Die wundervollen Sehenswürdigkeiten von Georgien

Georgien gilt trotz des steigenden Interesses von Reisenden aus aller Welt immer noch als Geheimtipp. Mit Sicherheit wird der Tourismus in diesem tollen Land aber zunehmen. Bis dahin kannst du ein relativ unentdecktes Land genießen.

Einer der Gründe für einen Besuch in diesem ehemals sowjetischen Land sind die wundervollen Städte und ihre beeindruckenden Sehenswürdigkeiten. An denen mangelt es hier nämlich überhaupt nicht. Für Sightseeing solltest du dir also einiges an Zeit einplanen.

Natürlich möchten wir dir in diesem Artikel einen Überblick darüber geben, welche Städte du in Georgien unbedingt auf deine Bucket List setzen solltest. Außerdem verraten wir dir, welche Sehenswürdigkeiten du in jeder dieser Städte besuchen solltest.

Tiflis

Tiflis ist die Hauptstadt und zugleich auch größte Stadt Georgiens. Sie liegt am Ufer des Flusses Kura und hat eine Bevölkerung von etwa 1,5 Millionen Einwohnern.

Bei Reisenden ist Tiflis vor allem wegen seiner unverwechselbaren Architektur bekannt, welche die geschichtsträchtige Vergangenheit der Stadt widerspiegelt. Sie weist eine einzigartige Mischung aus mittelalterlichen, neoklassizistischen, jugendstilartigen, stalinistischen und modernistischen Strukturen auf.

Die georgische Hauptstadt liegt im Zentrum des östlichen Teils des Landes an den Ausläufern des Trialeti-Gebirges. Laut Legenden wurde Tiflis im fünften Jahrhundert von König Wachtang Gorgasali gegründet, der bei der Jagd einen Fasanen erlegte. Dieser fiel in eine heiße Quelle und wurde dabei entweder gekocht oder geheilt.

Je nach Version unterscheidet sich die Legende. Jedenfalls wurde der König dadurch dazu inspiriert, an genau dieser Stelle eine Stadt zu gründen. Der Name Tiflis leitet sich vom georgischen Wort tbili ab, was auf Deutsch so viel wie warm bedeutet.

Obwohl die Stadt schon mehrere Male größtenteils zerstört und danach wieder aufgebaut wurde, ist der Grundriss der Altstadt mit seinen engen Gassen und großen, verwinkelten Häusern weitgehend intakt. Heute gilt Tiflis sogar als eine der sichersten Städte in Europa. Zudem zählt die Stadt dank der wachsenden Tourismusindustrie Georgiens zu den beliebtesten aufstrebenden Reisezielen der Welt.

Eine der naheliegendsten Freizeitaktivitäten ist ein Spaziergang durch die Altstadt von Tiflis. Mit ihren Balkonen im alten Stil, den geschichtsträchtigen Kirchen und den gewundenen Straßen mit ihren charmanten Geschäften bietet sie für das Herz eines jeden Reisenden eine echte Wohltat.

Aber auch an eindrucksvollen Sehenswürdigkeiten mangelt es der Stadt überhaupt nicht. Diese reichen von der verlassenen Straßenbahn in der Nähe der Erekle-Straße über die Kunstgalerien in der Chardini-Straße bis hin zu der atemberaubenden modernen Kunst in der Sioni-Straße.

Natürlich gibt es aber auch andere interessante Viertel. Vor allem Sololaki ist mit seiner Jugendstilarchitektur und seinen eleganten Restaurants einen Besuch wert. Im Stadtteil Betelmi findest du zudem die zwei ältesten Kirchen der Stadt. Außerdem kannst du von dort aus auch die atemberaubende Aussicht auf die Narikala-Festung genießen.

Georgien Tiflis

Batumi

Batumi ist die zweitgrößte Stadt Georgiens. Sie liegt an der Küste des Schwarzen Meeres, gesäumt von Palmen, Strand und Bergen. Was den Tourismus betrifft, ist diese Stadt sogar noch wichtiger als die Hauptstadt Tiflis. Dafür sorgt vor allem die eklektische Mischung von Architektur. Diese reicht nämlich von charmanten klassischen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu ultramodernen Wolkenkratzern mit Hotels und Kasinos.

Batumi empfängt schon seit mehreren Jahren Reisende aus aller Welt. Dazu zählen natürlich nicht nur benachbarte Länder wie Russland und Aserbaidschan. Im Gegenteil, diese Stadt am Schwarzen Meer heißt Besucher aus verschiedenen Regionen des ganzen Globus willkommen.

