Bulgarien bietet mit seiner wunderschönen Natur ein Paradies, welches dich regelrecht dazu einlädt, auf einer Campingtour quer durch die Landschaften zu ziehen. In diesem Land ist nun mal für wirklich jeden Geschmack etwas dabei.

Die Landschaft reicht vom Balkangebirge im Westen mit seinen endlosen Wäldern und tiefen Felsschluchten bis hin zu den schönen Strandabschnitten am Schwarzen Meer.

Aber wie du dir sicher schon denken kannst, gibt es, wie auch in jedem anderen Land, ein paar Regeln und Richtlinien, an die du dich halten musst. Wir erklären dir, was du alles beachten musst und wo du dich überall niederlassen darfst. Schließlich wollen wir ja nicht, dass du wegen Unwissenheit mit einem Bußgeld bestraft wirst.


Regeln zum Camping

Wildcampen ist an sich in Bulgarien eigentlich verboten. Aber die bulgarischen Behörden drücken in der Regel trotzdem ein Auge zu, wenn sie dir mal begegnen. Dabei kommt es vor allem darauf an, wo genau du dein Lager eigentlich aufschlagen möchtest.

Das Risiko, dass du eine Strafe bekommst oder ein Bußgeld zahlen musst, ist in der Nähe der größeren Städte am höchsten. Um die Gefahr, von den Polizisten belangt zu werden, zu minimieren, solltest du dich also stets von Metropolen wie Sofia und Plovdiv fernhalten.

Falls du jedoch trotzdem erwischt wirst, dann musst du mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro rechnen. Das ist natürlich schon eine ordentliche Hausnummer, aber die Strafe soll ja schließlich auch wehtun. Die meisten Leute lernen es eben leider nicht anders.

Eine Regel, die du unter allen Umständen beachten solltest, ist, dass es absolut verboten ist, außerhalb von den speziell dafür ausgewiesenen Stellen ein Feuer zu entfachen. Das heißt, dass du, um dir deine Mahlzeiten zuzubereiten, am besten einen mit Gas betriebenen Campingkocher mit in dein Gepäck packst, wenn du auf eine Campingtour gehst.

Vorschriften für dein Fahrzeug

Auch für deinen Wohnwagen gelten ein paar Regeln. In Bulgarien ist es zum Beispiel eine per Gesetz vorgeschriebene Pflicht, dass du auch am Tag, wenn es hell ist, mit Abblendlicht fahren musst. In der Zeit vom 15. November bis zum 01. März musst du zudem auch noch Winterreifen an deinem Camper aufgezogen haben.

Außerdem benötigst du für deinen Wohnwagen auch eine Vignette. Mit Ausnahme von Motorrädern besteht diese Pflicht für alle Fahrzeuge, die auf den bulgarischen Straßen unterwegs sind.

Eine Vignette kannst du ohne Probleme an Tankstellen und Grenzübergängen erwerben. Seit Anfang 2019 kannst du zudem auch online eine Vignette bekommen.

Solltest du bei einer Polizeikontrolle keine Vignette vorzeigen können, wirst du natürlich mit einem Bußgeld bestraft. Hier liegt die Strafe bei etwa 150 Euro. So eine Höhe des Bußgeldes kann man zwar schon relativ gut verschmerzen, aber wir würden uns das Geld dann doch lieber sparen. Dann hast du nämlich für andere schöne Erlebnisse etwas mehr im Geldbeutel zur Verfügung.

Um weitere mögliche Strafen zu umgehen, solltest du des Weiteren sicherstellen, dass du die in Bulgarien vorgeschriebene Ausrüstung an Bord deines Wohnwagens hast. Alle Fahrzeuge, die auf den Straßen dieses Landes unterwegs sind, müssen neben einem Verbandskasten und einem Warndreieck auch mit einem Feuerlöscher ausgestattet sein.

