Die besten Sehenswürdigkeiten von Latium

Latium ist die Region Italiens, in der Rom liegt. Viele Touristen reisen jedoch in die italienische Hauptstadt und vernachlässigen dabei die schönen Orte, die sie umgeben.

Gärten, Dörfer, Villen: Hier findet jeder Reisende, was er sucht. Egal ob du ein Geschichtsfan oder ein Naturliebhaber bist – du wirst hier auf deine Kosten kommen. Hier findest du alle Geheimtipps für eine Tour durch Latium weit weg von den Touristenmassen.


Wie du Latium erreichst

Wie wir schon gesagt haben, liegt in dieser Region Rom, die als Hauptstadt die beiden wichtigsten italienischen Flughäfen hat: Fiumicino und Ciampino. Der Flughafen Fiumicino ermöglicht es dir, Rom von Übersee zu erreichen.

Kennst du das Sprichwort: "Alle Wege führen nach Rom"? Es ist wirklich wahr! Zur Zeit des Römischen Reiches wurde ein effizientes Straßensystem für den Handel gebaut, aus dem unsere heutigen Autobahnen entstanden sind. Wenn du also mit dem Auto unterwegs bist, bringen dich die Autobahnen A1, A2, A12 und A24 von überall in Italien nach Rom.

Falls du mit dem Bus reist, kommst du sicher am Bahnhof Tiburtina an. Mit dem Zug erreichst du stattdessen den Hauptbahnhof von Rom – Roma Termini. Aber du kannst auch ein Auto mieten und dich auf eigene Faust fortbewegen, ohne den Fahrplan zu beachten. Diese Wahl ist definitiv die beste, da viele Orte, die wir dir vorstellen werden, eher weniger bekannte Ziele sind und daher keine sehr effizienten Verbindungen haben.


Ariccia

Unsere Reise beginnt in Ariccia, einem der schönsten Dörfer unter den sogenannten Castelli Romani, die alle auf den Albaner Hügeln liegen. Obwohl diese Ziele bei den Römern sehr beliebt sind, um dem Chaos der Stadt zu entfliehen, sind sie noch nicht vom Massentourismus beeinflusst worden.

Ariccia ist weniger als eine halbe Stunde von Rom entfernt und ist ein perfekter Ort, dich nach deiner Reise zu entspannen und dich mit großartigen lokalen Speisen zu verwöhnen. Du solltest dich in den Gassen dieses fantastischen Dorfes verlieren und den Palazzo Chigi besuchen. Dieses wunderschöne Gebäude wurde vollständig von Bernini entworfen und ist ein hervorragendes Beispiel für barocke Architektur. Sowohl der Palast als auch die wunderschönen Gärten gehörten einer der reichsten Familien Europas – den Chigi.


Fraschette

Das Highlight dieses Dorfes wird das Essen sein. Hier kann man sich in der berühmten Fraschette stärken. Diese Orte waren antike Tavernen, in denen Porchetta (gebratenes Spanferkel), Wein und einige andere warme Gerichte serviert wurden. Heute bieten die Restaurants neben der Porchetta auch superleckere römische Gerichte an. Obwohl es sich heute um richtige Restaurants handelt, sind diese schon immer familiär geführt. Das bedeutet, dass man wie in einer echten italienischen Familie isst. Außerdem ist der Preis gering: In den meisten dieser Lokale kann man ein ganzes Menü für etwa 20 € genießen. Das Menü wird begleitet von dem typischen Süßwein des Hügels namens Romanella.

Porchetta

Die Tavernen befinden sich in zwei Parallelstraßen. Außerdem sind die Gäste dieser Osterien es gewohnt, während des Essens typisch römische Lieder zu singen. Wenn du im Sommer hier bist und die Tische draußen voller Menschen sind, kann es sehr gut sein, dass jemand einfach zu singen anfängt und alle mitmachen.


Gärten der Ninfa-Oase

Etwa 45 Autominuten weiter südlich findest du L'Oasi di Ninfa – bezaubernde Gärten, die definitiv einen Besuch wert sind. Dieser englische Garten wurde um die Überreste der mittelalterlichen Stadt Ninfa von der alten und reichen Familie Caetani gebaut. Die seltenen, exotischen Pflanzen stammten hauptsächlich von ihren Reisen.

Heute bietet die imposante Felswand, an deren Fuß sich der Garten erstreckt, diesen Pflanzen ein ideales Klima zum Leben. Die Schönheit und Vielfalt der Pflanzen hier haben diesen Garten zu einem der faszinierendsten der Welt gemacht. Das sagen nicht nur wir, sondern auch die New York Times und die mehr als 50.000 Besucher, die jedes Jahr hierherkommen.

In der Nähe befinden sich ebenso mittelalterliche Städte wie Norma oder Sermoneta zu besuchen. Die Gassen dieser Städte werden dich zum Staunen bringen. In Norma kann man auch Paragliding ausprobieren oder einfach den Erfahreneren Paraglidern zuschauen. In Sermoneta hingegen kann man Glück haben und in der richtigen Zeit hier sein, um am Fest der Polenta teilzunehmen.