Außerdem kann Batumi als regionales Partyzentrum ein pulsierendes Nachtleben vorweisen, in dem zunehmend große internationale DJs und Konzerte ihre Heimat finden.

Einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten findest du auf dem im Jahr 1884 angelegten Primorski Boulevard. Allerdings wurde er im Laufe der Zeit etwas verändert und es kommen jedes Jahr auch noch weitere Attraktionen dazu.

Der etwa sieben Kilometer lange Boulevard beginnt an der Bucht von Batumi und bietet den Besuchern neben den erwähnten Sehenswürdigkeiten auch viele Aussichtspunkte und interessante Plätze zum Fotografieren. Auf dem alten Teil des Boulevards befinden sich sogar verschiedene Springbrunnen und viele Cafés.

Aber auch die Piazza bietet mit ihrer einzigartigen Architektur ein beliebtes Ziel für Reisende und viele Einheimische. In den vielen Cafés kannst du dir auch den einen oder anderen leckeren Drink genehmigen oder etwas essen. Entworfen wurde der Platz von dem georgischen Architekten
Vazha Orbeladze und vermischt perfekt verschiedene Stile und Trends, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben.

Ein besonders ikonisches Wahrzeichen der Stadt findest du an der Bucht von Batumi. Dabei handelt es sich um die Statue der Liebe, welches von der georgischen Künstlerin Tamara Kvesitadze geschaffen wurde. Die beiden Figuren stellen die beidenAli und Nino dar.

Ali und Nino stammen aus dem gleichnamigen Buch des Schriftstellers Kurban Said. In diesem Buch geht es um die romantische Beziehung zwischen dem aserbaidschanischen Muslim Ali und einer georgischen und christlichen Tochter eines Adligen in Baku im Jahr 1918.

Ebenfalls interessant ist der Chacha-Turm, der ursprünglich um einen sogenannten Chacha-Brunnen gebaut wurde. In diesem soll sich laut Legenden ein Geist befunden haben. Angeblich soll er auch heute noch hier sein Unwesen treiben.

Natürlich solltest du, wenn du die Sehenswürdigkeiten von Batumi besuchst, auch die Wolkenkratzer nicht vergessen. Vor allem der Alphabetische Turm ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Dieser befindet sich in der Nähe der Statue der Liebe und ist eines der Erkennungsmerkmale der Stadt.

Der Turm ist ungefähr 130 Meter hoch und hat das Design eines DNA-Stranges. Er enthält die 33 Buchstaben des georgischen Alphabets, wobei jeder von ihnen etwa vier Meter hoch ist. Auf diese Weise ehrt dieses imposante Gebäude die Einzigartigkeit der georgischen Sprache.

Du kannst mit einem Aufzug natürlich auch bis ganz nach oben fahren. Dort findest du eine Aussichtsplattform, von der aus du einen umwerfenden Blick über die Stadt hast. Wenn du mal in Batumi bist, solltest du dir unbedingt genau diesen Anblick vornehmen.

Neben solchen eher neuen Gebäuden hat sich Batumi aber auch eine Menge an Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert bewahrt. Diese stammen aus einer Zeit, als die Stadt ein Freihafen an der kaspischen Ölroute nach Europa war. Während der Restaurationszeit wurden selbstverständlich diese alten Gebäude renoviert. Zudem wurden neben ihnen auch neue Gebäude erbaut, die den alten Stil imitieren.

Die Highlights auf dem Europaplatz sind die astronomische Uhr und das Denkmal der Medea. Diese war eine georgische Frau, die aus dem Argonauten-Mythos stammt. Laut diesem hat sie dabei geholfen, das Goldene Vlies aus Kolchis zu stehlen und dieses ins antike Griechenland zu bringen.

Georgien Batumi Statue

Kutaissi

Was den Status als Hauptstadt betrifft, ist Kutaissi einer der ernstzunehmenden Rivalen von Tiflis. Sie war bereits im alten Kolchis die Hauptstadt. Heute umfasst dieses Territorium Westgeorgien. Noch ist sie eine der größten Städte Georgiens, aber natürlich kommt sie nicht mal annähernd an die Größe und den kulturellen Reichtum von Tiflis heran.

