Im Auto schlafen – Eine günstige Übernachtungsmöglichkeit?

Wie du sicherlich schon weißt, ist das Wildcampen in vielen Ländern Europas leider verboten. Du darfst also nicht einfach dein Zelt aufschlagen oder deinen Wohnwagen außerhalb von ausgewiesenen Campingplätzen abstellen.

Aber wie sieht es denn eigentlich aus, wenn du stattdessen in deinem eigenen Auto übernachtest? Denn schließlich müssen diese auch irgendwo abgestellt werden. Was hindert dich also daran, einfach im Auto zu bleiben und die Nacht zu verbringen? Immerhin hat jeder Mensch das Recht, sich auf einem Parkplatz zu erholen und seine Fahrtüchtigkeit wiederzuerlangen.

Falls du wissen möchtest, welche Regeln du beachten musst, wenn du im Auto schläfst, dann lies am besten weiter. Außerdem verraten wir dir, was du sonst noch so alles beachten musst, wenn du die Nacht im PKW verbringst.

Im Auto schlafen

Was spricht für das Schlafen im Auto?

Wenn du auf einem längeren Roadtrip unterwegs bist und weit entfernt von anderen Dörfern und Städten bist, dann wirst du wohl kaum noch Lust darauf haben, am Abend noch stundenlang in die nächste Siedlung zu fahren. Hier ist es eine vielversprechende Idee, deine Nacht einfach in deinem Wagen zu verbringen.

Ebenfalls lohnt sich der Gedanke einer Übernachtung im Auto, wenn du nur mit einem begrenzten Budget unterwegs bist. Du sparst dir das Geld für eine Unterkunft und hast somit für andere Abenteuer mehr finanzielle Mittel zur Verfügung.

Aber selbst in Ländern wie Schweden – wo das Jedermannsrecht gilt und du überall ein Zelt aufbauen kannst – kann die Übernachtung im Auto eine tolle Alternative darstellen. Im Auto hast du nämlich auch die Möglichkeit, die Heizung anzuschalten, falls es dir zu kalt wird. Und du benötigst dafür nicht mal spezielle Ausrüstung!


Mögliche Gefahren und entsprechende Maßnahmen

Allerdings beherbergt eine Übernachtung im Auto auch allerhand Risiken. So kann es sein, dass du entweder mitten in der Nacht überfallen wirst oder du Opfer einer Kohlenmonoxidvergiftung wirst.


Überfälle

Mitten in der Nacht, wenn du ganz allein bist und weit entfernt von der Zivilisation, bist du vor allem für Kriminelle ein auf dem Silbertablett serviertes Opfer. Du bist vollkommen ungeschützt und es wird kaum eine andere Person etwas davon mitbekommen, falls dir etwas passiert.

Um diesem Risiko vorzubeugen, solltest du also dafür sorgen, dass niemand bemerkt, dass du überhaupt im Auto bist. Schalte also alle elektrischen Geräte in deinem Wagen aus und verhänge die Fenster. Es gibt auch spezielle Folien, die du an deine Scheiben kleben kannst, damit niemand von außen hineinschauen kann. Natürlich besteht dann allerdings immer noch ein Restrisiko. Ganz gefahrenfrei ist dies also auf keinen Fall.

Vergiftung

Falls du den Motor laufen lässt, kann es sein, dass eventuell Abgase ins Auto gelangen. Die Folgen dessen sind nicht gerade angenehm. Aber auch die Gefahr, dass der Sauerstoff während der Nacht ausgeht, ist eine weitere Möglichkeit, zu viel Kohlenmonoxid einzuatmen.

In diesem Fall ist es eine hervorragende Idee, die Fenster deines Wagens zu öffnen. Allerdings haben wir dich bereits darauf hingewiesen, dass du für Kriminelle ein vielversprechendes Opfer bist, weswegen dies nur auf den ersten Blick von Vorteil ist. Am besten öffnest du das Fenster also nur einen winzigen Spalt, damit wenigstens für eine gewisse Luftzirkulation gesorgt ist.


