Sicher wirst du Burgas vor allem aufgrund der wunderschönen Strände direkt am Schwarzen Meer kennen. Aber du solltest die bulgarische Hafenstadt nicht unterschätzen. Sie ist nämlich nicht nur ein Reiseziel für Strandurlauber, sondern hat auch viele coole Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Burgas ist nämlich die viertgrößte Stadt Bulgariens und nach Varna die zweitgrößte an der Schwarzmeerküste. Des Weiteren betreibt die Stadt den größten Handelshafen des Landes.

Du kannst in Burgas mehrere Stunden damit verbringen, durch die herrlichen Gärten am Meer zu schlendern, dich am Strand zu entspannen und die Geschäfte entlang der großzügig angelegten Fußgängerzone zu durchstöbern.

Obwohl die nahe gelegene Raffinerie des russischen Ölkonzerns „Lukoil“ die größte in Südosteuropa ist, beeinflusst die lokale Industrie nicht die natürliche Schönheit der Umgebung der Stadt. Die Seen von Burgas bilden das sogenannte "Feuchtgebiet" und wurden zum Schutzgebiet erklärt.

Im folgenden Artikel möchten wir dich darüber informieren, warum du unbedingt mal nach Burgas musst. Und den Punkt mit dem Strand lassen wir mal weg, denn den besuchst du wahrscheinlich eh schon von Haus aus, wenn du eine Reise an Bulgariens Schwarzmeerküste unternimmst.

Burgas Sarafovo Strand

Die Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt von Burgas

Die Straßen in der Stadt, besonders der Alexandrow-Boulevards, sind mit Geschäften, Cafés und Restaurants übersät. Du kannst dort zahlreiche Straßenkünstler und Musiker antreffen, die mit ihren Auftritten ein Lächeln auf die Gesichter der Zuschauer zaubern.

Eines der besten Hinweise darauf, dass Bulgarien ein Treffpunkt von unterschiedlichen Kulturen ist, ist die armenisch-orthodoxe Kirche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Diese gilt als bulgarisches Kulturdenkmal und steht unter Denkmalschutz. Der typische armenische Stil spiegelt sich in der spitzen Kuppel und der schmucklosen Architektur wider. Im Inneren findest du ein ergreifendes Denkmal für den grausamen Völkermord an hunderttausenden Armeniern im Jahr 1915. 

Eine der wohl bedeutsamsten Kirchen in Burgas ist die Kyrill-und-Method-Kirche, die den Erfindern des kyrillischen Alphabets gewidmet ist. Die Kirche wurde vom italienischen Architekten, Ricardo Toscani, entworfen. Die Glasmalerei ist hingegen das Werk des Künstlers, der auch für die Glasmalerei in der Alexander-Newski-Kathedrale in Sofia verantwortlich ist.


Der Atanassow-See

Der Name des Atanassow-Sees ruft in den Köpfen verschiedener Menschen unterschiedliche Bilder hervor, wie z. B. die endlosen Vogelschwärme in einem ornithologischen Paradies. Und wirklich, hier ist Platz für alles und jeden. Wirtschaft und Tourismus gehen hier Hand in Hand mit dem Naturschutz. Aber was ist dieser See eigentlich?

Der Atanassow-See könnte nicht vielseitiger sein. Einerseits ist die heilende Wirkung des Schlamms sehr beliebt und die Laugenbecken werden zur Linderung von Schmerzen genutzt. Andererseits sind die schneeweißen Haufen von Meersalz und die leichte rosa Farbe des Sees wahrscheinlich der Traum eines jeden Fotografen.

Aber der See ist mehr als nur ein Heilbad oder Fotomotiv. Der See besteht außerdem aus einer Vielfalt von unterschiedlichen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen. Am häufigsten kommen die flachen Tümpel, die nur durch Deiche und Böschungen geteilt sind, vor. Umgeben wird der See von kleinen Süßwassertümpeln, sumpfigen Wiesen, mehreren Kanälen und trockenem Land, das mit verschiedensten Grassorten bewachsen ist.


