gilt als eines der beeindruckendsten britischen Stadien. Für Fußballfans also ein Muss. Weiterhin lädt der Exhibition Park mit dem angrenzenden Town Moor ein, einer riesigen Grünfläche, größer als der London Hyde Park und Hampstead Park zusammen. Einer der schönsten und beliebtesten Parks hingegen ist Jesmond Dene. Neben ausgiebig grüner Natur findet man außerdem einen künstlich angelegten Wasserfall, das Highlight des Parks.

Steinbrücke umgeben von grüner Natur und kleinem Wasserfall

Besuche die Nordsee

Nimmst du eine der Metros in Newcastle, bist du innerhalb von 20 bis 30 Minuten an der englischen Nordsee. 13 Kilometer von Newcastle entfernt befindet sich nämlich die Stadt Tynemouth. Der Name leitet sich übrigens daher ab, dass dort die Tyne in die Nordsee mündet. Tynemouth ist somit der Mund der Tyne. Dort kannst du entweder einen der schönen Strände mit einer Portion Fish and Chips genießen, die historischen Burgruinen besuchen oder auch – für die Abenteuerlustigen unter uns – Surfen gehen.

Fazit

Wie du siehst, ist Newcastle upon Tyne eine vielseitige Stadt. Von Geschichte und Kultur bis hin zu Partynacht oder Erholung, es ist für jeden etwas dabei. All dies verpackt Newcastle mit einem ganz individuellen Charme in herrlicher Szenerie und imposanten Gebäuden. Man spürt deutlich den Stolz der Einheimischen Geordie zu sein – alles von Sprache über Brücken bis hin zu Nachtkultur und Fußball. Bei deinem Besuch in Großbritannien ist ein Zwischenstopp hier definitiv lohnenswert. Durch die Direktverbindung zwischen Edinburgh und London sollte das auch keine Probleme bereiten!

Sophie Bikkel

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