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Ethisches Reisen

Immer mehr Menschen überdenken heutzutage ihre Reisen, da sie informierte Entscheidungen treffen und ethisch handeln möchten. Du interessierst dich auch dafür, wie du ethisch reisen kannst, ohne der Umwelt, den Tieren oder dem Rest der Welt zu schaden? Wir freuen uns darüber und erklären dir in unserem Artikel, was es bedeutet, ethisch zu reisen und auf welche Dinge du achten solltest bzw. welche du lieber vermeiden solltest. Außerdem stellen wir dir die Top 10 der ethischen Reiseziele 2021 vor. Los geht’s!

Take Pictures and leave footprints

Was bedeutet Ethisches Reisen?

Die Ethik befasst sich mit den moralischen Bedingungen des menschlichen Handelns. Beim Reisen bedeutet das, seine Ziele und Aktivitäten so auszuwählen, dass die Umgebung nicht darunter leidet, sondern eher sogar davon profitiert. Da die Reisebranche sehr umsatzstark ist, hast du als Reisender eine große Macht. Wie du die am besten nutzen kannst, möchten wir dir gerne zeigen. Du kannst dich bei der Planung deiner nächsten Reise am besten fragen: „Wo und wie möchte ich meinen Fußabdruck hinterlassen?“.

Bevor wir dir die ethisch besten Reiseziele vorstellen, möchten wir dich aber auf ein paar Dinge aufmerksam machen, die du beim Reisen besser vermeiden solltest. 

Dazu gehören unter anderem zahlreiche Aktivitäten mit wilden Tieren. Von Elefantenreiten über Pferdekutschen bis hin zu Delfinarien werden in einigen Ländern sehr viele Attraktionen angeboten, die oft teuer angepriesen werden. Doch hierbei handelt es sich leider oft um ethisch und tierschutztechnisch sehr fragwürdige Aktionen, die den Tieren meist eher schaden. Versuche daher, die Teilnahme an solchen Aktivitäten zu meiden. Wie du während des Reisens auf Tierschutz achten kannst, liest du hier. So kannst du sicher sein, dass du den Tieren im jeweiligen Zielland mit gutem Gewissen begegnen kannst. 

Auch was Menschen und Einheimische des jeweiligen Zielortes angeht, gibt es viele ethisch fragwürdige Handlungen. Die sogenannten Ping-Pong-Shows in Thailand sind eine davon. Hier liest du, worum es sich dabei handelt und warum dies nicht unterstützt werden sollte. Zudem solltest du dich immer darüber informieren, welche menschenrechtlichen Zustände derzeit im Zielland herrschen und ob es (für dich) vertretbar ist, dieses zu besuchen oder an gewissen Aktivitäten teilzunehmen. 

Sicherlich fotografierst du auch während des Reisens gerne. Das ist immer eine tolle Möglichkeit, das Erlebte festzuhalten. Doch damit das Fotografieren auch eine ethisch vertretbare Handlung bleibt, solltest du auf einige Punkte achten. Dazu gehört zum einen, dass du Tiere in ihrem natürlichen Umfeld nicht störst, sie nicht erschreckst und ihnen nicht zu nahe kommst. Zum anderen solltest du auch darauf achten, dass du die Persönlichkeitsrechte anderer Reisender oder Einheimischer nicht verletzt und sie nicht ungefragt fotografierst oder sie belästigst. Bedenke hierbei ebenfalls, dass es auch Orte – wie beispielsweise religiöse Stätten – gibt, an denen besser keine Fotoaufnahmen gemacht werden sollten.

Ethische Entscheidungen

Die Top 10 der ethischen Reiseziele

Vielleicht bist du ja gerade dabei, deine nächste Reise zu planen und suchst noch nach einem Ziel, das aus ethischer Sicht ideal geeignet ist. Dann hilft dir die folgende Auflistung bestimmt, denn wir stellen dir jetzt die Top 10 der Gewinner der ethischen Reiseziele 2021 vor.

Belize

Das kleine Land Belize hat ein breites Angebot an atemberaubenden Sehenswürdigkeiten zu bieten: Exotische Vögel, Unterwasserhöhlen, Maya-Ruinen, Berge und Regenwald sind nur ein paar davon. Doch es kommt noch besser: Das Land hat in der letzten Zeit viel investiert, um den Tourismus nachhaltiger zu gestalten. Diese Investitionen sind vor allem in die Infrastruktur, aber auch in Ökosysteme geflossen. Zudem wird an einer Wirtschaft gearbeitet, die die natürlichen Ressourcen des Landes respektiert und schützt. Wenn das mal nicht vorbildlich klingt!