Bei Kontrollen ist es zwar nicht zwingend vorgeschrieben, Warnwesten dabeizuhaben, wenn du jedoch dein Fahrzeug auf der Landstraße oder Autobahn verlassen musst, dann sind alle Insassen des Fahrzeugs dazu verpflichtet, eine solche Weste anzuziehen.


Hinweise zu deiner eigenen Sicherheit

Es kann trotz aller Vorsicht dazu kommen, dass du doch einmal von den örtlichen Behörden belangt wirst. Denn selbst die größten Vorsichtsmaßnahmen garantieren nicht, dass du überhaupt nicht erwischt wirst. Klar, wie wir bereits erwähnt haben, drücken die Behörden oft ein Auge zu. Aber was verboten ist, ist halt eben auch nicht ganz plötzlich erlaubt, nur weil die Beamten es eher locker sehen.

Jedoch gibt es leider auch vermehrt Betrüger, die sich als Polizisten ausgeben und das Bußgeld in Form von Bargeld sofort einfordern. Du solltest also prinzipiell jedes Bußgeld, dass du bekommst, per Lastschrift bezahlen. Da den staatlichen Behörden bewusst ist, dass diese Masche von solchen Betrügern genutzt wird, ist dies in Bulgarien auch gar nicht mal so unüblich.

Zudem ist der Zustand von vielen Straßen im Land nicht besonders gut. Vor allem die Landstraßen und jene in kleineren Gemeinden weisen oft erhebliche Mängel auf. Sehr oft bekommst du es also mit Schlaglöchern und größeren Steinen zu tun.

Aus diesem Grund solltest du lieber davon absehen, in der Nacht durch das Land zu fahren. Es ist besser, mal etwas früher deine Fahrt zu beenden, als wegen eines Schadens an deinem Wohnwagen irgendwo im Nirgendwo steckenzubleiben.

Camping


Beliebte Campingplätze in Bulgarien

Die meistbesuchten Campingplätze in Bulgarien befinden sich an der Schwarzmeerküste und an den Ufern von großen Seen. Die meisten der bulgarischen Campingplätze haben aber zwei große Nachteile.

Sie werden zum einen jeden Sommer von einem anderen Team geleitet. Aus diesem Grund kannst du nie erwarten, dass auch bei jedem erneuten Besuch die gleichen Bedingungen gegeben sind und die Preise noch dieselben sind. Zudem ist es deswegen schon ziemlich schwer, einen Kontakt mit den Betreibern des Campingplatzes herzustellen.

Auf der anderen Seite bieten die meisten Campingplätze in dem osteuropäischen Land auch nur die einfachsten Einrichtungen. Aber es gibt mittlerweile auch die ersten Unterkünfte für Camping, die doch schon ein bisschen komfortabler sind als die sonst üblichen Unterkunftsmöglichkeiten.

Einen dieser eher modernen Campingplätze findest du in Krapets. Das ist ein kleines Dorf, welches nur wenige Kilometer von der Grenze zu Rumänien entfernt ist. Es ist vor allem für seine wilde Strandcampingzone bekannt. Ein langer Küstenabschnitt geht mit einem schattigen Wald einher, in dem du dein Zelt kostenlos aufschlagen kannst. Dabei bist du weniger als eine Minute zu Fuß vom Meer entfernt.

Zudem gibt es in Krapets auch einen privaten Campingplatz, wo du einfache Unterkunftsmöglichkeiten wie Bungalows und Toiletten findest. Wenn du es also bevorzugst, fließendes Wasser und Strom zu haben, ist dies die bessere Wahl.

Der Campingplatz „Camping Cosmos“ befindet sich im nördlichen Teil der bulgarischen Schwarzmeerküste. In der Nähe liegen das Dorf Durankulak und der Durankulak-See. Letzterer ist vor allem für die antiken archäologischen Funde bekannt, die auf einer Insel darin entdeckt wurden.