Erfrieren

Besonders im Winter ist es kaum möglich, ohne Heizung zu übernachten. Aber es geht beim Schlafen im Auto schließlich darum, möglichst diskret zu bleiben und so gut wie keine unnötige Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Den Motor einzuschalten und die Heizung einzuschalten ist somit keine Option.

Außerdem wäre es nicht nur für deinen eigenen Schutz vor einem Überfall dumm, die Klimaanlage einzuschalten. Da diese die ganze Nacht über laufen würde und du wegen des Spalts auch immer wieder kalte Luft von außen hineinströmt, verbrauchst du eine Menge Benzin oder Diesel. Am Ende kann dich das Tanken noch viel mehr kosten als eine Übernachtung in einem Hotel oder Gästehaus.

Aber wie hältst du dich denn nun warm? Dafür packst du am besten ein paar warme Decken mit ins Auto. Es dürfen ruhig mehr sein. Lieber eine Decke zu viel als eine zu wenig. Für den Fall, dass dir trotzdem zu kalt ist, solltest du jedoch darüber nachdenken, vielleicht doch in die nächste Stadt zu fahren und nach einer Unterkunft zu suchen.

Im Auto schlafen

Darfst du überhaupt im Auto schlafen?

Die Frage, ob du überhaupt in deinem Wagen schlafen darfst, lässt sich nicht ganz so einfach beantworten. Generell würde es als Wildcamping zählen. Aber auf der anderen Seite bedeutet dies nicht, dass das Schlafen im Auto komplett verboten ist. Schließlich sollen Rastplätze dafür sorgen, dass du eine Pause machen kannst, um deine Fahrtüchtigkeit wiederzuerlangen. Und dies schließt auch ein Schläfchen ein, falls du völlig übermüdet bist.

Was wir dir auf jeden Fall sagen können, ist, dass du auf einem Rastplatz an der Autobahn weniger auf Probleme stoßen wirst als auf einem Parkplatz mitten in der Stadt. Auch aus Sicherheitsgründen ist eine Nacht nahe der Autobahn eine wunderbare Option, da hier auch viele LKW-Fahrer übernachten, um am nächsten Morgen weiterzufahren. Des Weiteren hast du an Rastplätzen auch Toiletten in der Nähe, sodass du auch mitten in der Nacht, wenn deine Blase drückt, du unweit von deinem Auto entfernt Wasser lassen kannst.

Falls du jedoch in der Stadt bist, solltest du lieber vorher nachfragen, ob du auf dem Parkplatz übernachten darfst. Fragen kostet nichts. Mehr als „nein“ kann dein Gegenüber nicht sagen. Klar, du kannst natürlich dafür sorgen, dass niemand bemerkt, dass du überhaupt im Auto bist. Viele Parkplätze im urbanen Raum werden jedoch überwacht. Dementsprechend wäre es äußerst seltsam, wenn du dein Auto dort abstellst aber nicht aussteigst.

Ein Sonderfall sind die Parkplätze von Supermärkten. Diese werden nicht immer überwacht und bieten immer eine hervorragende Möglichkeit, zu übernachten. Das Übernachten ist zwar nicht allgemein erlaubt, viele Läden drücken jedoch ein Auge zu, wenn du dich diskret verhältst und am nächsten Morgen weiterfährst. Das Beste ist, dass du dir am Morgen im Supermarkt auch noch ein leckeres Frühstück kaufen kannst. Oft gibt es im Inneren sogar einen Bäcker, bei welchem du dir einen leckeren Kaffee bestellen kannst.

Parkplatz von oben

Empfohlene Ausrüstung

Wenn du dich also dafür entschieden hast, die Nacht im Auto zu verbringen, dann warten selbstverständlich noch weitere Herausforderungen auf dich. Denn dein Wagen hat nur begrenzten Raum, viel Komfort ist da nicht geboten.

