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Dark Tourism in Südamerika

Ein Trip nach Südamerika verbinden wir mit verschiedenen Klimazonen, atemberaubender Natur und toller Gastfreundschaft. Dabei denken viele Backpacker auch direkt an das Weltwunder, die Inkastadt Machu Picchu in Peru oder das Feuerland in der Region Patagonien.

Der Süden des amerikanischen Doppelkontinents ist ein Paradies für Naturliebhaber! Als viertgrößte kontinentale Landfläche der Erde wird dir vieles geboten. Von Wüstengebieten der Atacama und Vulkanen über kalte Berge bis hin zum Amazonas-Regenwald findest du dich in jeder erdenklichen Kulisse wieder.

Kulturell verbindet Lateinamerika eine mystische Faszination mit dem Thema Tod. Menschen mit Vorliebe für das Makabre wird hier also viel geboten.

Möchtest du noch tiefer in die Welt des Dark Tourism eintauchen? Dann verpasse nicht unseren ausführlichen Dark Tourism Blogeintrag.

Dark Tourism

Vielleicht kennst du dich als erfahrener Backpacker bereits aus und kennt die Nische des Dark Tourism. Hier trifft Erinnerungskultur auf Nervenkitzel. Alles, was thematisch zu Tragödien, Katastrophen, Unerklärlichem oder Unheil zugeordnet werden kann, ist Teil davon.

Erfahrene Backpacker unter uns waren auf ihren vielen Touren bestimmt schon an einigen Orten, ohne gewusst zu haben, dass diese Schauplätze des Dark Tourism waren. Im Deutschen wird die Nische auch Katastrophentourismus oder Dunkler Tourism genannt.

Es ist aber nichts Neues, fasziniert zu sein und dich von der Neugierde mitreißen zu lassen. Denn die Angstlust und den Nervenkitzel zu verbinden, gab es schon vor unserer Zeit. Zu diesem Randbereich der Unterhaltung gehörten schon die römischen Gladiatorenkämpfe sowie öffentliche Hinrichtungen.

Dark Tourism kann ein schmaler Grat sein zwischen Aufklärung und Sensationsgier. Daher empfehlen wir dir, die Orte und Schauplätze stets mit größtem Respekt zu besuchen und sich besonders an Orten von Tragödien gesittet und vernünftig zu verhalten.

Chile

Pinochet-Diktatur

Bis heute gibt es Gefängnisse und Folterstätten, die noch aus der Pinochet-Diktatur zu besuchen sind. Sie sind Teil der Erinnerungskultur und sind ein wichtiger Teil Chiles Geschichte. Augusto José Ramón Pinochet Ugarte begann seine militärische Karriere als General und war für 17 Jahre bis ins Jahr 1990 der Diktator Chiles.

Seine unbeschränkte politische Macht nutze er für weitreichende Menschenrechtsverletzungen. Mehrere Tausende Menschen wurden ermordet, weitere Zehntausende systematisch verfolgt und gefoltert.

Das Verschwinden einer hohen Zahl von Mitbürgern wurde nie aufgeklärt. Die Folterungen fanden vor allem in Konzentrationslagern, Gefängnissen und Kasernen statt. Noch heute kannst du die Folterstätten und Gefängnisse besuchen und den Spuren des Diktators Pinochet nachgehen.

Kolumbien

Pablo Escobar Tour

Bekannt in Sachen Dark Tourism sind in Kolumbien vor allem die Pablo Escobar Touren. Als kolumbianischer Drogenschmuggler war er einer der bekanntesten und einflussreichsten Drogenbosse. Im Jahr 1993 wurde er bei dem Versuch, aus seinem Versteck zu fliehen, von Behörden erschossen. Wenn du in die Geschichte eintauchen willst, kannst du eine von vielen Touren auswählen.

Diese bieten dir die Chance mehr über die Vergangenheit Pablo Escabors, sein Leben und seine Aktivitäten zu erfahren. Du wirst hier auch alles über seine Auswirkung auf die Stadt Medellín in den 1980er und 1990er-Jahren erfahren.

