Die Ruinenstadt Ayutthaya, Thailands ehemalige Hauptstadt

Die alte thailändische Hauptstadt Ayutthaya ist eine der beeindruckendsten Ruinenstädte Asiens. Sie ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und ein Muss für alle Besucher, die sich für Geschichte interessieren.

Die Flüsse Menam, Lopburi und Pasak umrunden die Stadt Ayutthaya. Auf der Insel zwischen diesen drei Flüssen liegen die meisten Tempelruinen. Bei einem Spaziergang durch diese einst blühende Stadt wirst du dich mit Sicherheit so fühlen, als ob du in der Zeit zurückgereist wärst. Aber du kannst neben der Tempelruine auch noch die alten Viertel von Ayutthaya erkunden, die Einflüsse von zahlreichen anderen Nationen beweisen.

Du solltest dir auf jeden Fall etwas Zeit nehmen, wenn du diese wundervolle Stadt erkunden möchtest. Wir verraten dir, welche Sehenswürdigkeiten du an diesem geschichtsträchtigen Ort entdecken kannst.

Tempelanlange bei Sonnenuntergang

Wat Chaiwatthanaram

Die im Jahr 1987 begonnenen Restaurierungsarbeiten haben den
Wat Chaiwatthanaram von einer geplünderten Ruine zu einer der meistbesuchten Attraktionen in Ayutthaya verwandelt. Diese riesige Anlage am westlichen Ufer des Chao Phraya ist einer der beeindruckendsten Tempel in Ayutthaya. Er bietet dir einen Einblick in den Einfluss des Buddhismus auf die thailändische Gesellschaft.

Der Komplex wurde im traditionellen Khmer-Stil errichtet und besteht aus einem zentralen Turm. Jener thront auf einer rechteckigen Ba­­­sis inmitten von vier kleineren Türmen und acht Tempeln. Einst war das Äußere mit Reliefs, die Szenen aus dem Leben von Buddha darstellen, geschmückt. Heute sind davon leider nur noch Bruchstücke vorhanden.

Wir können dir empfehlen, hier unbedingt während des Sonnenuntergangs mal vorbeizuschauen. Wenn das imposante Gebäude vom Licht der untergehenden Sonne angestrahlt wird, ist der Anblick kaum mit Worten zu beschreiben.

Wat Phra Si Sanphet

Der Wat Phra Si Sanphet ist der schönsten und zugleich auch der historisch bedeutendste Tempel im alten Ayutthaya. Seine drei großen und die zahlreichen kleinen Chedis machen diesen Tempel zu einer der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten in der uralten Stadt.

Die östliche und die zentrale Chedis wurden im Jahr 1492 von König Ramathibodi II. erbaut, um die Asche seines Vaters und seines älteren Bruders aufzubewahren. Seine eigene Asche wurde in der dritten Chedi beigesetzt, die 1530 von seinem Sohn und königlichen Nachfolger König Boromaraja IV errichtet wurde.

Leider sind alle drei Chedis von den Burmesen geplündert worden. Zum Glück haben sie allerdings nicht die zahlreichen kleinen Buddha-Statuen aus Bronze, Kristall, Silber, Blei und Gold entdeckt. Diese kannst du heute im Nationalmuseum in Bangkok bewundern.

Wenn du den Wat Phra Si Sanphet verlässt, kannst du auf der linken Seite die Ruinen des Wang Luang entdecken, dem königlichen Palast von Ayutthaya. Außer den Fundamenten ist jedoch nichts mehr übriggeblieben, der Palast wurde von den Burmesen vollkommen zerstört.

Tempel in Ayutthaya

Wat Ratchaburana

Wat Ratchaburana wurde von 1424 bis 1448 unter König Boromracha II. zum Gedenken an seine älteren Brüder errichtet. Diese wurden wegen eines Streits um die Thronfolge getötet. Große Teile des Tempels sind leider zerstört. Doch die Säulen und Mauern des Wiharn stehen noch, ebenso wie einige Teile der zerstörten Chedis. Auch der große Prang ist außergewöhnlich gut erhalten.

