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Dark Tourism in den USA

Aufklärung und Erinnerungskultur treffen auf Nervenkitzel und Adrenalinkick. Die Rede ist von Dark Tourism. Dabei stehen Katastrophen, das Unheimliche oder auch das Unerklärliche im Mittelpunkt der Reise. Viele Schauplätze von Tragödien, Elend und Unheil ziehen Backpacker magisch an. Die Faszination fesselt so sehr, dass man die Orte selbst besuchen möchte. Welche dieser Orte du in den USA findest und was dich dort erwartet, berichten wir dir aus eigener Erfahrung. Lass dich fesseln und garantiert wirst auch du auf deiner nächsten Tour hier ein Stopp einlegen.

Die Faszination dunkler Orte, von Unerklärlichem oder Tragödien ist nichts Neues. Erklären kann man sich die Neugierde mit dem Interesse, das Geschehene möglichst real nachzuempfinden. Aber egal aus welchem Grund du dich dafür interessierst, wenn es um das Verhalten vor Ort geht, sollte Respekt stets die wichtigste Regel sein.

Möchtest du noch tiefer in die Welt des Dark Tourism reisen? Dann verpasse nicht unseren ausführlichen Dark Tourism Blogeintrag.

US-amerikanischer Dark Tourism

Von den Dark Tourism Orten haben die Vereinigten Staaten mit ihrer vergleichsweise jungen Vergangenheit bereits einiges vorzuweisen. Dunkler Tourismus, wie es übersetzt heißt, wird im Deutschen auch Katastrophentourismus genannt. Der Begriff klingt zwar nach einer modernen Erscheinung, ist aber unter neugierigen Backpackern bereits seit langer Zeit bekannt. Es ist eine Nische, die immer weiter wächst und mehr Bekanntheit gewinnt.

In der Geschichte des Landes findet sich neben der Vertreibung und Deportation der Ureinwohner Amerikas und der Sklaverei besonders innerhalb der letzten 100 Jahre viele einschneidende Geschehnisse. Da es außerdem nicht nur eine Kategorie von Katastrophentourismus gibt, teilt sich die Nische in kleine Untergruppen auf. Diese bieten neugierigen Backpackern heutzutage die Möglichkeit, eine Mischung aus Dark Tourism und Erinnerungskultur zu erleben.

Dark Tourism Schauplätze

Es jedoch oftmals schwierig, die Schauplätze und Orte der Geschehnisse einer bestimmten Kategorie einzuordnen. Zwei Kategorien sind beispielsweise Dark Exhibitions und auch Dark Places of Mass Killings. Dark Exhibitions also beispielsweise Museen sind Orte, die du bestimmt auch schon einmal besucht hast und die dafür sorgen sollen, das Vergangene in einem würdevollen Rahmen zu präsentieren und in Erinnerung zu halten. Dark Places of Mass Killings sind ebenfalls ein wichtiger Aspekt der Erinnerungskultur, sind dazu auch gleichzeitig oftmals die Orte, die am meisten Trauer auslösen.

Über die Jahre kamen weitere Orte hinzu, die Backpacker aus der ganzen Welt anlocken. Darunter sind beispielsweise Orte, an denen Verbrechen oder Morde bekannter Persönlichkeiten passierten. Zu diesen berüchtigten Todesorten gibt es in den USA sogar Touren angeboten. Andere interessieren sich für Schauplätze von Atomtestungen, dem berühmten Gefängnisinsel Alcatraz oder für das Paranormale.

Pearl Harbor

Vielen sagt das Stichwort Pearl Harbor direkt etwas. Ein ganzes Stückchen entfernt vom Festland der United States liegt der Hafen auf der Inseln O’ahu in Hawaii. Hier entstand nach einem Angriff der japanischen Streitkräfte im Jahr 1941 auf die US-Pazifikflotte das Pearl Harbor National Memorial. Das Herzstück und wichtigste Erinnerungsstück ist das gesunkene Schiffswrack der USS Arizona. Ohne das gesunkene Schiff zu berühren oder zu versetzen, wurde darüber ein Mahnmal errichtet. Das besondere am USS Arizona Memorial: Es markiert nicht nur die Ruhestätte von den mehr als 1000 verstorbenen Marinesoldaten, sondern ist es tatsächlich auch. Die Besatzung von 900 Soldaten verstarb direkt sowie weitere im Umkreis stationierte Seeleute. Der gesunkene Rumpf des Schiffes ist gleichzeitig auch ihre Grabstätte.

