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Warum du unbedingt einmal nach Kiew reisen musst

Kiew ist leider eine völlig unterschätzte Stadt. Die Hauptstadt der Ukraine mit ihren 3 Millionen Einwohnern hat aber so viele tolle Sachen zu bieten, dass sie zu Unrecht so weit unter dem Radar bleibt. Okay, natürlich ist Kiew trotzdem ein beliebtes Reiseziel, aber hauptsächlich für Reisende aus den ehemals sowjetischen Ländern, Besucher aus Mitteleuropa sind hier eher die Seltenheit.

Unserer Meinung nach sollten noch viel mehr Menschen in den Genuss kommen, diese liebenswerte Stadt zu bereisen. Um dir einen Besuch der Stadt im Norden der Ukraine schmackhaft zu machen, möchten wir dir natürlich einige Gründe geben, warum du unbedingt mal nach Kiew verreisen musst.

Kiew hat eine lange und interessante Geschichte

Vielleicht erinnerst du sich noch an die erschreckenden Bilder aus dem Zentrum von Kiew vor einigen Jahren, als zum Euromaidan die Demonstranten die Straßen erobert haben und der damalige Präsident Viktor Janukowitsch zurücktrat. Auf den Straßen von Kiew kannst du noch immer Überreste dieser tragischen Ereignisse sehen. Vor allem in der Gegend vom Maidan werden die Bilder der Personen gezeigt, die ihr Leben dabei verloren haben.

Aber Kiew hat eine noch viel, viel längere Geschichte. Tatsächlich ist die Stadt eine der ältesten und wichtigsten Städte Osteuropas und hatte einen großen Einfluss auf die Region. Sie wurde zu Anfang des 5. Jahrhunderts gegründet, und mehr als vier Jahrhunderte später wurde sie zum Zentrum des Kiewer Rus. Dieses war eine Föderation ostslawischer Stämme, die als der kulturelle Vorfahre des modernen Russlands, Belarus und der Ukraine gilt.

Kiew gehörte in seiner Geschichte schon zu vielen Reichen und Ländern, unter anderem zum Großherzogtum Litauen, zu Polen-Litauen, zum Russischen Reich und zur Sowjetunion. Im Jahr 1991 wurde Kiew schließlich zur Hauptstadt der unabhängigen Ukraine. Im Laufe der vergangenen Jahrhunderte spielte sie immer wieder eine wichtige Rolle, überall in der Stadt kann man die Überreste der großen Zeiten sehen. Es wird für dich bestimmt eine faszinierende Erfahrung sein, die Geschichte beim Besuch in Kiew nachzuverfolgen.

Du wirst wunderschöne Kirchen sehen

Kirchen mit einer goldenen Kuppel sind gewissermaßen das Wahrzeichen Osteuropas, und es gibt für dich wohl keinen besseren Ort als Kiew, um eben diese zu bewundern. Es gibt hier so viele herrliche Kirchen in der Hauptstadt der Ukraine, dass es uns tatsächlich schwerfällt, die schönste von ihnen auszuwählen.

Das Höhlenkloster ist UNESCO-Weltkulturerbe und zudem eine der wichtigsten Stätten des orthodoxen Christentums. Es ist ein wunderbarer Komplex von Kirchen, Glockentürmen und unterirdischen Höhlen. Seit dem 11. Jahrhundert befinden sich die ältesten Teile dieses Komplexes unterirdisch in zwei von Menschenhand geschaffenen Höhlensystemen. Der Glockenturm ist mit einer Höhe von knapp unter 100 Metern ein nicht zu übersehender Orientierungspunkt in der Skyline der Stadt. Gegen ein kleines Eintrittsgeld kannst du ihn auch besteigen, um einen allumfassenden Blick auf Kiew zu genießen.

Die ebenfalls zum Weltkulturerbe gehörende Sophienkathedrale ist die älteste erhaltene Kirche Kiews und hat eine Architektur und Ornamentik, die bis in die 1000er Jahre zurückreicht. Sie ist für ihre 13 vergoldeten Kuppeln berühmt und wurde 1037 von Fürst Jaroslaw dem Weisen eingeweiht. Du solltest dir beim Herumstöbern im Inneren der Kathedrale Zeit lassen, denn seit dem Bau der Kathedrale ist eine schiere Menge an mittelalterlichen Fresken und Mosaiken erhalten geblieben. In den Klostergebäuden befindet sich auch ein Museum, das mittelalterliche Artefakte aus der Kathedrale und ein Modell von Kiew vor seiner Vernichtung durch die Mongolen im Jahr 1240 zeigt.