Regionale Naturparks von Latium

Regionaler Naturpark der Monti Simbruini

Weiter in Richtung Osten erreicht man nach etwa einer Stunde Fahrt den Regionalen Naturpark der Monti Simbruini. In diesem geschützten 30.000 Hektar großen Gebiet entlang der Apennin-Kette kann man nicht nur inmitten der Natur wandern, sondern auch viele der mittelalterlichen Dörfer besuchen.

Der Park ist besonders wichtig für seine Wasserressourcen, die das gesamte Wassersystem der italienischen Hauptstadt und auch einige Teile weiter südlich in der Region speisen. Die Quelle des Flusses Aniene, in der Nähe des Dorfes Vallepietra, ist eine der eindrucksvollsten Stellen. Auf den verschiedenen Wasserwegen kann man sich auch mit Wassersportarten wie Kanufahren amüsieren.

Alternativ kannst du dich auf dem Festland mit vielen Wander- und Radwegen vergnügen. Wenn du noch mehr in Kontakt mit der Natur sein willst, kannst du Reiten gehen. Einer der attraktivsten Wege ist der Cammino di San Benedetto (Weg des Heiligen Benedikts). Er beginnt am Kloster des Heiligen Benedikts, in dessen Geburtsstadt Nursia, und endet an der Abtei Montecassino wo der Abt den Orden der Benediktiner gründete. Eine längere Alternative mit etwa 15 Etappen ist die Via dei Lupi (Route der Wölfe), die bis nach San Donato in Val Comino im Nationalpark Abruzzen führt.


Regionalpark Treja Tal

In diesem eindrucksvollen Park kannst du nicht nur die unberührte Natur erkunden, sondern auch einige faszinierende architektonische Werke des Altertums bewundern. Der Park ist besonders bei den Einheimischen beliebt und bietet im Sommer eine großartige Abkühlung – auch im Winter ist es nicht zu kalt. Die beste Zeit für einen Besuch ist definitiv im Frühling oder Herbst, wenn das Wetter mild ist und man nicht riskieren muss, inmitten von zu vielen Menschen zu sein.

Die Wasserfälle des Monte Gelato sind definitiv das Highlight des Parks. Sie können über viele der Wanderwege des Parks erreicht werden. Die Wasserfälle und die Umgebung sind so atemberaubend, dass sie mehrfach als Filmkulisse verwendet wurden.


Die Villen der Region Latium

Das hätten wir fast vergessen! Auf halber Strecke zwischen den Parks kann man einen Stopp einlegen, um die beiden fantastischen Villen zu besichtigen: Villa d'Este und Villa Adriana!

Zusammen mit dem Park der Villa Gregoriana wurden sie in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen. Diese Villen haben ein architektonisches, künstlerisches und ökologisches Erbe, das nicht zu unterschätzen ist.


Villa d'Este

Die Villa d'Este zeichnet sich sicherlich durch ihren bis ins Detail gepflegten Garten aus, der zu den schönsten in Europa zählt. Das Gebäude stammt aus der Zeit um 1550 und ist noch perfekt erhalten. Im Inneren kann man zahlreiche Fresken und Kunstwerke bewundern.

Im Außenbereich befinden sich mehrere Brunnen, die alle von einem unterirdischen Kanal gespeist werden, der das Wasser aus dem Fluss Aniene bezieht. Der Europabrunnen ist derjenige, der zusammen mit der Loggia der Hauptfassade des Gebäudes die Allee abgrenzt. Im Garten gibt es viele weitere wie die Fontana del Bicchierone, die von Gian Lorenzo Bernini entworfen wurde. Erwähnenswert sind zudem die musikalischen Brunnen, die durch die Bewegung des Wassers Töne, wie z.B. Vogelgezwitscher, wiedergeben. Der Neptunbrunnen ist sicherlich einer der meistfotografierten Brunnen.

Villa d'Este Latium


Villa Adriana

Sie versetzt dich zurück in die Zeit von Kaiser Hadrian. Die Villa wurde in der Tat von letzterem im zweiten Jahrhundert in Auftrag gegeben und ist heute ein wahres Freilichtmuseum. Die Anlage umfasst faszinierende Gärten. Ein Besuch im Sommer ist nicht zu empfehlen, da es nicht viele große schattenspendende Bäume gibt.

Die verschiedenen Gebäude der Villa sind außen durch schöne Alleen und innen durch unterirdische Wege verbunden. Hier kann man so vieles sehen – von Kunstwerken und Brunnen bis hin zu thermalen Konstruktionen. Die Eintrittskarten für jede Villa kosten jeweils 8 €. Wir empfehlen immer, die offiziellen Websites zu besuchen, um sich über gelegentliche Rabatte oder Ermäßigungen für Gruppenbesuche zu informieren.


