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Warum Bratislava besser als Prag ist

Bist du der Meinung, dass Prag vollkommen überbewertet ist? Nun, da können wir nur zustimmen. Unserer Meinung nach ist die tschechische Hauptstadt ein Symbol dafür, wie sehr andere Touristen die Kultur eines Landes nachteilig beeinflussen können.

Aber zum Glück gibt es eine tolle Alternative: Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei. Sie ist quasi die nicht von Touristen entdeckte und etwas kleinere Version von Prag. Hier triffst du noch echte Einheimische, die sich auch darüber freuen, wenn mal Fremde ihre Stadt besuchen. Das sorgt natürlich auch für eine viel entspanntere Atmosphäre. Außerdem ist Bratislava auch etwas günstiger als Prag, wo die Preise oftmals schon an den Geldbeutel eines typischen Touristen angepasst wurden.

Wir haben die slowakische Hauptstadt in unser Herz geschlossen und konnten bisher nur positive Erfahrungen sammeln. Und wir möchten dir in diesem Artikel mitteilen, warum wir der Meinung sind, dass Bratislava viel besser ist als Prag.

Bratislava hat eine vielfältige Kultur und einzigartige Sehenswürdigkeiten

In Bratislava streifen zum Glück noch meist Einheimische durch die Altstadt. Währenddessen hast du in Prag sichtlich Schwierigkeiten, überhaupt echte tschechische Einheimische in der von Touristen überlaufenen Altstadt zu finden. Auch wenn du in Bratislava immer wieder auf Touristen triffst und das Stadtzentrum doch recht belebt ist, bekommst du nie das Gefühl, dass die Stadt überfüllt ist.

Obwohl wir schon einige Male in Bratislava zu Besuch waren, lieben wir es immer noch, ohne einen erwähnenswerten Plan durch die Innenstadt zu laufen. Unserer Meinung nach ist das auch die beste Art, neue und unbekannte Orte zu entdecken, die du weder im Internet noch in Reiseführern findest. Das reicht von kleinen Cafés, die nur Einheimische kennen, bis hin zu neuen Geschäften, die gerade erst eröffnet wurden. Für den Fall, dass du ein paar Tage mehr in der Stadt verbringen willst, kannst du ja auch mal so wie wir ein bisschen herumwandern.

Zugegeben, Prag hat durchaus ein paar atemberaubende Gebäude. Aber Bratislava stopft mehr Barock- und Jugendstilgebäude und sozialistische Bauwerke auf einen begrenzten Raum als jede andere Stadt auf der Welt. In der Stadt kannst du die erstaunlichen architektonischen Kontraste hautnah erleben. Wenn du ein Kulturliebhaber bist, wirst du auf keinen Fall enttäuscht sein.

Die Stadtmauern und das Michaelertor erinnern daran, dass in den 1300er Jahren Stadtbefestigungen noch unerlässlich waren. Die Architektur reicht von Gotik über Renaissance, Barock, Rokoko bis hin zum Neoklassizismus. Eine besonders interessante Sehenswürdigkeit ist die Blaue Kirche. Von manchen Einheimischen wird sie sogar liebevoll als „Schlumpfkirche“ bezeichnet. Sie ist ein wahrhaft märchenhaftes Jugendstil-Juwel, das aussieht, als wäre es aus Zuckerwatte gesponnen worden. Ein dagegen besonders bizarres Exemplar der Architektur ist die umgekehrte Pyramide des Slowakischen Rundfunks. In der Altstadt kannst du dann auch noch einen Blick auf die wunderschönen Barockkirchen werfen.

Außerdem sind die Straßen Bratislavas von zahlreichen Statuen übersät. Manche von ihnen sind humorvoll, andere schlichtweg skurril. Für ein paar tolle Fotos bieten sie jedenfalls ein gutes Motiv. Gleichzeitig bieten sie aber auch einen Einblick in den slowakischen Sinn für Humor. Die wohl bekannteste von ihnen ist Cumil, ein Mann, der aus einem Gullydeckel herausguckt.