Das auf Steilküsten über dem rechten Ufer des Dnjepr gelegene St. Michaels-Kloster stammt aus dem 12. Jahrhundert und verfügt über eine Kathedrale mit mehreren Kuppeln und einen Glockenturm. Die Außenarchitektur stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und ist in einem aufwendigen Barockstil gehalten, während das Innere der Kathedrale ihr byzantinisches Design bewahrt hat. Das Museum in den unteren Stockwerken des Glockenturms dokumentiert die Geschichte des Klosters und das Schicksal anderer religiöser Denkmäler in der Sowjetzeit.

Kiew hat eine große Menge an Street-Art

Kiew ist quasi die Hauptstadt der Straßenkunst in Osteuropa. Es wird für dich wohl unmöglich sein, all die erstaunlichen Werke dort nur an einem Wochenende zu sehen. Es gibt einfach zu viele davon.

Den stärksten Einfluss auf die Kiewer Street-Art haben die jüngsten politischen Ereignisse und die ukrainische Identität. An den Wänden von Kiew kannst du sogar die Werke von einigen weltberühmten Künstler sehen, wie zum Beispiel Fintan Magee, ROA oder Vhils.


Die lebhafte Atmosphäre zieht dich in ihren Bann.

Egal, wann du in Kiew bist - die Atmosphäre ist hier immer lebendig und verleiht der Stadt eine einladende Atmosphäre. Die Menschen sind auf den Straßen unterwegs und genießen die angebotenen Freizeitaktivitäten im Freien. Besonders zwischen den Kirchen St. Sophia und St. Michael scheint immer etwas los zu sein

An den warmen Wochenendabenden pulsiert das Leben in der Chreschtschatyk-Straße, der Hauptstraße Kiews. Das ist auch der beste Ort, um die Menschen zu beobachten. Überall in der Stadt findest du zahlreiche Bars, Restaurants und Cafés im Freien, die aus allen Nähten platzen. Die Menschen in Kiew lieben es eben, ihre Zeit im Freien zu verbringen, und diese Stimmung macht dich definitiv süchtig.

Kiew hat eine beeindruckende Architektur

Falls du ein großer Fan der sowjetischen Architektur bist, dann ist Kiew wie ein riesiger Spielplatz für dich. Die meisten Besucher werden sich zwar auf die Chreschtschatyk-Straße konzentrieren, der Hauptallee im Zentrum. Aber Kiew hat dir noch viel mehr zu bieten, wenn es um sowjetische Architektur geht. 

Wenn dich sowjetische Architektur begeistert, dann nimm die blaue U-Bahn-Linie und fahre zum „Vystavkovyi tsentr“. Wir sind damals regelrecht mit heruntergefallener Kinnlade herumgelaufen, so viele tolle Gebäude haben wir hier gesehen. Andere interessante Orte sind die Staatliche wissenschaftlich-technische Bibliothek in der Nähe der U-Bahn-Station Lybidska, das Krematorium auf dem Friedhof Baikove oder das Hotel Salute.

Aber das sind natürlich noch nicht alle architektonischen Meisterwerke, die du in der ukrainischen Hauptstadt finden kannst. Es gibt so viele schöne Gebäude im Zentrum von Kiew, so viele beliebige Häuser, die dir regelrecht ins Auge fallen! Unserer Meinung nach findest du die schönsten Gebäude im hinteren Teil der Chreschtschatyk-Straße. Das Berühmteste von ihnen ist zweifellos das Haus mit den Chimären.


Kiew ist eine vielseitige Stadt

Einer der Gründe, warum wir Kiew so sehr in unsere Herzen geschlossen haben, ist seine Vielfalt. Du hast dort wirklich alles, was du dir vorstellen kannst, dadurch wird die Stadt nie langweilig. Selbst nach mehreren Besuchen gibt es in Kiew noch viele Gegenden und Winkel zu entdecken, und bei jeder neuen Reise dorthin sind wir mega aufgeregt. Sicher gibt es keine andere Hauptstadt, die so viel zu bieten hat.