In den beiden Krypten im unteren Teil des Prangs findest du einige interessante Wandmalereien. Diese sind laut Vermutungen von Archäologen das Werk chinesischer Künstler. Diesen haben sich in Ayutthaya niedergelassen und hatten die Fähigkeit, unterschiedliche Stile wie die der Khmer und Burmesen, Lopburi und Sukhothai zu harmonisieren.

Zwei weitere Chedis beherbergen die Asche der königlichen Brüder. Ein dritter Chedi erinnert an die Königin Si Suriyothai. Diese verkleidete sich während einer Schlacht mit den Burmesen um 1550 als Mann und ritt auf einem Elefanten in den Kampf, um das Leben ihres Mannes zu retten. Dabei verlor sie jedoch ihr eigenes.

Wat Mahathat

Das Wat Mahathat steht direkt gegenüber dem Wat Ratchaburana. Laut Überlieferungen wurde es im Jahr 1384 von König Ramesuan erbaut. Das wohl bekannteste Merkmal dieses Tempels ist das Gesicht eines steinernen Buddhas, der zwischen den Wurzeln am Fuße eines Baumes hervorschaut.

Der zentrale Prang des Tempels ist eines der beeindruckendsten Bauwerke des alten Ayutthaya. Um 1625 brach der obere Teil ab und wurde etwa acht Jahre später ungefähr vier Meter höher als zuvor wiederaufgebaut. Jedoch stürzte er später erneut ein und nur die Ecken blieben erhalten.

In den 1950er-Jahren wurde in den Ruinen eine geheime Kammer freigelegt. Unter den darin gefundenen Schätzen befanden sich Goldschmuck, eine Goldschatulle mit einer Reliquie des Buddhas und feines Tafelgeschirr.

Wat Yai Chai Mongkol

Am östlichen Rand von Ayutthaya steht das außergewöhnlich beeindruckende Wat Yai Chai Mongkol. Eines der bemerkenswertesten Merkmale des Tempels ist der massive liegende Buddha in der Nähe des Eingangs.

Der riesige Chedi erhebt sich auf einem quadratischen Sockel und ist von vier kleineren Chedis umgeben. Es wurde im Jahr 1357 unter König U Thong erbaut und war den Mönchen eines besonders strengen, in Sri Lanka ausgebildeten Ordens zugeteilt.

Bevor du diesen ehrfürchtigen Ort wieder verlässt, solltest du aber unbedingt die Treppe des Chedi hinaufsteigen. Von dort oben kannst du einen Blick auf die riesigen Statuen und die wunderschönen Gärten der gigantischen Tempelanlage werfen.

Wat Na Phra Men

Im Gegensatz zu vielen anderen Tempeln ist der Wat Na Phra Men der Zerstörung durch die Burmesen entgangen. Es ist jedoch nicht bekannt, wann der Tempel erbaut wurde. Anhand von vorhandenen Aufzeichnungen konnten Archäologen aber herausfinden, dass der Tempel unter König Boromakot und während der frühen Bangkok-Periode restauriert wurde.

Der Bot, der größte Raum des Tempels, ist groß und imposant. Hier findest du am Giebel sowie an den Türflügeln wunderschöne Schnitzereien aus Holz. Außerdem kannst du hier eine große Buddha-Figur entdecken, die in ein königliches Gewand gekleidet ist. Ein recht ungewöhnlicher Anblick.

Wat Thammikarat

Wat Thammikarat ist ein großer Arbeitstempel, der sich etwas außerhalb vom Geschichtspark Ayutthaya befindet. Er ist zwar schon seit geraumer Zeit völlig überwuchert, aber die Ruinen sind trotz dessen immer noch einen Besuch wert.

Unter anderem kannst du noch Teile der Terrasse, die Säulen des Portikus und einen von Löwenstatuen umgebenen Chedi sehen. Eine Kuriosität sind die dutzenden bunten Hahn-Statuen. Archäologen nehmen an, dass es sich dabei um Opfergaben der Einheimischen handelt.

Zu den Highlights des Tempels gehören zum einen der große bronzene Buddha-Kopf und der goldene liegende Buddha. Letzterer ist in einem Gebäude rechts neben dem Chedi versteckt.

Tempel mit Löwenstatuen

Wat Suwan Dararam

Dieser Tempel wurde um 1700 vom Großvater des Königs Rama I. erbaut und ist von drei kleinen Seen umgeben. Unter den Herrschern der Chakri-Dynastie wurde Wat Suwan Dararam nicht nur erweitert, sondern auch einer umfangreichen Restaurierung unterzogen.