In Bratislavas Nebenstraßen und einigen doch eher schmuddeligen Gegenden, wie etwa dem Busbahnhof unter der Brücke des Slowakischen Nationalaufstands, findest du einige einfallsreiche Exemplare der Street-Art Bratislavas. Unser persönlicher Lieblingsplatz für Graffitis ist die Unterführung unter der Hauptstraße „Staromestska“. Dort kannst du die großen architektonischen Meisterwerke auf Gemälden an den Wänden dargestellt bewundern.

Natürlich wollen wir aber auch die Burg Bratislava nicht unerwähnt lassen. Zwar wird dich der Aufstieg etwas Energie kosten, aber der Ausblick über die Stadt ist es allemal wert. Übrigens liegt Bratislava auch nahe am Dreiländereck. Von der Burg aus kannst du also auch bis nach Österreich und Ungarn schauen. Zudem ist der Blick auf die Donau einfach nur beeindruckend. Unserer Meinung nach ist die Promenade an der Donau auch viel schöner als der Anblick, den uns die Moldau in Prag bietet.

Du kannst Bratislava auch zu Fuß erkunden

Bratislavas doch relativ geringe Größe ist für einen echten Backpacker durchaus vorteilhaft. Du kannst in wenigen Tagen alle wichtigen Sehenswürdigkeiten entdecken und dich in diese wundervolle Stadt verlieben. Zugleich bleiben dir auch die Zweifel erspart, dass du etwas Besonders verpasst hast. Im Gegensatz dazu kam es uns nach jeder Abreise von Prag so vor, dass wir noch viel mehr hätten machen müssen. Diesen Stress nicht zu haben, ist für uns ganz klar ein Pluspunkt für die slowakische Hauptstadt.

In den letzten Jahren hat sich Blava, wie die jüngeren Einheimischen ihre Stadt liebevoll nennen, in ein Paradies für Feinschmecker verwandelt. Gepaart wird das natürlich noch mit einer Café-Kultur, die es mit allen klassischen von Cafés geprägten Metropolen in Mitteleuropa problemlos aufnehmen kann.

Wegen seiner Überschaubarkeit kannst du Bratislava auch bequem zu Fuß erkunden. Vor allem in der Altstadt bist du zu keinem Zeitpunkt mehr als zwei Türen von einem Café oder einer Bar entfernt. Zudem sind die Straßen auch nicht so von Menschenmassen überfüllt, wie du es sicherlich von Prag kennst.

Besonders in der Weihnachtszeit lohnt sich dein Besuch. Auf den schönen und historischen von Bäumen gesäumten Plätzen der Altstadt kannst du viele kleine Stände mit handgefertigtem Holzspielzeug und mundgeblasenen Glaswaren bewundern. Mit den leckeren Snacks der Einheimischen, wie zum Beispiel Hriato, kannst du dich auch optimal von der Kälte ablenken. Das ist eine doch recht eigenartige Mischung aus in Honig und Alkohol karamellisiertem Speck. Der Likör Demanovka schmeckt so, als würdest du Pinien aus einem Glas trinken. Aber das Beste ist, dass du dich nicht durch eine riesige Schlange an der Bar kämpfen musst, wenn du dir auf dem Weihnachtsmarkt einen Drink holen möchtest. Und falls du doch mal etwas zu tief ins Glas geschaut hast, ist „Kapustnica“, eine Kohlsuppe mit Wurst, getrockneten Pilzen und Pflaumen, eine optimale Kur gegen deinen Kater.

Praktischerweise ist das Zentrum der Altstadt zudem noch eine reine Fußgängerzone. Wenn du also doch ein Glas zu viel über den Durst getrunken hast, wirst du trotzdem noch recht sicher vorankommen und unbeschadet zum nächsten Zielpunkt kommen. Wobei du aber nicht betrunken sein musst, um die wunderschöne Altstadt zu genießen, das funktioniert auch nüchtern sehr gut.

Bratislava hat eine gute Lage

Wenn für dich auch ein Besuch von Bratislavas Zwillingsstadt Wien infrage kommt, ist allein der Standort der slowakischen Hauptstadt schon optimal. Bratislava und Wien sind nämlich die beiden nächstgelegenen Hauptstädte der Welt. Zwischen den beiden Städten liegen weniger als 100 Kilometer. Vom Bahnhof in Bratislava bis zur österreichischen Hauptstadt brauchst du mit dem Zug maximal 90 Minuten.