Vor unserem ersten Besuch dachten wir, dass ein Wochenende vollkommen ausreichen würde, um Kiew kennenzulernen. Im Nachhinein betrachtet war das vollkommen naiv, denn Kiew ist vielfältig. Nicht nur wegen der Architektur, sondern auch in Bezug auf die Atmosphäre. Du verspürst an einen Ort die guten, alten Zeiten, nur um ein paar Minuten später einen sehr hippen und trendigen Ort zu betreten. So etwas passiert dir zum Beispiel, wenn du über den Lisova-Markt läufst.

Kiew hat die schönsten Metro-Stationen der Welt

Zu den interessantesten Überresten aus der Sowjetzeit gehört das U-Bahn-System. Da jede der Kiewer U-Bahn-Stationen anders ist und auf seine eigene Weise interessant, fällt es uns aber schwer, eine persönliche Liste der schönsten U-Bahn-Stationen zu erstellen.

Die Kiewer Metro-Stationen zu erkunden ist eine amüsante Beschäftigung, wenn es regnet und du nicht einfach nur im Hostel bleiben willst. Selbst wir haben schon mal einen ganzen Tag damit verbracht, verschiedene Stationen zu erkunden. Die Züge fahren im Durchschnitt alle 5 Minuten, aber trotzdem solltest du deine Tour lieber außerhalb der Hauptverkehrszeit machen.

Eine Fahrkarte ist sogar extrem günstig, sie kostet gerade mal 8 UAH, das sind etwa 25 Cent. Das tolle ist, dass du auch kein Zeitlimit hast. Du kannst also ohne weiteren Aufpreis zu den verschiedenen Haltestellen fahren und dir die verschiedenen Architektur- und Designstile ansehen. Solange du nicht das U-Bahn-System verlässt, ist deine Fahrkarte auch gültig. Es gibt 3 Linien (grün, rot und blau) und überall gibt es Karten, auf denen die Linien und die verschiedenen Richtungen eingezeichnet sind. Die Schilder sind zweisprachig auf Ukrainisch und Englisch, du kannst dich also kaum verlaufen.

Einen kleinen Fun Fact müssen wir jetzt aber noch raushauen. Kiew hat nämlich nicht nur die schönsten Haltestellen der Welt, sondern mit der Station „Arsenalna“ sogar die am tiefsten gelegenste U-Bahn-Station der Welt. Sie ist nämlich wahnsinnige 105 Meter unter der Erdoberfläche. Um von unten mit der Rolltreppe bis zur Oberfläche zu kommen dauert es etwa 5 Minuten. Dabei sind die in der Kiewer Metro eh schon wahnsinnig schnell. Also so schnell, dass regelrecht auf sie springen muss.


Kiew ist der perfekte Startpunkt für eine Tour nach Tschernobyl

Ein mittlerweile sehr beliebter Tagesausflug von Kiew aus ist die Tour nach Tschernobyl. Die Sperrzone und der Ort der tragischen Atomkatastrophe von 1986 ist nur eine Stunde von Kiew entfernt. Wir haben damals Tschernobyl und Pripjat besucht. Natürlich waren wir vor der Reise etwas skeptisch, aber es hat uns so sehr gefallen, dass wir dir diese Tour ohne Bedenken empfehlen können. Auch vor der radioaktiven Belastung musst du keine Angst haben. Die Guides führen dich nur zu Stellen, die bereits großflächig dekontaminiert sind. Laut Statistik bekommst du auf unserem Flug in die Ukraine sogar deutlich mehr Strahlung ab.

Fazit

Wir hoffen, dass wir dir zeigen konnten, warum du unbedingt mal nach Kiew verreisen musst. Natürlich gibt es noch viel mehr in dieser Stadt zu sehen, leider können wir nicht jedes Detail beleuchten. Außerdem würden wir dann bestimmt noch in 5 Jahren schreiben, ohne zwischendurch eine Pause gemacht zu haben. 

Was wir dir aber sagen können: Kiew ist auf jeden Fall eine Reise wert!

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