Der Campingplatz verfügt über einfache Bungalows, mit jeweils drei Betten, in einem schattigen Wald. Du kannst ihn aber auch besuchen, wenn du in deinem Wohnmobil oder in einem Zelt schlafen möchtest. Du kannst hier die Abgelegenheit und Ruhe genießen, aber auch das Restaurant oder die Bar am Strand besuchen.

Bei Einheimischen beliebt ist besonders der Campingplatz Smokinya. Dieser liegt nur ein paar Kilometer von Sozopol entfernt. Auch dort kannst du in den zahlreichen Strandbars und Lokalen ein paar neue Leute kennenlernen.

Und in der Nähe des Campingplatzes in Smokinya liegt auch der von Gradina, welcher auch außerhalb des Landes ziemlich bekannt ist. Im Sommer gibt es hier auch regelmäßig Konzerte mit Livemusik. Die Atmosphäre ist hier jedoch eher auf Partys ausgerichtet.

Außerdem wird das Wildcampen, obwohl es eigentlich verboten ist, oftmals von den Behörden geduldet, solang du daran denkst, nicht der Umwelt zu schaden. Am beliebtesten ist das wilde Camping in der Nähe des Meeres und der bulgarischen Berge.

Wildes Camping ist in Bulgarien aber meistens auch ein Teil von Protesten gegen die Beschränkungen des Staates zum Thema Camping. Besonders im Sommer ziehen Hunderte von Hippie-Familien für mehrere Wochen an die Strände des Schwarzen Meeres.

Viele von diesen Familien kommen jedes Jahr wieder hierher, um gegen den privaten Landraub zu protestieren, der bereits den größten Teil der Küstenlinie in Anspruch genommen hat. Sie lassen sich dann auf dem Sand nieder und ziehen sich dabei oft sogar komplett aus. Vor allem die Strände von Irakli und Karadere sind bei diesen Protestlern sehr beliebt.

Fazit

Camping in Bulgarien ist ein fantastisches Erlebnis, das du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest. Die Landschaften des Landes sind einfach nur wunderschön. Und dass die Natur fernab der Städte einfach nur atemberaubend ist, merkst du oft erst dann, wenn du dich überhaupt fernab der Zivilisation aufhältst.

Wenn du dich auch an alle gesetzlichen Vorschriften hältst, dürftest du überhaupt keine Probleme bekommen. In der Regel drücken die Polizisten bei einer Kontrolle auch gerne mal ein Auge zu, wenn sie erkennen können, dass du auf deine Umwelt achtest. Im Zweifelsfall ist es besser, dass du mit den Beamten ein ruhiges Gespräch führst. Denn sie sind ebenfalls einfach nur Menschen.

Achte aber besonders darauf, dass du nicht Opfer eines Betrügers wirst. Es ist nämlich eine weit verbreitete Masche, dass diese sich als Polizisten ausgeben und das Bußgeld an Ort und Stelle einfordern. Echte Polizeibeamte werden das nie tun, in der Regel begleichst du die Strafe in einer Polizeistation oder per Lastschrift.

Voll und ganz umgehen kannst du die Strafen, wenn du dein Lager in einem ausgeschriebenen Campingplatz aufschlägst. Die Kosten sind in Bulgarien auch vollkommen überschaubar, du wirst also kein Loch in deinen Geldbeutel reißen. Wir haben dir schließlich auch eine Menge von Campingplätzen genannt, die du besuchen kannst.

Falls du dich nun dazu entschlossen hast, mal eine Tour mit deinem Wohnwagen durch Bulgarien zu machen, können wir dir nur sagen, dass es richtig Spaß macht. Dass du dich an Regeln halten musst, ist eh normal, denn ohne diese würde unsere Gesellschaft gar nicht funktionieren. Wenn du diese beachtest, hast du ja schließlich immer noch eine Menge an Freiheiten, die du beim Camping genießen kannst.


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