Während dieser Arbeiten wurde der Tempel auch mit zahlreichen Malereien geschmückt, die noch heute zu seinen bekanntesten Merkmalen zählen. Diese zeigen unter anderem den Kampf Buddhas gegen Mara, der buddhistischen Verkörperung des Todes. Außerdem gibt es einige Wandmalereien von Kämpfen mit mythischen Figuren und eine Schlachtszene zwischen König Naresuan dem Großen und der burmesischen Armee.

Im Gegensatz zu allen anderen Tempeln von Ayutthaya ist Wat Suwan Dararam immer noch im aktiven Betrieb. Selbst heute noch wird er von buddhistischen Mönchen bewohnt. Du solltest dich also äußerst rücksichtsvoll ihnen gegenüber verhalten, wenn du den Tempel besuchst.

Der Da Bang Pa-in-Palast

Wenn du langsam genug von all den Ruinen hast, solltest du unbedingt mal den Palast Bang Pa-in besuchen. Dieser stammt aus dem 17. Jahrhundert und diente dem König als Sommerresidenz. Außerdem ist es die am besten erhaltene Anlage in Ayutthaya.

Die Gebäude des Komplexes weisen verschiedene architektonische Stile auf, darunter traditionelle thailändische und chinesische Strukturen. Besonders beeindruckend ist das Phra Thinang Uthayan Phumisathian. Dies ist ein zweistöckiges Herrenhaus, welches im viktorianischen Stil erbaut wurde.

Ein ebenfalls interessanter Ort ist Ho Witthunthassana. Dabei handelt es sich um ein dreistöckiges, turmartiges Gebäude. Es diente dazu, die Landschaft zu überblicken. Von dort oben kannst du auch nach den Elefanten Ausschau halten, die du hier in der Region entdecken kannst.

Die Fremdenviertel

In seinen glorreichen Tagen hat Ayutthaya Siedler aus der ganzen Welt angezogen. Damit war die Stadt äußerst vielfältig und weltoffen. Die Viertel der Ausländern liegen alle auch recht nahe beieinander, weswegen du die alten Quartiere der Franzosen, Portugiesen, Briten und Holländern auch auf einer einzigen Tour erkunden kannst.

Aufgrund des europäischen Einflusses kannst du in Ayutthaya auch viele katholische Kirchen entdecken. Die bekannteste von ihnen ist die St.-Josephs-Kirche, welche sich im französischen Viertel befindet und im Jahr 1666 erbaut wurde.

Außerdem haben sich auch viele Japaner in der alten Hauptstadt des Königreichs Siam niedergelassen. Auch heute noch verspürst du beim Erkunden des alten japanischen Viertels eine gewisse Präsenz aus dieser Zeit. Von den europäischen Vierteln war die japanische Siedlung durch den Suan Phlu-Kanal getrennt.

Fazit

Wenn du einen Einblick in die Geschichte Thailands haben möchtest, dann führt kein Weg an der Hauptstadt des ehemaligen Königreichs Siam vorbei. Zu ihrer goldenen Ära war Ayutthaya eine weltoffene Stadt, die Reisende aus aller Welt anzog. Allerdings wurde sie bei einem Krieg zwischen den alten Reichen Burma und Siam von der burmesischen Armee eingenommen und nahezu vollständig zerstört.

Heute kannst du die Überreste der alten einflussreichen Stadt im Geschichtspark Ayutthaya erkunden. Dazu gehören vor allem die zahlreichen Tempel der Insel. Der Wat Suwan Dararam wird sogar noch immer von buddhistischen Mönchen bewohnt.

Ebenfalls sehenswert ist der Palast Da Bang Pa-in. Dieser war während des Sommers die Residenz des Königs von Thailand. Da sich viele europäische Auswandernde hier niedergelassen haben, kannst du in Ayutthaya auch einige französische, portugiesische, britische und holländische Viertel erkunden.

Insgesamt ist Ayutthaya also ein spannendes Reiseziel. Tauche tief in die Geschichte des Landes ein und erfahre mehr über die thailändische Kultur.

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