Der Hafen wurde ebenso in das Verzeichnis National Register of Historic Places als National Historic Landmark aufgenommen. Denn dies ist der ausschlaggebende Punkt für die USA gewesen, dem Zweiten Weltkrieg beizutreten.

Pearl Harbor National Memorial

World Trade Center Site: Ground Zero

Eines der jüngeren, tragischen Orte des Dark Tourism liegt in der Metropole New York City.

Der Bereich des Word Trade Center Site bezeichnet die von den Terroranschlägen zerstörten Gebäude. Besonders die zerstörten Zwillingstürme prägten bis zum Terroranschlag vom 11. September 2001 die Skyline der Stadt. Beim Einsturz der Gebäude starben 2753 Menschen.

Inzwischen wurde auf dem Gelände Ground Zero wieder ein Gebäudekomplex errichtet. Es befinden sich aber neben dem National 9/11 Memorial and Museum auch das 9/11 Tribute Museum auf dem Gelände. Auf die Grundrisse, wo vorher die beiden Zwillingstürme standen, wurde das Mahnmal erbaut. Entlang einer Wasserfallkonstruktion stehen die Namen der verstorbenen Menschen.

Ground Zero in Manhattan

Bürgerkriegsschauplätze

Meist im Süden der USA trifft man auf einer Reise nicht nur einmal auf Bürgerkriegsstätten. Diese sind in einigen Bundesstaaten verteilt. Der Amerikanische Bürgerkrieg dauerte von 1861 vier Jahre an. Noch heute kann man hier einen Einblick in die Vergangenheit erhalten. In diesem Krieg starben mehr als 600.000 Menschen, nachdem sich die Süd- und Nordstaaten in politischen, sozialen und wirtschaftlichen Punkten voneinander entfernten. Maßgebend war auch die Frage der Sklaverei, die nach dem Krieg abgeschafft wurde. Eines der vielen Schlachtfelder, die noch zu besuchen sind, ist in Gettysburg in Pennsylvania. Hier findest du ein Museum, darfst sogar das Schlachtfeld befahren und bei einer Audioführung erfährst du die wichtigsten Details.

Alcatraz

In den Jahren 1934 bis 1963 war die Gefängnisinsel eine der berüchtigten ihrer Zeit. Das bekannte Hochsicherheitsgefängnis Alcatraz liegt vor dem Festland San Franciscos und wurde wegen des kalten Wassers und der starken Strömung The Rock genannt. Von hier aus zu fliehen und auch noch zu überleben, schien unmöglich. Die Gefängnisinsassen wurden als schwierig eingestuft und unter ihnen befanden sich viele Gangster wie auch Al Capone ab dem Jahre 1934. Die alten, kleinen und heruntergekommenen Zellen erinnern dabei nicht an die modernen Gefängnistrakte der heutigen Zeit. Noch heute werden immer wieder Dokus über mögliche Fluchtmöglichkeiten und das Leben vor Ort gedreht.

Insel des Hochsicherheitsgefängnis Alcatraz

Japanese American Relocation Camps

Als eine Folge des Angriffs Japans auf den Hafen Pearl Harbor in Hawaii im Zweiten Weltkrieg brach die Kriegshysterie aus. Aus diesem Grund war einer der politischen Kurse der Regierung, dass Menschen von japanischer Abstammung in Lagern isoliert wurden. Bis heute wird es als eine der grausamsten Menschenrechtsverletzungen des Landes beschrieben. Als Grund nannte der damalige Präsident Roosevelt drohende Spionage zu verhindern. Wenn du dir selbst ein Bild davon machen möchtest, hast du im Japanese American Relocation Center an zwei Standorten die Möglichkeit, Museen zu besuchen.

Serienkiller

Definitiv nichts für schwache Nerven sind die angebotenen Touren, die dich in die Welt der Kriminalfälle eintauchen lassen. Das Grauen von Serienmörder Ted Bundy und Jeffrey Dahmer hinterließ Spuren. Hier kommen schockierende Details ans Licht und schon lange sind es deshalb nicht nur die eingesessenen True Crime-Fans, die an diesen Touren teilnehmen.