Benin

Schon 2018 wurde Benin als ethisches Reiseziel erklärt – und das nicht ohne Grund: In dem Land befindet sich der Pendjari-Nationalpark, der als einer der ökologisch wertvollsten Parks in Westafrika gilt und zahlreichen Tierarten einen Lebensraum bietet. Aufgrund der Corona-Pandemie blieb der Andrang an Reisenden aus, was bedeutet, dass die Tiere sich in ihrem Lebensraum weiter ausbreiten konnten und ihn nach und nach zurückgewinnen. Doch gleichzeitig sind die Tiere auch durch Wilderer gefährdet, da viele Menschen durch die Pandemie ihre Arbeit verloren haben. Viele der Umweltdienstleistungen, die zu der Erhaltung eines solchen Parkes und der natürlichen Lebensräume wichtig sind, wurden in der Vergangenheit von Reiseorganisationen bezahlt. Da in dieser Branche durch die Pandemie ein starker Rückgang zu verzeichnen war, konnten die Nationalparks nicht mehr ausreichend geschützt werden. Eine solche Krise zeigt also, dass Tourismus einem Land maßgeblich nützen kann: Deshalb ist es ethisch gut vertretbar, nach Benin zu reisen.

Kap Verde

Auch hier haben wir es wieder mit einem Ort zu tun, der bereits – sogar mehrfach – als ethisches Reiseziel gekürt wurde. Der Archipel Kap Verde verdankt dies vor allem seinen Fortschritten in Bezug auf verschiedene Umweltmaßnahmen. Als einziges afrikanisches Land wurde Kap Verde von der UNESCO für seinen Schutz von Kulturlandschaften ausgezeichnet und erhielt den SOS-Award für die höchste Reisesicherheitsbewertung. Außerdem herrscht auch hier aufgrund der Corona-Pandemie extremer Stellenabbau im Reisesektor. Mit einem Besuch im Land unterstützt du die Stärkung der Branche.

Costa Rica

Weltweit gilt Costa Rica als Vorreiter für Klima- und Umweltschutz. 99,6 Prozent der Energie stammt aus erneuerbaren Energien. Klingt das nicht vielversprechend? Zudem setzt sich das südamerikanische Land für Biodiversität und Artenschutz ein. Hinzu kommt ebenso, dass Costa Rica eines der Länder mit den wenigsten Coronafällen ist, da frühzeitig Maßnahmen zur Eindämmung getroffen wurden. Wer hierher kommt, braucht sich keine Gedanken über die ethische Vertretbarkeit zu machen, denn das Land ist nicht umsonst unter den top 10 der ethischen Reiseziele.

Ecuador

Wir bleiben in Südamerika – genauer gesagt geht es nach Ecuador. Leider wurde dieses Land mit am schlimmsten von COVID-19 heimgesucht und – wie so oft – litt auch der Tourismus darunter enorm. Die Galapagos-Inseln, die ganzjährig viele Besucher anziehen, traf es besonders hart. Aufgrund ihrer Lage in der Abgeschiedenheit ist die Versorgung hier schlecht und Warenpreise steigen immer weiter. Zahlreiche Menschen verlieren zudem ihre Arbeit. Das wirkt sich auch auf die Bemühungen bezüglich des Umweltschutzes aus. Du kannst also mit deinem Aufenthalt dazu beitragen, dass wieder Geld in die Kassen gespült wird und somit wichtige Umweltmaßnahmen weiterhin getroffen werden können. Natürlich gibt es auch eine andere Seite: Denn der ausbleibende Menschenandrang führt dazu, dass die Tiere auf den Galapagos-Inseln ihren Lebensraum wieder für sich haben. 

Jamaika

Das zweite Jahr in Folge als ethisches Reiseziel erklärt, hat auch Jamaika noch immer mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen. Das Land ist dadurch wirtschaftlich stark geschwächt. Doch die jamaikanische Regierung hat ein soziales und wirtschaftliche Hilfsprogramm eingeführt, das auch Arbeitslosen entgegenkommen soll. Zudem stellt das Land weitere Bestrebungen an, das Reisen nachhaltiger zu gestalten und damit vor allem kultur- und umweltbewusste Reisende anzuziehen – die Devise lautet: Weg vom Kreuzfahrtschifftourismus hin zu individuellen und naturnahen Reisen. Von deinem Besuch profitiert Jamaika also – und genau das wollen wir beim ethischen Reisen ja erreichen.