Beobachte Vögel auf ihrem Flug gen Süden

Die vielfältigen Lebensräume rund um Burgas ziehen natürlich auch viele Vogelarten an und verwandeln den See in ein Gebiet, das von den meisten Vögeln Bulgariens bewohnt wird. Mehr als die Hälfe aller in Bulgarien vorkommenden Vogelarten kannst du in diesem See entdecken.

Viele Teile der Natur rund um Burgas, unter anderem der Atanassow-See und das Naturschutzgebiet Poda, liegen an der sogenannten „Via Pontica“, der zweitgrößten Route von Zugvögeln in Europa. Du kannst hier riesige Mengen von Weißstörchen, weißen Pelikanen und verschiedenen Greifvögeln während der Herbstmigration beobachten. Es ist der Ort, an dem sich viele der Zugvögel wie der wandernde Weiße Pelikan oder Rotfußfalken in der höchsten Zahl in Europa konzentrieren.

Besonders das Schutzgebiet Poda solltest du besuchen, wenn du die Vögel beobachten willst. Hier gibt es nämlich eine 7 Meter hohe Aussichtsplattform und sogar eine spezielle optische Ausrüstung, um das Leben der Vögel zu beobachten.

Burgas Park

Der Meeresgarten

Der Meeresgarten ist der wohl schönste Ort, den du in der Stadt vorfinden wirst. Denn er ist nicht einfach nur ein Park am Meer, sondern auch das Herz der Stadt. Er wurde 1910 von dem Landschaftsarchitekten Georgi Duchtew erbaut, der den kahlen, windigen Raum zwischen der Stadt und dem Meer in einen der schönsten Parks Bulgariens verwandelt hat. Vor allem seine Leidenschaft für exotische Pflanzen brachte Hunderte von Pflanzenarten aus allen Kontinenten in den Park. Diese bringen eine exotische Atmosphäre in den Park.

Aber der Park ist nicht nur exotisch, sondern erzählt auch von den Helden der Stadt. Zahlreiche Skulpturen von wichtigen Leuten, die hier in Burgas gelebt haben, aber auch von ehrenwerten Menschen aus aller Welt kannst du hier entdecken.

Wenn du deinen Spaziergang durch den Park von der Aleko Bogoridi aus beginnst, wirst du bestimmt als erstes von dem unglaublichen Blick auf das Meer, dem berühmten Pier von Burgas und dem Hafen der Stadt fasziniert sein. Auf dem Weg bis zum Meer kommst du zudem noch an zahlreichen Springbrunnen vorbei.

Der Park ist also extrem vielseitig. Zwischen der Meeresbrise, dem Ruf der Möwen und dem plätschernden Geräusch der Springbrunnen findest du bestimmt etwas, das auch dich restlos begeistert.

Die wohl bekannteste Einrichtung im Meeresgarten ist das Sea Casino. Dieses wurde in den 1930er Jahren erbaut. Die Zeremonie bei der Eröffnung dauerte damals sogar eine ganze Woche. Nach einer langen Periode des Verfalls wurde das Gebäude im Jahr 2011 renoviert und als zeitgenössisches Kulturzentrum wiedereröffnet. Heute kannst du im Sea Casino Konzerte, Shows und Filmvorführungen sehen.

Im Sommer findet im Meeresgarten auch das Sandfest statt, in der Regel von Juni bis Ende September. Jedes Jahr werden Figuren aus Sand zu einem bestimmten Thema erstellt, von Kinofiguren bis hin zu Märchen.

Burgas Sand Skulpturen

Der Ausblick vom Pier „Mosta“

Der Pier von Burgas erstreckt sich vom Rande des Meeresgartens bis zum Schwarzen Meer hinaus. Ganze 300 Meter ragt der Steg über die Grenze von Land und Wasser hinaus. Dank der markanten T-Form ist es wohl auch das Bauwerk, das du am ehesten im Kopf haben wirst, wenn du an Burgas denkst.