Da Kutaissi aber trotzdem eine sehr wichtige Bedeutung in der georgischen Geschichte hat, wurde das Parlament des Landes nach Kutaissi verlegt. Seitdem wurden die komplette Stadt und ihre Straßen, Gebäude und Parks restauriert. Zudem hat die Kriminalität der Stadt seitdem auch enorm abgenommen.

Wir haben Kutaissi als eine außerordentlich angenehme Stadt empfunden. Sie mag zwar nicht die touristische Infrastruktur vorweisen können wie andere Regionen Georgiens, aber die Einwohner behandeln Besucher aus dem Ausland mit sehr viel Respekt. Du wirst sicher feststellen, dass die Menschen aus Kutaissi sich auch sehr für dich als Person interessieren.

Wir haben es besonders genossen, dass die Bewohner von Kutaissi in der Regel sehr hilfsbereit gegenüber Fremden sind. Generell neigen die Einheimischen dazu, dich schnell als einen ihrer Freunde zu sehen und dir den einen oder anderen alkoholischen Drink anzubieten. Wenn du selbst mal einem der überaus freundlichen Menschen Alkohol oder Essen ausgibst, wirst du mit Sicherheit ebenfalls gute neue Freunde gewinnen.

Kutaissi ist übrigens eine der ältesten Städte des Landes. Dadurch bietet sie einige uralte kulturelle Sehenswürdigkeiten. Besonders möchten wir darauf hinweisen, dass hier in der Tat sogar die Fußabdrücke von Dinosauriern entdeckt wurden. Neben diesen gibt es aber auch Höhlen, Kathedralen und einen Brunnen, der dem alten griechischen Mythos der Argonauten gewidmet ist.

Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die du hier besuchen kannst, ist die prächtige Bagrati-Kathedrale. Ihren Namen hat sie von König Bagrat III, der den Bau im elften Jahrhundert in Auftrag gegeben hat. Von diesem imposanten Gebäude kannst du eine beeindruckende Aussicht von den Berghängen über die Stadt und den Fluss Rioni genießen.

Aber auch die Kathedrale selbst ist absolut sehenswert. Sie ist nicht nur ein Juwel der mittelalterlichen Architektur, sondern auch noch eine der größten religiösen Stätten des Landes. Die Fassade ist mit alten georgischen Ornamenten und Symbolen geschmückt. Im Innenraum kannst du des Weiteren zahlreiche wunderschöne Fresken an den Wänden entdecken.

Das Kloster Gelati in der Nähe von Bagrati wurde im Jahr 1106 von
König David IV erbaut. Dieser war in der georgischen Geschichte auch unter dem Namen David der Baumeister bekannt. Im Kloster befindet sich auch die Begräbnisstätte dieses Königs. Seit 1994 ist das Kloster genau wie die Bagrati-Kathedrale in der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes vertreten.

Etwa 20 Kilometer von Kutaissi entfernt befindet sich auch die Prometheus-Höhle, die von den Einheimischen auch oft als Kumistavi-Höhle bezeichnet wird. Sie wurde 1984 entdeckt und ist ein wahres Wunder der Natur. Der Name der Höhle stammt aus dem kaukasischen Mythos von Amirani. Der Legende nach verärgerte Amirani wie Prometheus die Götter und wurde zur Strafe irgendwo in der Höhle angekettet. Dabei quälten ihn Adler und fraßen Tag und Nacht seine Leber

In dieser Höhle findest du jahrtausendealte Stalagmiten, Stalaktiten, Höhlenperlen, unterirdischen Seen und versteinerte Wasserfälle. Die Höhle ist zwar eine der größten des Landes, aber nur ein Zehntel ihres Territoriums ist überhaupt für Besucher geöffnet.

Für den etwa einen Kilometer langen Rundgang solltest du ungefähr eine Stunde Zeit einplanen. Seit 2012 werden zusätzlich noch Touren mit dem Boot angeboten. Dabei fährst du über den unterirdischen Fluss und kannst einige spektakuläre Anblicke genießen.

Georgien Kutaissi

Fazit

Die drei interessantesten und größten Städte Georgiens sind die Hauptstadt Tiflis sowie Batumi und Kutaissi. Jede von ihnen hat ihre eigenen Vorzüge, wegen denen du sie unbedingt mal besuchen solltest. Dank der kulturellen Vielfalt und Geschichte des Landes gibt es da genug Auswahl. Wir sind uns sicher, dass du die Zeit in Georgien voll und ganz genießen wirst.

Georgien

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