Civita di Bagnoregio - die sterbende Stadt

Nach weiteren eineinhalb Stunden Fahrt kommt man in einer der atemberaubendsten Städte an, die man je gesehen hat. Diese etruskische Stadt hat eine mehr als zweitausendjährige Geschichte und wurde durch viele Einstürze beschädigt, die mehrere architektonische Meisterwerke zerstört haben.

Der winzige Ort mit nur 11 Einwohnern ist nur durch eine Brücke erreichbar, von der aus man einen atemberaubenden Blick auf diese Ansammlung von Häusern, auf einem Bergsporn und auf weite Landschaft hat. Im Inneren kannst du in den wenigen Bars und Restaurants einkehren oder einfach nur einen Spaziergang durch diesen Ort machen.

Für den Eintritt muss man einen kleinen Beitrag von fünf Euro bezahlen, aber wie immer empfehlen wir einen Blick auf die offizielle Website, um eventuelle Rabatte für Gruppen oder sogar nach Alter zu finden.

Civita di Bagnoregio Ausblick

Vulkanische Seen

Bolsena-See und Bracciano-See

Auf dem Rückweg nach Rom kann man einen Ausflug zum Bolsena- oder Bracciano-See machen. Der Bolsena-See liegt nur 14 km von Civita di Bagnoregio entfernt und ist der größte See vulkanischen Ursprungs in Europa. Etwa 70 km weiter südlich liegt der Bracciano-See, der ebenfalls einen vulkanischen Ursprung hat. Hier kannst du wandern oder radeln, Wassersportarten wie Angeln, Segeln und Windsurfen betreiben.


Der Monsterpark von Bomarzo

Wenn man von einem See zum anderen fährt, begegnest du auf dem Weg diesem herrlichen, surrealen Park. Er wird auch Heiliger Wald oder Villa der Wunder genannt, weil er mit riesigen Basaltstatuen aus dem sechzehnten Jahrhundert geschmückt ist.

Prinz Pier Francesco Orsini gab all diese Skulpturen in Auftrag, die mehrdeutige Inschriften tragen. Du musst einen Rundgang machen, um all die Statuen zu entdecken, die Figuren aus einer Märchenwelt zu entsprungen scheinen. Und wer weiß, vielleicht entschlüsselst du sogar die Bedeutung der dazugehörigen Sprüche.

Monsterpark in Latium

Archipel der Ponziane-Inseln

Von Bracciano trennen dich nur 40 km von Rom, wo du schließlich dein Flugzeug nehmen kannst. Aber wenn du Lust auf einen zusätzlichen Stopp hast, kannst du die Häfen von Terracina, Formia, Anzio oder den Nationalpark Circeo besuchen und die erste Fähre zu den Pontinischen oder Ponzianischen Inseln nehmen.

Die Ponzianischen Inseln sind ein Archipel im Tyrrhenischen Meer vor der Küste Roms. Unser Rat ist, von dem nächstgelegenen Hafen namens Anzio zu starten und diese fantastische Stadt zu genießen. Oder du startest vom Naturpark Circeo, der ebenso viele Emotionen bietet.

Von hier aus erreicht man leicht dieses fabelhafte Archipel. Mit seinen acht Quadratkilometern ist Ponza die größte Insel, die dem Archipel seinen Namen gibt. Gleichermaßen beliebt sind Ventotene und Palmarola. Wenn du das Meer liebst, wirst du dich in die malerischen Häusergruppen von Ponza und das Naturschutzgebiet von Ventotene und all die felsigen Buchten mit kristallklarem Wasser verlieben.


Fazit

Latium ist eine fantastische Region mit so vielen Orten, die es zu entdecken gilt. Wenn du hier Urlaub machst, lohnt es sich, aus der Hauptstadt Rom herauszukommen und die umliegenden Hügel zu besuchen. Besonders empfehlenswert ist Ariccia, wo du essen kannst, ohne ein Vermögen auszugeben.

Wenn du ein Naturliebhaber bist, dann lass dich von der Schönheit und Romantik des Gartens von Ninfa im unteren Latium überwältigen oder von den geschützten Regionalparks der Monti Simbruini oder Valle del Treja.

Wenn du an Kunst und Architektur besonders interessiert bist, dann gibt es viele schöne Villen zu entdecken wie die Villa d'Este oder die Villa Adriana. Ein weiteres atemberaubendes Stück Architektur ist die kleine Stadt Civita di Bagnoregio, auch bekannt als die sterbende Stadt.

Auf dem Weg zurück zu deinem Ausgangspunkt hältst du an den beiden wichtigsten Vulkanseen der Region und genießt die entspannte Atmosphäre oder versuchst dich im Wassersport. Alternativ kann man sich auch vom Park der Monster von Bomarzo verzaubern lassen. Wenn Wasser dein Ding ist, dann mach ruhig einen Extra-Stopp bei den Ponziane-Inseln.

Bist du also bereit, dein Herz von diesen herrlichen Orten außerhalb der italienischen Hauptstadt stehlen zu lassen?

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