Von der erhöhten Aussichtsplattform an dem einen Ende des Stegs kannst du sowohl einen Blick auf das offene Meer als auch zurück auf die Küste werfen. Der atemberaubende Anblick ist selbstverständlich besonders bei jüngeren Pärchen für einen romantischen Zwischenstopp beliebt.

Im Sommer wirst du hier auch einige Angler antreffen, die ihre Leinen über das Geländer werfen. Und natürlich auch den einen oder anderen Verrückten, der vom Steg aus ein paar Meter tief ins Wasser springt.

Im Juli und August kannst du vom Mosta aus auch mit dem Boot zu der Insel St. Anastasia fahren. Auch wenn sie ziemlich klein ist, ist die Insel die größte bewohnte in Bulgarien. Hier findest du nur eine Handvoll Gebäude, darunter ein Restaurant, ein Museum und einen Leuchtturm. Die Insel ist damit perfekt geeignet, wenn du mal dem Trubel der Stadt entkommen willst.

Die Insel wurde im Laufe der Geschichte schon für mehrere Zwecke benutzt. Von einem Versteck für Piraten über einen klösterlichen Zufluchtsort bis hin zum Gefängnis. Viele der Überreste der Inselgeschichte kannst du dir in einer Ausstellung im ehemaligen Kloster anschauen.

Burgas Pier

Zahlreiche Ausflugsziele in der Umgebung

Natürlich bietet nicht nur Burgas eine Menge Erlebnisse. Da du die meisten Sehenswürdigkeiten innerhalb von ein oder zwei Tagen hinter dir hast, kannst du auch die eine oder andere Ecke außerhalb der Stadt erkunden.

Nur 35 Kilometer nördlich entlang der Küste liegt zum Beispiel die Stadt Nessebar. Diese steht nicht nur auf der Liste der UNESCO als Weltkulturerbe, sondern verbindet maritimen Flair mit Stätten von immensem historischem Reichtum.

Auf den gepflasterten Straßen des alten Nessebar triffst du an fast jeder Straßenecke auf eine schöne alte Kirche. Die ältesten von ihnen gehen bis in die 500er Jahre zurück. Außerdem kannst du auch Teile der alten Stadtbefestigung sehen sowie die symbolträchtige Windmühle, die den Eingang von Nessebar markiert.

In entgegengesetzter Richtung, aber ebenfalls 35 Kilometer von Burgas entfernt, kannst du das kleine Städtchen Sosopol besuchen. Das ist ein Kurort am Schwarzen Meer, dessen Geschichte bis zu den antiken Thrakern zurückreicht. Damit ist Sosopol eine der ältesten Städte der Umgebung.

Die Stadt wurde im 7. Jahrhundert vor Christi Geburt als Apollonia gegründet und nach ihrem Apollo-Tempel benannt, der mit einer riesigen Götterstatue ausgestattet war.

Sosopol

Fazit

Burgas haben die meisten Reisenden nur dann als Urlaubsziel im Kopf, wenn sie sich für den wunderschönen Strand am Schwarzen Meer interessieren. Dem möchten wir auch nicht seine atemberaubende Schönheit absprechen. Aber nur am Meer liegen wird mit der Zeit auch etwas langweilig. Denn die Stadt hat noch viel mehr zu bieten als nur Sand, Wasser und Meeresluft.

Die Natur rund um Burgas ist auch ein wichtiges Naturschutzgebiet. Und da hier auch zahlreiche Vögel, während ihrem Flug in Richtung Süden vorbeikommen, versammeln sich auch jedes Jahr viele Vogelbeobachter und andere interessierte Leute, um diesen traumhaften Anblick zu genießen.

Wenn du dann genug von den zahlreichen Sehenswürdigkeiten in der Stadt hast, kannst du natürlich auch noch den einen oder anderen gemütlichen Ausflug in der Region machen. Die beiden kleinen Städte Nessebar und Sosopol bieten zahlreiche Spuren von antiken Kulturen, die hier in der Gegend schon gelebt haben.

Wenn du also mal in Burgas bist, kannst du dich also auch auf die Jagd nach den Überresten aus längst vergangenen Tagen machen.


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