Unter den angebotenen Touren findest du aber auch die Möglichkeit, einen Tag mit Pablo Escabor selbst zu verbringen. Hier schlüpfen Schauspieler in die Rolle des Kriminellen und seines Drogen-Kartells und spielen die illegalen Machenschaften einen ganzen Tag lang nach. Auch hier werden das ehemalige Wohnhaus und eine Andachtstelle besucht.

Mexiko

El Día de los Muertos

Eine der eher festlichen Aktivitäten des Dark Tourism ist der Tag des Todes in Mexiko. Der El Día de los Muertos findet jedes Jahr am Feiertag Allerheiligen am 2. November statt. Der Tag dient als feierliche Erinnerung und Ehrung der Verstorbenen. Es finden Feste statt, Angehörige besuchen ihre verstorbenen Familienmitglieder auf Friedhöfen und bringen Speisen und Getränke mit. Dazu gehören außerdem auch das Dekorieren und Bemalen von Schädeln und auch Skelette sind keine Seltenheit.

Bemalte Schädel

Fluchtszenario Grenzübergang

Daneben gibt es in Mexiko aber die sehr fragwürdigen und bizarren Touren, die den illegalen und gefährlichen Grenzübergang von Mexiko in die USA nachspielen. Der Nische des Dark Tourism wird oft nachgesagt, dass hier Nervenkitzel und Erinnerungskultur im Vordergrund stehen. Bei diesem Dark Tourism Erlebnis empfehlen wir aber vorher gut zu recherchieren, wie das Programm abläuft und ob du dich nicht in eine Grauzone damit begibst.

Bei dieser Tour in der Stadt Ixmiquilpan in Hidalgo wirst du möglichst getreu die Flucht von Mexiko in die Vereinigten Staaten erleben. Du wirst verfolgt, angeschrien und zur Zielscheibe der nachgespielten Grenzpolizei, während Schmuggler dir den Weg zeigen. Um das Ganze abzurunden, werden Sirenen und Platzpatronen für die angespannte Atmosphäre verwendet.

Grenzübergang Mexiko USA

Museum Museo de las Momias de Guanajuato

Ein weiterer Dark Tourism Ort in Mexiko ist das Museum Museo de las Momias de Guanajuato. Hier werden mumifizierte Körper ausgestellt, die zuerst auf einem Friedhof in der Stadt Guanajuato in Mexiko begraben wurden. Das Museum ist eine große Attraktion im Land und passt gut zur Totenkultur des Landes. Ausgegraben wurden die Leichen, da es zwischen Staat und Angehörigen der Verstorbenen eine Unstimmigkeit wegen Zahlungen für die Begräbnisstätten gab. Besonders unheimlich ist die Tatsache, dass einige der Mumien sonderbare Gesichtsausdrücke hatten. Das kommt daher, dass während der Zeit des Choleraausbruchs im 19. Jahrhundert sogar Sterbende und Scheintote lebendig begraben wurden.

Ecuador

Friedhof über Inka-Siedlung

Der älteste Friedhof der Hauptstadt Ecuadors liegt im Stadtviertel El Tejar. Da der Friedhof auf Fundamenten einer alten Inka-Siedlung erbaut wurde, finden Touren durch ein Labyrinth von Krypten statt. Außerdem verbringst du die Nacht in unterschiedlichen Grabanlagen. Die Tour wird geleitet von Tourguides, die bereits beim Start einen gruseligen Touch einhauchen, indem sie schwarze Kapuzenumhänge tragen. Die Leiterin des Tourguide-Unternehmens Quito Post Mortem möchte die Teilnehmer dadurch zum Nachdenken bringen. Da es auf einem Friedhof um die Gegensätze Tod und Leben geht und die Vergänglichkeit.

Fazit

Wir hoffen, dass dir unsere Tipps beim Reisefieber und den Vorbereitungen für eine Tour zu diesen spektakulären Orten helfen. Dark Tourism in Südamerika ist definitiv ein besonderes Erlebnis.

Du bekommst auch nicht genug von Dark Tourism? Dann sieh dir hier unsere Artikel zu Dark Tourism Deutschland und Dark Tourism USA an!

Julia Wenz

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