Neon Sign For the world

Mongolei

Bemühungen um ökologischen Fortschritt und Demokratie: Das ist der Hauptgrund, weshalb die Mongolei bereits seit 2016 als ethisches Reiseziel ausgezeichnet wird. Hinzu kommt, dass das Land weltweit für ihren Umgang mit der Pandemie gelobt wird. Auch hier gibt es jedoch wieder eine Schattenseite: Trotz der guten Eindämmung des Virus litten Bevölkerung und Wirtschaft. Um diese wieder anzukurbeln, setzten die Mongolen auf die Reisenden. Daher ist die Mongolei nicht nur ein sicheres Reiseziel, sondern du hilfst mit deinem Aufenthalt auch der Wirtschaft. Also, es ist wieder ein Land, das von deinen Handlungen profitieren kann!

Nepal

Nicht nur wegen des beeindruckenden Himalayas ist Nepal bekannt und beliebt: Es ist auch ein ethisch vertretbares Reiseziel. Denn aufgrund des Ausbleibens der großen Menschenmassen auf dem Mount Everest, konnte dieser sich etwas regenerieren. Das führt dazu, dass Nepal seine Bergtourismusindustrie derzeit überdenkt. Reiseleiter müssen sich beispielsweise eine Genehmigung durch die Regierung einholen, dass sie als Bergführer auf dem Mount Everest Touren anbieten dürfen. Dadurch erhoffen sie sich, das Gebirge weiter zu schützen. 

Gambia

Zum dritten Mal wurde Gambia bereits als ethisches Reiseziel ausgezeichnet. Glücklicherweise löste die Pandemie keine Gesundheitskrise im Land aus, doch die wirtschaftlichen Folgen sind leider auch hier deutlich zu spüren. Aber Gambia nutzt diese Krise, um seinen Tourismus umzustrukturieren. Was früher eher All-Inclusive-Reisen waren, sollen heute attraktive individuelle Reisen werden, auf denen jeder die Möglichkeit hat, die einzigartige Natur und Tierwelt Gambias sowie ihr beeindruckendes Kulturgut zu bestaunen. So soll eine nachhaltige Tourismuswirtschaft ins Leben gerufen und dadurch die Armut in ländlichen Gebieten eingedämmt werden. Das kannst du mit einer Reise nach Gambia bestens unterstützen!

Uruguay

Weit vorne im Bewusstsein für soziale und ökologische Fragen ist Uruguay. Deshalb wurde das Land schon 2014 zum ethischen Reiseziel erklärt – und 2021 wieder. In diesem Jahr spielt besonders die gute Eindämmung der Corona-Pandemie eine Rolle. Mit entsprechenden Aufklärungsmaßnahmen reagierte Uruguay schnell auf das Infektionsgeschehen und im ganzen Land herrscht sozialer Zusammenhalt und Vertrauen in die Regierung. Doch leider kippte diese Strategie Anfang dieses Jahres und so erwischte das Virus auch Uruguay. Was erst nicht nach einer Krise aussah, ist nun zu einer geworden. Das hält die Menschen aber nicht davon ab, den Inlandstourismus weiter zu fördern und das gute Sozialsystem weiter auszubauen. Das ist ethisch gesehen ein gutes Vorbild, wie wir finden.

Möchtest du noch mehr über die Länder und ihre Auszeichnungen wissen? Dann lies hier weiter.

Fazit

Du hast gelesen, dass deine Entscheidungen eine große Rolle spielen können. Dass du gewisse Handlungen auf Reisen lieber unterlässt und dich respektvoll verhalten solltest, weißt du nun auch. Doch das Beste ist: Mithilfe unserer Liste hast du die Top 10 der ethischen Reiseziele an der Hand und kannst dich an ihnen orientieren. So musst du dich bei deiner nächsten Reise nicht mehr fragen, ob ein Aufenthalt dort vertretbar ist. Denn von einer Entscheidung für eines der Länder profitieren auch andere – Gutes tun war noch nie so leicht und angenehm! Also, worauf wartest du noch? Auf ins nächste Abenteuer – mit gutem Gewissen!

Und, wenn du noch nach weiteren Informationen suchst, dann schau doch gerne bei unserer Masterclass vorbei. 

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