Da die Fahrt auch nicht allzu teuer ist, würdest du sogar noch eine kleine Menge an Geld sparen, wenn du morgens nach Wien fährst und am Abend wieder zurück nach Bratislava. Insgesamt wird dich die Zugfahrt hin und zurück etwa 20 Euro kosten. Noch günstiger kommst du aber, wenn du den Fernbus nimmst. Der kostet dich dann sogar nur noch die Hälfte, also hin und zurück nur 10 Euro.

Dank der Donau ist Bratislava auch mit Wien und Budapest verbunden, die alle zusammen wichtige Städte des historischen Kaiserreichs Österreich-Ungarn sind. Das bedeutet, dass du sogar auf dem Flussweg alle drei Städte miteinander kombinieren kannst. Die Landschaften von dem idyllischen Fluss aus zu beobachten ist übrigens ein weiteres Erlebnis, das wir dir ohne Bedenken empfehlen können.

Umgeben wird Bratislava von zahlreichen Bergen, Wäldern, Flüssen und Seen. Wenn du bereit bist für eine Reise in die Vergangenheit, kannst du auch mit einem alten ratternden Trolleybus auf den kleinen Berg Kamzik fahren. Von dort aus kannst du eine 360-Grad-Aussicht auf die slowakische, österreichische und ungarische Landschaft genießen. Perfekt wäre das, wenn du dabei auch noch gemütlich im Restaurant eine Kofola trinkst – das ist die tschechische Version von Cola mit einem Extraschuss Zitrone.

Ein weiteres interessantes Ausflugsziel ist die Burgruine in Devin, die du mit einer kurzen Busfahrt erreichst. Dort bekommst du einen Eindruck davon, wie die jüngere Geschichte noch immer einen riesigen Einfluss auf die Gegenwart hat. Zudem erinnert uns das Denkmal des Eisernen Vorhangs daran, wie nah die Grenze zu Österreich und damit der westlichen Welt war. Heute können wir uns kaum noch vorstellen, wie schwierig es früher war, von Land zu Land zu reisen. Damals haben Leute aber tatsächlich ihr Leben riskiert, um auf die andere Seite des Eisernen Vorhangs zu flüchten. Wir sind jedenfalls doch ziemlich froh darüber, dass wir in der heutigen Zeit unserer Leidenschaft so problemlos nachgehen können.


Du sparst dir die Währungsumrechnung

Von sehr großem Vorteil ist aber auch noch, dass du in Bratislava mit dem Euro zahlst. Während du in Prag erst einmal Geld aus dem Bankautomaten holen oder in einer Wechselstube deine Euros in tschechische Kronen umtauschen musst, tust du dich hier mit dem Euro sehr leicht. Das heißt natürlich auch, dass du in der Slowakei auch nie im Kopf nachrechnen musst, wie viel Geld du jetzt eigentlich ausgegeben hast.

Fazit

Es gibt so viele Gründe, lieber nach Bratislava zu fahren statt nach Prag. In Bratislava triffst du noch Locals, die sich über dein Interesse an ihrer Heimat freuen. Viele Tschechen hingegen wären froh, wenn mal ein paar weniger Touristen ihre Hauptstadt belagern würden. Deswegen sind die Leute, die du in Bratislava trifft, auch oft viel aufgeschlossener.

Weitere Vorteile der slowakischen Hauptstadt sind auch die vielen Ausflugsziele, die du innerhalb kürzester Zeit erreichen kannst. Nur etwa 90 Minuten Zugfahrt trennen dich von Wien, und von Budapest trennt dich auch keine allzu lange Fahrt. Zudem hat Bratislava so viele verschiedene Architektur-Stile auf begrenztem Raum zu bieten, dass wir gefühlt an jeder Straßenecke dachten, wir wären in einer anderen Stadt gelandet.

Wir können dir also nur empfehlen, Bratislava mal eine Chance zu geben. Dass auch du dich in diese doch ziemlich überschaubare Stadt verlieben wirst, wovon wir selbstverständlich ausgehen. Und dann wirst du bestimmt auch selbst zugeben müssen, dass Bratislava einfach viel besser ist als Prag.

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