Falls du einen größeren PKW oder sogar SUV dein Eigen nennst, dann hast du selbstverständlich etwas mehr Platz zur Verfügung als in einem Kleinwagen. Oft lassen sich die Sitze auch zusammenklappen, damit du noch mehr Platz hast.


Matratze oder Schlafsack und warme Decken

Damit die Nacht im Auto nicht allzu unbequem wird, solltest du auf jeden Fall eine kleine Matratze oder zumindest einen Schlafsack mit an Bord haben. Dies ist deutlich komfortabler als dich einfach auf das bloße Leder zu legen.

Außerdem solltest du möglichst warme Decken dabei haben und entsprechende Kleidung tragen. Überflüssige Decken gibt es nicht. Alternativ kannst du diese auch noch als Ersatz für ein Kissen benutzen.


Lademöglichkeiten für elektrische Geräte

Selbstverständlich wirst du wohl auch einige elektronische Geräte dabeihaben. Jedes moderne Auto hat auch ein Ladegerät, an dem du beispielsweise dein Handy laden kannst. Aber dafür musst du auch den Motor laufen lassen, was natürlich die Kosten für den benötigten Kraftstoff nur unnötig in die Höhe treibt. In diesem Fall solltest du darüber nachdenken, dir eine Powerbank zu kaufen. Damit kannst du auch bequem von unterwegs verschiedene kleine Geräte mit Strom versorgen.

Falls du längere Zeit im Auto unterwegs bist und keine Steckdose in Reichweite hast, dann können wir dir den Erwerb von speziellen Powerbanks mit einem Solarpanel ans Herz legen.


Licht

Sicher wird dies keine Neuigkeit für dich sein, aber nachts ist es dunkel. Falls du trotzdem mal mitten in der Nacht aufwachst und nach etwas suchst, dann ist es natürlich praktisch, auch für etwas Licht sorgen zu können. Und dafür gibt es sogar spezielle Lampen, die du zum Beispiel mit Batterien zum Laufen bringst. Solche Campinglampen kosten auch nicht viel Geld.

Zum Herumlaufen außerhalb deines Fahrzeugs eignen sich kleine Lampen ebenfalls. In diesem Fall ist jedoch vielleicht eine Stirnlampe die bessere Lichtquelle, da du dann auch beide Hände zur freien Verfügung hast.


Fazit

Im Auto zu schlafen ist eine Möglichkeit, wie du weitab von anderen Städten die Nacht verbringen kannst. Außerdem sparst du dir auf diese Weise das Geld für eine Unterkunft und du hast dafür für viele andere spannende Aktivitäten mehr im Geldbeutel übrig.

Allerdings bedeutet die Übernachtung in einem PKW auch, dass du gewisse Risiken eingehst. Unter anderem kannst du Opfer von Überfällen werden, im Winter erfrieren oder im schlimmsten Fall sogar eine Kohlenmonoxidvergiftung bekommen. Um diese Gefahren zu minimieren, musst du dich entsprechend vorbereiten.

Außerdem solltest du vorher klären, ob du überhaupt vor Ort übernachten darfst. In diesem Fall solltest du vorher recherchieren oder Personen in der Nähe fragen, ob du hier im Auto schlafen darfst. Falls du trotz eines Verbots die Nacht im Wagen verbringst und von der Polizei erwischt wirst, kann dies ziemlich teuer werden.

Falls du dich trotzdem dafür entscheidest, die Nacht in deinem Wagen zu verbringen, dann solltest du dich entsprechend vorbereiten. Je besser deine Ausrüstung ist, desto komfortabler ist dein Schlaf.  Auch wenn du wahrscheinlich aus Kostengründen dich für eine Übernachtung im Auto entscheidest, solltest du auf keinen Fall am falschen Ende sparen!

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