Bei einer Tour in Milwaukee gehst du auf die Spurensuche von Serienmörder Jeffrey Dahmer. Mit gerade einmal 18 Jahren fing er mit dem Morden an, suchte sich überwiegend männliche Opfer aus, zerstückelte diese und praktizierte in einigen Fällen Kannibalismus. Aus diesem Grund bekam er auch den Namen The Milwaukee Cannibal.

Ted Bundy ist ein weltbekannter Serienmörder, der mindestens 30 junge Frauen tötete. Auch auf seine Spuren kannst du dich mit Touren an verschiedenen Orten der Morde begeben.

Die Medien hatten den Fall sehr stark begleitet und die Geschichte wurde ebenso verfilmt. Mit seinem Aussehen und Charme lockte er die Frauen an, würgte sie, missbrauchte und zerstückelte sie anschließend. Nach seiner Schuldigsprechung und kurz vor dem vierten, bereits verschobenen Hinrichtungstermin teilte er noch weitere Orte mit, an denen seine Opfer vergrabt waren. Einige Tage zögerte er seine Hinrichtung noch heraus, doch wurde diese im Jahr 1989 vollzogen.

Berüchtigte Todesorte

Einige Orte hast du vielleicht selbst schon besucht, aber warst dir nicht bewusst, dass diese unter die Rubrik Dark Tourism fallen. In den USA gibt es einige Orte, an denen Tragödien passierten. Genau hier werden die sogenannten Tour of Notorious Death Sides angeboten.

In Dallas, Texas, wurde im Jahr 1963 der damalige Präsident John F. Kennedy bei einem Besuch aus der Ferne von einem Scharfschützen erschossen. Er fuhr neben einer Lagerhalle unter einer Unterführung hindurch und hatte in dem Cabrio absolut keinen Schutz. Die Lagerhalle, in der sich der Attentäter aufhielt und von wo er schoss, ist heutzutage ein Museum und gleichzeitig eine Anlaufstelle.

Ein weiterer berüchtigter Todesort einer bekannten Persönlichkeit ist das National Civil Rights Museum in Memphis. In einem Motel wurde der Friedensnobelpreisträger Martin Luther King Jr. Opfer eines Attentates und dort können Interessierte noch heute über das Leben des Bürgerrechtlers lernen.

New Orleans Geisterwelt

Über Geister, Voodoo und Vampire weiß jeder, der bereits im Süden der USA war, Bescheid. Hier wimmelt es nur so von unerklärlichen Vorkommnissen und unheimlichen Gestalten.

Als Hochburg ist New Orleans ein Anlaufpunkt für alle, die sich hierfür interessieren. Im French Quarter findest du neben Wahrsagern, heimgesuchten Kirchen auch Rituale und Praktiken, die in den vielen kleinen Shops in den Gassen stattfinden. Es gibt hier auch angebotene Touren mit einem Gruppenführer. Wenn du aber besonders mutig bist, kannst du dich dieser Welt im Alleingang aussetzen. Wir garantieren dir abseits vom Trubel der Hauptstraße Bourbon Street wird dir so schnell nicht langweilig. Auch das Museum of Death wird dir den Schauder über den Rücken laufen lassen. Weitere Fakten über die Stadt kannst du auch hier in unserem Artikel lesen.

Hexenprozesse von Salem

Die Hexenverfolgungen von Salem im Bundesstaat Massachusetts im neu besiedelten Nordamerika ist bis heute ein sehr dunkles Kapitel. Heutzutage ist die Stadt zwar die Halloweenhauptstadt des Landes. Dies mag für viel Unterhaltungswert sorgen und auch viele Dark Tourism Fans anlocken. Doch die Geschichte dahinter sind die Hexenprozesse aus dem Jahr 1692 mit Verfolgungen, Folterungen und Hinrichtungen. Von den Anwohnern wurden 200 der Hexerei beschuldigt, weitere 150 unter Verdacht inhaftiert und dutzende andere unter Folter zu Falschaussagen gezwungen. Hingerichtet wurden in den sogenannten Salem witch trials letztendlich 20 Menschen.

Fazit

Bestimmt hat auch dich das Reisefieber und die Lust auf diese spektakulären und geschichtsträchtigen Orte gepackt. Dark Tourism ist eine besondere Art des Reisens und solange man mit Bedacht die Schauplätze bereist, kann es ein bereichender und spannender Trip werden. Wenn du weitere spannende Dark Tourism Orte in Deutschland kennen lernen möchtest lese dir doch auch unseren Artikel dazu durch.

Julia Wenz

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